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manager-lounge Newsletter Januar 2012

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c_wulff

Gegensätze ziehen sich an?

Moral scheint ein sterbender Begriff zu sein, wenn man die Exzesse beispielsweise der Banken betrachtet. Doch das wäre ein Trugschluss, wie die Reaktionen auf die Wulff-Affäre zeigen. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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Riesenbeck_Hajo

"Zu viel zu versprechen, ist ein Problem"

Marken verbreiten Glanz, künden von Renommee. Doch was so schillernd klingt, ist das Ergebnis harter Arbeit. Ein Interview mit dem Markenexperten Hajo Riesenbeck. »weiterlesen

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LoewMarco

"Intelligente Menschen lügen besser"

An der Mimik seinen Gegenüber der Lüge überführen, Marco Löw kann das. Und hilft deutschen Unternehmen damit, sich gegen Mitarbeiterkriminalität, Industriespionage oder Bewerbungsbetrug zu wappnen. »weiterlesen

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Terminvorschau

business breakfast Frankfurt, 17.01.2012, 9.30 Uhr

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Thema: Energien der Zukunft
Referentin: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit
an der Hertie School of Governance Berlin, Mitglied im „Club of Rome“

local lounge Düsseldorf, 17.01.2012, 15.30 Uhr

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Thema: Update Kapitalmarktrecht – Praxisseminar 2012
Referenten: Bernhard Orlik (HCE), Dr. Christian Dohm (SATELL),
Nico Baader (Baader Bank)

local lounge Hannover, 18.01.2012, 18 Uhr

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Thema: Exklusive Kuratorenführung im Landesmuseum Hannover – Ausstellung Marco Polo
Referent: Kurator des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover

local lounge Hamburg, 18.01.2012, 19 Uhr

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Thema: Wölfe als Personaltrainer für Human-Leadership
Referenten: Rainer K. Lessing, Gründer und Inhaber von Heart Leadership International
Institut für Strategische Führung, & Norbert Kammann, Strategieberater
und Executive Coach Heart Leadership International, Geschäftsführer von
Gesundheitsprojekte Gesellschaft mbH

local lounge München, 18.01.2012, 19 Uhr

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Thema: Führen im 21. Jahrhundert - wie Sie Ihre Mitarbeiter nachhaltig zur
Wertschöpfung führen
Referent: Prof. Günter H. Schust, Mitglied des wissenschaftlichen SCOPARBeratergremiums

local lounge Berlin, 18.01.2012, 19 Uhr

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Thema: Afrika – die Wachstumschance
Referenten: Christian Römlein, Präsident des Fördervereins
„African Business Academy for Entrepreneurship“ (A.B.A.F.E.) und
CEO bubbles & beyond GmbH, sowie Dr. Tanja Sieber, Koordinator A.B.A.F.E.
Deutschland und Inhaberin VINNOP GmbH

local lounge Berlin, 19.01.2012, 15.30 Uhr

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Thema: Update Kapitalmarktrecht – Praxisseminar 2012
Referenten: Bernhard Orlik (HCE), Dr. Christian Dohm (SATELL),
Nico Baader (Baader Bank)

local lounge Stuttgart, 19.01.2012, 19 Uhr

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Thema: Nur gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähig - die H2B-Strategie
Referent: Jürgen T. Knauf (Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing.), Managing Director,
Head of Management & Strategy-Consulting bei SCOPAR

local lounge Barcelona, 20.01.2012, 12 Uhr

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Referent: Sebastian Nerz, Vorstand der deutschen Piratenpartei

local lounge Frankfurt, 24.01.2012, 15.30 Uhr

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Thema: Update Kapitalmarktrecht – Praxisseminar 2012
Referenten: Bernhard Orlik (HCE), Dr. Christian Dohm (SATELL),
Nico Baader (Baader Bank)

local lounge Hamburg, 25.01.2012, 15.30 Uhr

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Thema: Update Kapitalmarktrecht – Praxisseminar 2012
Referenten: Bernhard Orlik (HCE), Dr. Christian Dohm (SATELL),
Nico Baader (Baader Bank)

local lounge Wien, 25.01.2012, 18 Uhr

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Termin: Vielfalt bringt Gewinn - Erfolgsfaktor Diversität
Referenten: Margit Kreuzhuber, u. a. Migration, Integration, Ausländerbeschäftigung der
Wirtschaftskammer Österreich, & Constantin Wollenhaupt, Experte für Marketing,
Kommunikation und Vertrieb

local lounge Düsseldorf, 26.01.2012, 19 Uhr

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Thema: Strategieentwicklung und –implementierung: Erfolgsrezepte!
Referent: Dr. Uwe Boltersdorf, Leiter Corporate Development LANXESS AG

