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manager-lounge Newsletter Januar 2011

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24. - 26. Februar:
Philosophisches Wochenende
12. - 15. Mai:
Ein Wochenende im Kloster
10. - 13. Juni:
Segeln auf der Ostsee
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Euro Scheine

Umfrage Euro-Krise: Wer soll das bezahlen …

Es knirscht im europäischen Wirtschaftsgebälk, sei es in Irland oder auch in Spanien. Nur Deutschland steht auf festem Fundament. Und weil es auch ein großes Land ist, stemmt es zum Beispiel ein gutes Drittel der Rettungskosten für Irland. Nur - wer genau soll da stemmen? Zumindest in der manager-lounge ist man sich einig. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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oasis

Diskussion Unternehmenskultur: Die Wüste lebt - ein kleines bisschen

In Deutschland gibt es im internationalen Vergleich zu wenig Unternehmer, zu wenig Menschen, die sich selbstständig machen. Auch Gründungskampagnen des Staats verpuffen regelmäßig. Doch nun keimt, mitten in der Gründerwüste Deutschland, ein ganz klein wenig Hoffnung. »weiterlesen

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Zwiegespräch Steuern: „Die Gewerbesteuer ist ein Anachronismus“

Das deutsche Steuersystem gilt als kompliziert. manager-magazin sprach mit dem Unternehmer Andreas Christiansen und dem Steuerexperten Klaus Düthorn, beide Mitglieder der manager-lounge, über Ausnahmen bei der Mehrwertsteuer, Kritik an der Erbschaftsteuer und die Steuererklärung auf dem Bierdeckel. »weiterlesen

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Terminvorschau

local lounge Hamburg: 18.01.2011, 19 Uhr

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Thema: Entfesseln Sie das Potenzial in Ihrem Unternehmen
Referenten: Anja Förster und Dr. Peter Kreuz, Bestseller-Autoren und Business-Querdenker

local lounge Berlin: 19.01.2011, 19 Uhr

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Thema: Der "Betrieb" Schule. Wo kommt nur der Frust her?
Referent: Werner Neitzel, Inhaber der Unternehmensberatung IMT/B

local lounge Frankfurt: 19.01.2011, 19 Uhr

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Thema: Führen mit innovativer Kompetenz
Referenten: Winfried D`Avis, Wissenschaftler und Buchautor / Heinz Wenz, Inhaber und CEO IEM Nova

local lounge Stuttgart: 20.01.2011, 19 Uhr

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Thema: Logistik: Gestaltungsmöglichkeiten entlang der Lieferkette
Referent: Rimbert J. Kelber, Geschäftsbereichsleiter ppa. Kaufland Warenhandel GmbH & Co KG

local lounge Köln: 25.01.2011, 19 Uhr

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Thema: Bye Management! - Warum Management verzichtbar ist
Referent: Niels Pfläging, Autor und BetaCodex Network Associate

local lounge Hamburg: 25.01.2011, 19.30 Uhr

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Konzert: Sopran A. Dasch, Klavier U. Naudé

local lounge Bielefeld: 26.01.2011, 19 Uhr

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Thema: Bye Management - Warum Management verzichtbar ist
Referent: Niels Pfläging, Autor und BetaCodex Network Associate

local lounge Düsseldorf: 27.01.2011, 18 Uhr

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Thema: „KUNST MEETS manager-lounge“ - Ein Abend mit Ralf Witthaus
Referent: Ralf Witthaus, Rasenkünstler

local lounge München: 01.02.2011, 19 Uhr

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Thema: Entfesseln Sie das Potenzial in Ihrem Unternehmen
Referenten: Anja Förster und Dr. Peter Kreuz, Bestseller-Autoren und Business-Querdenker

local lounge Hannover und Bielefeld: 01.02.2011, 19 Uhr

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Thema: Krankenversicherung im Krankenbett? Gesundheitsvorsorge der Zukunft
Referent: Ingo Kailuweit, Vorsitzender des Vorstands der KKH-Allianz

