manager-lounge Newsletter Januar 2010

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business breakfast Bonn: Die Krise als Lehrmeister

Was macht Personalarbeit erfolgreich? Gibt es spezielle Verhaltensregeln für die Krise? Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger verriet vor Mitgliedern der manager-lounge, was seine eigene Karriere vorantrieb, gab Tipps für Aufsteiger und erklärte, warum er ein erbitterter Gegner des MBA-Kults ist. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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Globus

Umfrage: Klimaschutz - Jobkiller oder Konjunkturretter?

Der Klimagipfel in Kopenhagen war ein Flop. Aber wie steht es mit dem Klimaschutz in Deutschland? Vernichtet er Arbeitsplätze oder löst er eine neue Erfolgsstory aus? Die Mitglieder der manager-lounge, dem exklusiven Businessclub von manager magazin, haben überraschende Antworten. »weiterlesen

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Am-Ende-des-Tages

Neu: Amüsante Wirtschaftsglosse in der manager-lounge

Wagen auch Sie den etwas anderen Blick auf das Wirtschaftsgeschehen - mit „Am Ende des Tages“, der werktäglichen Wirtschaftsglosse die Sie ab jetzt auf der manager-lounge-Homepage finden. »weiterlesen

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Terminvorschau

local lounge Stuttgart: 21.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Chancen nutzen - Investieren in China
Referent: Helmut von Siedmogrodzki, SIEMENS AG, Vice President Industry Sector, Building Technologies Division

local lounge Köln: 25.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Ein Talk-Abend mit Alfred Biolek
Referent: Alfred Biolek, Jurist, Fernsehmoderator

local lounge Zürich: 26.01.2010, 18 Uhr

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Thema: Politisches Campaigning in der Schweiz
Referent: Dr. Urs Rellstab, Stv. Direktor, Leiter Kommunikation economiesuisse Zürich

local lounge Düsseldorf: 26.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Mehr geben als Geld?!-Warum Unternehmen stiften...
Referent: Thomas Ellerbeck, Mitglied der Geschäftsleitung Vodafone Deutschland und Vodafone AG, Vorsitzender des Beirats der Vodafone Stiftung Deutschland GmbH

local lounge Bielefeld: 26.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Jägermeister - vom Magenbitter zum Szenegetränk
Referent: Jack Blecker, Vorstandsmitglied der Mast-Jägermeister AG

local lounge Frankfurt: 27.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Ideen auf Knopfdruck: Entfalten Sie Ihr Potenzial
Referent: Peter Kürsteiner, Moderator

local lounge Nürnberg: 28.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Dank gutem Risikomanagement erfolgreich in der Krise
Referent: Dr. Werner Gleißner, Vorstand Future Value Group AG, Leiter der Risikoforschung der Marsh GmbH

local lounge München: 28.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Korruption in der Wirtschaftskrise
Referent: Sabine Stetter, Fachanwältin für Strafrecht und Steuerrecht

local lounge Berlin: 10.02.2010, 19 Uhr

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Thema: Dialogmarketing: Basis für erfolgreiche Kundenbindung
Referent: Dipl. Wirt. Ing. Monika Schneider, Vertriebsleiterin Deutsche Post AG, Dialogmarketing Center Berlin

local lounge Barcelona: 12.02.2010, 12 Uhr

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Referent: Juan María Nin,Chief Executive Officer of la Caixa

local lounge Hamburg: 17.02.2010, 19 Uhr

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Thema: Aktuelles zur Managerhaftung
Referent: Matthias W. Kroll, LL.M., Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht

local lounge Hannover: 18.02.2010, 19 Uhr

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Thema: Die nächste Stufe der Krise: Der Inflationsschock
Referent: Dr. Henrik Müller, stellvertretender Chefredakteur manager magazin

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business breakfast Bonn: Die Krise als Lehrmeister

Wenn Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom, in einer Gesprächsrunde das Wort ergreift, merkt man, dass er sich in zahlreichen Betriebsversammlungen die Lufthoheit verschaffen musste: Seine Stimme ist klar, seine Ansichten sind eindeutig, seine Botschaften zugespitzt. Der 60-Jährige, der seit über 33 Jahren im Personalmanagement tätig ist, blickte beim business breakfast mit Mitgliedern der manager-lounge zurück auf die Gründe für seinen beruflichen Erfolg.