Hamburg, 02. - 03. Februar 2011

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Einladung zur Messe Wirtschaftstreff b2d
Stand manager-lounge S10

Zu weiteren Veranstaltungen

manager-lounge: Personelle Veränderungen

Das Hamburger Team der manager-lounge wird mit einigen Veränderungen in das neue Jahr starten. Marie Blöcker wird nach über dreijähriger Mitarbeit die manager-lounge Ende Januar 2011 verlassen und sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Wir danken Marie Blöcker für ihr außerordentliches Engagement, bedauern Ihren Entschluss, sich beruflich und räumlich zu verändern und wünschen Ihr für die Zukunft alles Gute.

Ihre Nachfolge übernimmt Katrin Helmstedt, die ab dem 17. Januar die Bereiche interne und externe Kommunikation verantworten und als Community-Managerin weiter ausbauen wird. Frau Helmstedt arbeitete in den vergangenen zehn Jahren bei AOL, zuletzt in der Position der „Channel Managerin Homepage“. Mit ihrer umfangreichen Erfahrung im Online-Business und im Verlagswesen wird sie wesentlich zum weiteren Ausbau der manager-lounge beitragen können.

Zusätzlich verstärkt wird die manager-lounge durch Katrin Meyer. Die gelernte Medienkauffrau wird Teamassistentin und steht Ihnen als Ansprechpartnerin ab sofort zur Verfügung.

Weiter im Team sind Clubmanagerin Katja Zieroth, die Ende vergangenen Jahres geheiratet hat und jetzt Stieghorst heißt sowie Arne Gottschalck als Online-Redakteur.

Marie Blöcker

Marie Blöcker

Katrin Helmstedt

Katrin Helmstedt

Katrin Meyer

Katrin Meyer

Katja Stieghorst

Katja Stieghorst

Arne Gottschalck

Arne Gottschalck

München: Neuer local lounge-Präsident Axel Reinsch

Einen Wandel zum Jahresanfang gibt es auch in München zu verzeichnen: local lounge-Präsident Kai Michael Czeschlik, Managing Director Marketing&Sales der FONIC Gmbh (Telefónica O2 Germany GmbH & Co. OHG), wird aus zeitlichen Gründen sein Amt leider niederlegen müssen. Wir danken Herrn Czeschlik für die sehr vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten Jahre und für sein Engagement in der manager-lounge. Als aktives Mitglied wird er der local lounge München auch in Zukunft erhalten bleiben.

Ab Februar 2011 wird Axel Reinsch, Gesellschafter und Prokurist der BeOne München GmbH, das lokale Gesicht der Münchner lounge werden. Wir freuen uns, mit Herrn Reinsch einen geeigneten Nachfolger gewonnen zu haben, der als Wahl-Münchener seit 20 Jahren dort lebt. Am 1. Februar 2011 wird die offizielle Übergabe in der Sky Lounge stattfinden - schon jetzt begrüßen wir Herrn Reinsch sehr herzlich in seinem neuen Amt und freuen uns auf die kommende Zusammenarbeit. Michaela Baumann wird als Vizepräsidentin den Standort München weiterhin aktiv mitgestalten und als Ansprechpartnerin vor Ort für Sie zur Verfügung stehen.

Umfrage Euro-Krise: Wer soll das bezahlen …

Beim Bund der Steuerzahler dürfte sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht gerade beliebt gemacht haben. Immerhin hatten die Wissenschaftler die Wiederauflage der Vermögensteuer gefordert. Kein Wunder, das deutsche Staatsdefizit türmt sich immer weiter auf. Und die jüngsten Rettungsaktionen wie jene für Irland haben die haushalterische Situation zumindest potentiell weiter verschärft. Für das DIW zumindest ist offenbar bereits jetzt klar, wer am Ende für die Kosten der Krise aufkommen soll - der Bürger. Doch die Rechnung ist längst nicht so einfach.

Denn der Bürger ist auch der jüngste Hoffnungsträger der Konjunkturauguren. Mit nur etwas über 3 Millionen Arbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit so gering wie zuletzt 1992. Das beruhigt auch die Konsumenten und lässt sie ihre Brieftaschen öffnen. „Die mageren Jahre sind vorbei“, schlussfolgert Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank. „Wir kommen zurück zum Normalfall. Und der ist, dass auch in Deutschland der private Verbrauch ordentlich wächst.“ Und genau diese positive Entwicklung im Keim ersticken, mit einer Abgabenerhöhung für den Bürger? Immerhin trägt der bereits erheblich zur Finanzierung des Gemeinwesens bei. 2009 flossen dem Staat 177 Milliarden Euro aus der Lohnsteuer zu, doch nur 7,2 Milliarden aus der Körperschaftsteuer. Wie wäre es stattdessen mit einer Erhöhung jener Körperschaftssteuer, der Einkommensteuer für Unternehmen? Für deutsche Politiker ein undankbares Thema - schließlich setzen sie sich damit der geballten Feuerkraft der Unternehmensverbände in Deutschland aus.

Kampf ums Geld

Beispiel Luftverkehrssteuer. Die wurde 2010 beschlossen - und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) griff zu den Waffen. „Sie verteuert den Wirtschaftsstandort Deutschland und schwächt die Wettbewerbsposition der deutschen Luftverkehrsbranche. Dabei war die Koalition angetreten, den Luftverkehrsstandort Deutschland zu stärken. Gerade durch den nationalen Alleingang drohen massive Wettbewerbsverzerrungen - international wie national“, warnte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Dabei dürfte das Aufkommen dieser Abgabe deutlich geringer sein als das einer flächendeckenden Erhöhung der Körperschaftsteuer. Deutschlands Politiker tadeln bei diesem Thema aber lieber öffentlichkeitswirksam das Ausland. Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon zum Beispiel rief Irland dazu auf, die dortige Unternehmenssteuer von 12 Prozent, in Deutschland ist es mehr als das Doppelte, anzuheben. „Mindestens 20 Prozent sollten es schon sein“, sagte der CSU-Politiker. An der aktuellen Haushaltslage Deutschlands ändert die Forderung aber nichts. Und auch nichts an den möglichen Belastungen, die die Bürgschaften für wirtschaftlich sieche Länder wie Irland oder Griechenland mit sich bringen könnten.

In der öffentlichen Diskussion wie zum Beispiel in der manager-lounge kommen solche Entwicklungen denkbar schlecht an. „Der Privatmann sollte aktuell aus meiner Sicht unbelastet bleiben, solange die Binnennachfrage und Einkommensverhältnisse sich nicht signifikant verbessern. Im Vergleich der westlichen Länder hat Deutschland beim pro Kopf Einkommen einiges gut zu machen“, sagt zum Beispiel Michael Lorenz von der Hypostar. Und manager-lounge-Mitglied Thomas Maetzel von Aurel Vest zürnt: „Es ist skandalös, wie unsere Politiker uns die Lasten der seit Jahren über ihre Verhältnisse lebenden EU-Länder aufhalsen wollen, zudem noch mit Killerphrasen wie 'ansonsten sei der Frieden in Europa bedroht'. Dabei sind wir selbst als Staat schon längst auch im Zustand der Insolvenzverschleppung. Am Ende werden wir Bürger und unsere Unternehmen geplündert - beides ist nicht zu akzeptieren.“