Zu diesen Faktoren zählen für Sattelberger innere Überzeugungen. Zum Beispiel das Streben nach Fairness und Gerechtigkeit, das ihn nach eigenen Angaben umtreibt seit er in den 60er Jahren als Austauschschüler in den USA den Rassismus spürte. "Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen", sagt der gebürtige Schwabe. Gerecht sei, so Sattelberger, der in den 90er Jahren auch Mitinitiator des Business-Netzwerks manager-lounge war, wenn möglichst viele Menschen Zukunftsperspektiven für sich sehen.

„Menschen anderer sozialer Herkunft Türen zu öffnen“

Chancengleichheit nennt er als eines seiner wichtigsten Ziele. 61 Jugendliche aus Familien mit Hartz-IV-Hintergrund hat die Telekom 2009 erstmals mit einem speziellen Förderprogramm in die Ausbildung integriert. Nicht um das Bildungsbürgertum zu reproduzieren, sondern um für Menschen anderer sozialer Herkunft Türen zu öffnen, sagt Sattelberger.

Elitäre Wege der Nachwuchsbildung, wie sie viele Konzerne betreiben, hält er dagegen für falsch. Die Frage, ob jemand Topmanagerpotenzial habe, werde häufig viel zu früh gestellt, kritisiert er: "Wenn schon 28-Jährige auf ihre Vorstandseignung abgeklopft werden, dann werden viel zu viele von ihnen sehr früh aussortiert." Talente brauchten Zeit, um zu reifen, lautet Sattelbergers Credo. Eine Möglichkeit dazu: Das sogenannte Shadowing, also die Gelegenheit für möglichst viele junge Menschen, Führungskräfte bei deren Arbeit zu begleiten und dadurch zu lernen, was diese tun.
Die angelsächsische Art der Managementausbildung widerstrebe ihm, erst recht in der reduzierten Fassung, wie sie sich in Europa breitgemacht habe, sagt der Personalmanager, der sich selbst als erbitterten Gegner der angelsächsischen MBA-Ausbildung bezeichnet. MBA-Abschlüsse nach Schema F hätten die Vielfalt zerstört. "Führung kann man nicht im Klassenzimmer lernen, sondern nur in der harten Auseinandersetzung in der Unternehmenspraxis", redet sich Sattelberger in Fahrt - die Krise als Lehrmeister.

Ruf als harter Hund

Nach Stationen in den vier Dax-Konzernen Deutsche Telekom, Continental, Deutsche Lufthansa und Daimler weiß der Personaler, wovon er spricht. Als er vor zweieinhalb Jahren zur Telekom kam, entbrannte dort gerade der größte Streik der Unternehmensgeschichte. Die Belegschaft kämpfte gegen die Ausgliederung von 50.000 Mitarbeitern in Servicegesellschaften.
Seither hat der Konzern seinen Umbau beschleunigt und keinen Zweifel daran gelassen, dass weiter Arbeitsplätze abgebaut werden. In den vergangenen Jahren waren es rund 10.000 Stellen pro Jahr. Ein Kurs, den Sattelberger bewusst mitgestaltet hat, weil er ihn für alternativlos hält. Er hat aber zahlreiche Instrumente zum freiwilligen Abschied von Beschäftigten installiert, zum Beispiel Regelungen zur Abfindung von Mitarbeitern, zur Altersteilzeit und zum Vorruhestand.

Schon bei seinen früheren Berufsstationen hat sich der Wahlmünchener, der als sehr politischer Mensch gerne diskutiert, einen Ruf als harter Hund erworben, wenn er eine Maßnahme für richtig hält. In seiner Zeit als Personalvorstand bei Conti verlagerte er Tausende Arbeitsplätze in Billiglohnländer. In vielen deutschen Werken setzte er die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich durch. Im Gegenzug erhielten die Belegschaften Standortgarantien. "Ich habe peinlich darauf geachtet, dass diese Garantien auch eingehalten wurden", sagt Sattelberger, der im Mai 2007 zur Telekom wechselte und Conti damit lange vor der feindlichen Übernahmeofferte durch den Rivalen Schaeffler verließ.

In Krisensituationen Halt und Stützung bieten

Gelehrt hat ihn diese konsequente Haltung gegenüber Mitarbeitern eine andere Tragödie: Er war Mitglied des Bereichsvorstands der Lufthansa Passage, als am 11. September 2001 die Terrorflugzeuge die Türme des World Trade Centers in New York zum Einsturz brachten. In der sich anschließenden Talfahrt der Wirtschaft "musste ich zuerst mit meiner eigenen Orientierungslosigkeit fertigwerden", gesteht Sattelberger.
Seine wichtigste Erkenntnis daraus für die Personalarbeit: Den Beschäftigten gerade in Krisensituationen den eisernen Willen zu vermitteln, für sie einzustehen. "Was sagen Sie Leuten, von denen 30 Prozent zu viel an Bord sind und das wissen?", fragt der Personalmanager und liefert die Antwort gleich mit: "Sie müssen ihnen Halt und Stützung bieten und sagen, ich und meine Kollegen tun alles für euch und das Unternehmen". Die Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit der Führungskraft müssten in Schocksituationen, in denen zwangsläufig viele Fragen zu Mitarbeitern und Unternehmen offen seien, das strategische Vakuum ersetzen.

Was man wirklich im Leben bewirken möchte

Nachwuchsmanagern rät er, darauf zu achten, dass sie einen Chef wählen, von dem sie lernen können. Außerdem sollten sie die Auseinandersetzung suchen, denn nur im Ringen könnten sie feststellen, ob sie die innere Stärke für eine Führungsaufgabe haben. Und zu guter Letzt sollten sie sich die Frage stellen, wie sie am Ende ihrer Karriere dastehen, was sie erreicht haben wollen.
Als junger Personalentwickler bei Daimler, erzählt Sattelberger, habe er einmal genau diese Fragen gestellt und die Seminarteilnehmer gebeten, ihren eigenen Nachruf zu verfassen. Dafür sei er zwar vor den Personalchef zitiert worden, der ihm bedeutet habe, so gehe es bitte schön nicht. Doch im Grunde sei der selbst verfasste Nachruf sehr wichtig: "So wird man sich klar, was man wirklich im Leben bewirken möchte." Diese mentale Übung sei Jahre später gängige Praxis in Führungstrainings geworden.

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Umfrage: Klimaschutz - Jobkiller oder Konjunkturretter?

Um diese Fragen entspann sich eine lebhafte Debatte in der manager-lounge, dem exklusiven Businessclub des manager magazins. Zuvor hatte eine Studie von Deloitte für Aufsehen gesorgt, die die Unternehmensberatung exklusiv für manager magazin erstellt hatte. Demnach verursacht der Klimaschutz in den kommenden Jahren allein in der Bundesrepublik Kosten von 300 Milliarden Euro.

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Wir stellten an die Clubmitglieder, allesamt Führungskräfte und Profis auf ihrem Gebiet, daher die Frage: „Schaffen die staatlichen Klimapläne Jobs oder werden sie in Deutschland Arbeitsplätze vernichten?“

Für Holger Liedtke, Geschäftsführer der Hamburger Werbeagentur Krabiell & Liedtke, stehen die Nachteile im Vordergrund: „Arbeitsplätze, die in der Windkraft entstehen, sind höher subventioniert als die Arbeitsplätze im Bergbau und der Kohleindustrie, die für ihre Subventionen immer in der Kritik stehen.“ Diese Kosten trage der Steuerzahler, der außerdem die erneuerbaren Energien mit höheren Strompreisen stütze.

Vor allem energieintensive Industrien würden deshalb Standorte ins Ausland verlagern. Das koste viele Arbeitsplätze - ebenso wie die schwindende Kaufkraft: „Die etwa 40 Millionen Haushalte haben wegen der künstlich erhöhten Strompreise pro Jahr etwa 100 Euro weniger Haushaltsgeld zum Einkaufen. Das ist ein Arbeitsplatzkiller erster Güte.“

Helmut von Siedmogrodzki, bei Siemens Geschäftsführer und Spezialist für Gebäudetechnik, hält dem entgegen, das uns keine Wahl bleibt: „Die Ressourcen von natürlichen fossilen Energieträgern sind eindeutig limitiert“, schreibt er. “Wir verbrauchen sie nur noch“ - und müssen die verbleibenden Jahre nutzen, um uns auf die Zeit danach vorzubereiten.