Der Staat als Schlamper

Es bleibt also bei der Frage, wer die Kosten schultern soll. Eine exklusive Umfrage unter Mitgliedern der manager-lounge ergab, dass die Mehrheit - immer 67 Prozent - dafür ist, sowohl Unternehmen als auch Bürger zu belasten. 32 Prozent sehen allein die Unternehmen in der Pflicht. Und nur 1 Prozent der Befragten wollen die Kosten der Krise vom Bürger getragen wissen. Die Stimmung ist also klar. Doch dass sie sich auch in der politischen Wirklichkeit niederschlägt, dürfte unwahrscheinlich sein. Warum? Das wusste schon der Philosoph Bertrand Russell: „Die Wissenschaftler bemühen sich, das Unmögliche möglich zu machen. Die Politiker bemühen sich oft, das Mögliche unmöglich zu machen.“

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Diskussion Unternehmenskultur: Die Wüste lebt - ein kleines bisschen

Zahlen sind erbarmungslos. Sie beschönigen nichts - Fälschungen einmal außen vor gelassen. Und da weder das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung noch die Leibnitz Universität Hannover im Ruf steht, unseriös zu sein, bleibt es bei der unpopulären Aussage: Deutschland ist Entwicklungsland in Sachen Unternehmertum. Zu diesem Ergebnis kommen beide Institute in ihrer gemeinsamen Studie „Global Entrepreneurship Monitor“ (GEM) einmal mehr. Besonders im internationalen Vergleich sieht es düster aus. Denn Deutschland liebt auf Rang 15 von 20 vergleichbaren Ländern, betrachtet man die Gründungsaktivitäten der Deutschen, wie es sich im GEM liest. Dafür wurde der Anteil der 18- bis 64 Jährigen untersucht, die Mitte 2009 versuchten, ein Unternehmen zu gründen oder das in den vergangenen dreieinhalb Jahren taten. Ihre Quote liegt bei 4,1 Prozent. Das ist deutlich weniger als in der Schweiz oder auch in Großbritannien. In den Vereinigten Arabischen Emiraten liegt diese Quote sogar über 10 Prozent.

Die „German Angst“

Offenbar vor allem, weil viele Angst vor dem Scheitern haben. Nur für 57 Prozent der befragten Deutschen war das kein Grund, von einer Gründung abzusehen, schreiben die Wissenschaftler. Anders gefasst: Für fast die Hälfte der befragten Deutschen war das ein Grund, von der Selbstständigkeit die Finger zu lassen.

Für den Einzelfall ist dieser Befund kein Problem. „Gott sei Dank gibt es auch unselbstständig Erwerbstätige, nicht jedem ist es in die Wiege gelegt“, schreibt Roland Grün, Mitglied der manager-lounge und Marketingleiter von VisoCon. Doch die Einzelfälle, sie summieren sich. Zu mehr als nur einem bloßen statistischen Effekt. Vielmehr haben sie tiefgreifende Folgen für das Wirtschaftsgefüge Deutschlands.

Fehlende Vorbilder

Tatsächlich scheinen erfolgreiche Vorbilder zu helfen, die Scheu vor dem Unternehmertum abzubauen. Denn der Rückstand in Sachen Gründungaktivität auf zum Beispiel die USA oder Großbritannien ist „erheblich“, so die Studie. Und er könnte „als Reflex auf entsprechende - eher positive - Erfahrungen mit eigenen Gründungsaktivitäten in den genannten Ländern gedeutet werden. Vorbilder, wie sie in den USA offenbar öfter aufzufinden sind. Paradoxerweise ist dort der Einfluss des Staates deutlich geringer als in Deutschland. So werden Förderprogramme von den lokalen Befragten weitaus schwächer bewertet als in Deutschland. Dafür verzeichnen die Forscher dort komparative Stärken für Amerika, wie sie komparative Schwächen für Deutschland ausmachen - bei den gesellschaftlichen Normen und Werten, wie zum Beispiel der Betrachtung des Unternehmerstatus als erstrebenswerte berufliche Tätigkeit. Es mag auch etwas mit dem Ruf, dem Bild des Unternehmers zu tun haben, dass in Deutschland schon immer schlechter war als anderswo.