Dass diese Vorbereitungen die Kosten treiben, steht für André Thieme außer Frage. Dennoch glaubt er nicht, dass der Begriff „Arbeitsplatzvernichter“ auf die neuen Energietechnologien zutrifft: „Im Gegenteil!“ Thieme ist Projektmanager bei der Unternehmensberatung Stratley in Köln, und erklärt, warum die Greentech-Entwicklung unabhängig von den Arbeitsmärkten betrachtet werden muss: „China holt am Weltmarkt ebenso auf wie Indien und der arabische Raum, unabhängig davon, ob es sich nun um grüne oder konventionelle Produkte handelt.“

Damit steht Deutschland so oder so unter Zugzwang. Solange hiesige Unternehmen aber ihre Technolgieführerschaft in diesem Bereich sichern - für Siemens-Mann von Siedmogrodzki das „Gebot der Stunde“ -, haben sie die Chance, westliche Kostenniveaus zu sichern. Das ist auch gut für die Arbeitsplätze im Land.

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Christian Voigt, Turnaround Manager bei einem deutschen Technikkonzern, will auch die Kritik an den Mehrkosten der erneuerbaren Energien nicht gelten lassen. Es sei nur so, dass bei den hergebrachten Energieträgern die Folgekosten ignoriert würden: „Gesundheitsschäden und Hochwasserschäden als Folgen des Klimawandels tragen alle, über höhere Steuern, Versicherungsprämien und Gesundheitsausgaben.“ Und er fragt: „Ist das nicht auch eine Subvention, nur eben eine indirekte?“ Hätten Kohlekraftwerke nicht ihre CO2-Zertifikate geschenkt bekommen und käme für die Entsorgung von Atommüll nicht die Allgemeinheit auf, dann hätte die Stromwirtschaft längst die Erzeugertechnik umgestellt: „Verantwortung? Produkthaftung? Fehlanzeige.“

Was die Arbeitsplätze angeht, weist er noch auf einen wenig beachteten Zusammenhang hin, den der Schweizer Marcel Hänggi in seinem Buch „Wir Schwätzer im Treibhaus“ deutlich herausgearbeitet hat. Es sei nämlich gerade der Siegeszug fossiler Energieträger seit der Industrialisierung gewesen, der viele Arbeitsplätze gekostet hat, weil die Arbeitsenergie, die ein Mensch leisten kann, soviel geringer ist, als die, die etwa aus Öl oder Kohle gewonnen wird.

„Ein einziger Liter Benzin zu 1,30 Euro ersetzt, je nach Berechnung, zehn bis 20 Stunden körperlicher Arbeit eines Menschen“, führt er aus. „Die fossile Kilowattstunde ist also viel billiger ist als die menschliche Kilowattstunde.“ Wer auf dieses Verhältnis einwirke, etwa in einer ökologischen Steuerreform, die sich schrittweise über 20 Jahre hinzieht, tue nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für die Beschäftigungssituation.

Voigt schließt: „Deshalb wird Klimaschutz mit sich verteuernder fossiler Energie zumindest langfristig wieder mehr Menschen Arbeitsplätze bringen.“

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Neu: Amüsante Wirtschaftsglosse in der manager-lounge

Verfolgen Sie die tägliche Kolumne auf unserer Homepage und nehmen somit an den unterhaltsamen Ausführungen über das Wirtschaftsgeschehen teil. 14 Autoren aus Print- und Onlineredaktion des manager magazins haben es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Tag den etwas anderen Blickwinkel auf die Wirtschaft zu werfen. Sie berichten amüsant, unterhaltsam und ironisch über das, was uns jeden Tag beschäftigt, stört oder gar nicht wahrgenommen wird und schaffen somit eine Berichterstattung, die auch Ihren Tag erheitern wird.

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