Umso wichtiger, dass es positiv aufgeladen wird. „Fest steht, dass nur Unternehmertum, das ökonomische, ökologische und soziale Interessen in allen Bereichen der Wertschöpfungskette gleichermaßen berücksichtigt, dauerhaft erfolgreich ist“, skizziert zum Beispiel Wolfgang Griepentrog, Inhaber von WordsValues und Mitglied der manager-lounge, so ein Bild. „Viele große Unternehmen beziehungsweise Executives großer Unternehmen tun sich bisweilen schwer mit der Umsetzung von Corporate Responsibility, der unternehmerischen Verantwortung.“

Immerhin, etwas Hoffnung gibt es offenbar. Denn die Forscher verzeichnen zarte Verbesserungen. So hätten die 18- bis 64-Jährigen ihre Gründungsfähigkeiten als auch ihre Gründungschancen Ende 2009 deutlich besser als im Jahr 2002. Und daraus schlussfolgern die Experten, dass die Angst vor dem Scheitern stetig sinkt. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts deuten in die gleiche Richtung. So haben sich 2009 mehr Deutsche selbständig gemacht als im Jahr zuvor. 153.700 Unternehmen wurden in dem Jahr gegründet, immerhin 3 Prozent mehr als 2008. Über die Gründe indes schweigen sich die Statistiker aus. Aber immerhin - in diesem Fall sehen die Zahlen nicht mehr ganz so erbarmungslos aus.

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Zwiegespräch Steuern: „Die Gewerbesteuer ist ein Anachronismus“

Mehr als die Hälfte der weltweiten Literatur über Steuerrecht sollen in deutscher Sprache verfasst sein. Die Politik verspricht regelmäßig Abhilfe, doch meist wird es dann nur noch schlimmer. Im Zwiegespräch der manager-lounge diskutieren der Unternehmer Andreas Christiansen, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens HCCO, und der Steuerberater Klaus Düthorn, Inhaber einer gleichnamigen Steuerkanzlei, über die neusten Pläne der Politik.

ml: Die Politik hat Steuererleichterungen in Höhe von 500 Millionen Euro angekündigt. Arbeitnehmer sollen ihre Steuererklärung bald auch im Zwei-Jahres-Rhythmus abgeben können. Das hört sich zunächst gut an, doch der ganz große Wurf ist es nicht, oder?

Düthorn: Eines vorweg: Das Steuerrecht wird erst kompliziert, wenn der Steuerpflichtige nach Abzugsmöglichkeiten sucht, um seine Steuerlast zu minimieren. Oft versteht der Steuerpflichtige unter einer Steuervereinfachung eine Steuersenkung. Solange die Politik jedoch versucht, es jedem durch zahlreiche Abzugsmöglichkeiten Recht zu machen, bleibt der Steuerpflichtige verunsichert.

Christiansen: Ich sehe das Programm als einen großen Fortschritt in Richtung Bürokratieabbau. Zudem wird jedem Steuerbürger mindestens ein freies Wochenende, das er sonst mit der Steuererklärung verbringt, geschenkt.

Düthorn: Die Zweijahreserklärung ist keine Steuervereinfachung. In der Regel erwarten die Steuerpflichtigen durch die Abgabe der Erklärung eine Rückerstattung - der Steuerpflichtige will keine zwei Jahre auf sein Geld warten. Und der notwendige Programmier- und Organisationsaufwand wird den Nutzen auf jeden Fall übertreffen.

Weg mit den Ausnahmen

ml: Schauen wir auf den viel diskutierten Spezialfall Mehrwertsteuer - wann fallen endlich die vielen kuriosen Ausnahmen?

Christiansen: Diese sollten sofort fallen und der Satz sollte vereinheitlicht werden, aber wieder einmal verliert die Politik hier den Machtkampf mit den Lobbyisten.

Düthorn: Das Umsatzsteuergesetz ist eines der kompliziertesten Steuergesetze Deutschlands. In diesem Bereich wird bei Betriebsprüfungen das größte Mehrergebnis für den deutschen Fiskus erwirtschaftet. Wichtig ist das Reverse-Charge-Verfahren, mit dem krimineller Umsatzsteuermissbrauch verhindert werden soll. Dem Leistungsempfänger soll auferlegt werden, dass er die zu schuldende Umsatzsteuer auch an das Finanzamt abführt. Ob das Erfolg hat, bleibt abzuwarten.

ml: Viele Unternehmer kritisieren die Regelungen der Erbschaftsteuer. Sehen auch Sie hier Reformbedarf?

Christiansen: Ja, denn das Betriebsvermögen ist ein volkswirtschaftlicher Kapitalstock und gehört von der Erbschaftsteuer ausgenommen.

Düthorn: Die Erbschaftsteuerreform stand von Anfang an auf wackeligen Beinen. Dem Unternehmer wird die Übergabe an die nächste Generation erschwert. Neben den Folgen der Wirtschaftskrise ist die Erbschaftsteuerreform der Hauptgrund, warum viele Unternehmensübergaben verschoben beziehungsweise ganz aufgegeben wurden.

Der Bierdeckel-Traum

ml: In der Kritik steht auch die Gewerbesteuer - ist diese wegen ihrer starken Konjunkturabhängigkeit überhaupt noch zeitgemäß?

Düthorn: Die Gewerbesteuer ist faktisch durch die Anrechnungen auf die Einkommensteuer (natürliche Personen) aufgehoben. Sie stellt nur noch eine Steuerbelastung bei juristischen Personen dar. Bei dieser Steuer ist es nicht die Frage, ob sie noch zeitgemäß ist, sondern es geht darum, dass Städte und Gemeinden abhängig von dieser Einnahmequelle sind - solange es keine anderweitige Verteilung der Ertragsteuern gibt.

Christiansen: Die Gewerbesteuer ist ein Anachronismus. Die Steuergrundlage der Gemeinden muss sich orientieren an der Infrastrukturbelastung, welche die Betriebe verursachen, etwa an der Anzahl der Mitarbeiter oder am Stromverbrauch.

ml: Deutschland hat wohl das komplizierteste Steuersystem der Welt. Erleben wir den großen Durchbruch bei der Steuervereinfachung noch oder wird es diesen hierzulande nie geben?

Düthorn: Die vollmundigen Versprechungen der Politik zur Steuervereinfachung verdienen kein Lob. So ist zum Beispiel die Anhebung der Werbungskostenpauschale von 920 Euro auf 1000 Euro keine Vereinfachung. Es entfällt hier zumeist nur der Anreiz zur Geltendmachung von Einzelbelegen.

Christiansen: Ich glaube auch nicht mehr an eine große Steuervereinfachung. Die oft zitierte Steuererklärung auf dem Bierdeckel ist nur ein Traum.

Düthorn: Ja, diese Idee ist unrealistisch, denn jährlich werden die Formularvordrucke noch erweitert. Ausnahmetatbestände und Übergangsregelungen erfordern immer mehr Angaben des Steuerpflichtigen. Günstigerprüfungen und Einzelfallbetrachtungen durch die Finanzbehörde erschweren zudem eine Reduzierung. Die Einsprüche gegen Steuerbescheide werden zunehmen und die Fehlerquote bei der Finanzbehörde wird parallel dazu steigen.

ml: Die Politik hat ihre Versprechungen also nicht gehalten?

Düthorn: Meines Erachtens war es grundsätzlich falsch, im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP Steuersenkungen und -vereinfachungen anzukündigen. Denn bereits damals war bekannt, dass die öffentlichen Haushalte nicht auf Steuereinnahmen im großen Umfang verzichten können.

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