local lounge Köln, 26.01.2012, 19 Uhr

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Thema: Ungeahnte Gesprächserfolge durch forensische Befragungstaktik
Referent: Marco Löw, Geschäftsführer und Inhaber Löw & Partner, BWA-Senator

local lounge Köln, 02.02.2012, 19 Uhr

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Thema: Führungsstark im Wandel – wie Sie schwierige Veränderungen
erfolgreich umsetzen
Referent: Alexander Groth, Bestsellerautor, Leiter Mastermodul Leadership
Universität Stuttgart, Lehrbeauftragter BWL-Fakultät Universität Mannheim

business breakfast Düsseldorf, 09.02.2012, 9.30 Uhr

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Thema: Unternehmenswerte durch starke Marken steigern
Referent: Hajo Riesenbeck, Managing Director Riesenbeck-IC GmbH,
internationale Beratungstätigkeit sowie Ex-Direktor McKinsey,
Mitglied Kuratoriums Welthungerhilfe und Honorarkonsul der Republik Österreich für NRW

local lounge Hannover, 09.02.2012, 19 Uhr

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Thema: Führen in Extremsituationen – Management jenseits der Zertifizierung
Referent: Olaf Hinz, Top-Management-Berater und ehemaliger Büroleiter von Peer Steinbrück

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Gegensätze ziehen sich an?

Hamburg - Alt ist der Begriff, so alt wie die Menschheit. Kirchenphilosoph Augustinus dachte über ihn nach, Immanuel Kant meißelte seine Vorstellungen von Moral in die Stelen der Geisteswissenschaft. Und doch ist Moral ein ewig aktueller Begriff. Christian Wulff zum Beispiel mag gegen kein Gesetz verstoßen haben - doch moralisch dürfte das Verhalten des Bundespräsidenten fragwürdig sein. Kein Einzelfall, auch in der Wirtschaft kommt es immer wieder vor, dass gegen Moral verstoßen wird. Manchmal unter Verletzung des Strafrechts, manchmal nur als Verstoß gegen das, was allgemein als Anstand betrachtet wird. Zurück bleibt zumeist ein Scherbenhaufen.

Die Kunden von Bernard Madoff, dem wegen Betrugs verurteilten Vermögensverwalter, fragen sich noch immer nach dem "Warum". Spätestens seit Grünenpolitiker Cem Özdemir dienstliche Bonus-Flugmeilen privat verwendet hat, betrachten die Bürger Politiker skeptisch. Und in der UBS dürfte man sich noch immer fragen, wie Händler Kweku Adoboli riskante Positionen aufbauen konnte, die er eigentlich gar nicht hätte aufbauen dürfen, und seinem Arbeitgeber so Milliardenverluste bescherte. Ist das jeweils nur das Aufbegehren empfindsamer Seelen? Weit gefehlt - immer lauter wird der Ruf nach dem Gesetzgeber als ultimativer Wächter des Anstands. Zum Beispiel mit Blick auf die Banken. Die meisten Menschen empfinden es als empörend, dass mit den Banken eine Branche permanent mit Steuergeldern gestützt wird, die die Welt mit in die Krise gesteuert hat. Der Ruf nach dem Gesetzgeber, zum Beispiel zur Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer, ist aus ihrer Sicht daher nur konsequent. Zumal dieser Weg ein klassisches Dilemma der Moral beseitigt.

Halten sich nur einige Unternehmenslenker an solch ungeschriebene Regeln und andere nicht, könnte moralisches Verhalten zum Wettbewerbsnachteil werden. "Die starke Betonung von Regeln, die für alle Konkurrenten gleichermaßen verbindlich sind, hat ihren Grund darin, dass es darauf ankommt, moralische Leistungen mindestens wettbewerbsneutral, das heißt, nicht zu einem Nachteil im Wettbewerb, werden zu lassen", schreiben Ingo Pies und Alexandra von Winning von der Konrad-Adenauer-Stiftung. "Nur so kann moralisches Verhalten Einzelner vor der Ausbeutung durch Konkurrenten geschützt werden." Freilich, besser wäre es, würde jeder Einzelne jene ungeschriebenen Regeln berücksichtigen, die sich hinter dem etwas sperrigen Begriff der Moral verbergen. Florian Wettstein und Thomas Beschorner, beide Professoren am Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, nennen diese Einstellung in einem Beitrag "Integrität". Und postulieren, dass der eindimensional auf Effizienz getrimmte Technokrat an der Spitze der Unternehmung als Ideal der Vergangenheit angehöre.

Auch in der Praxis mehren sich die Stimmen, die zu einer Rückbesinnung auf Werte plädieren. "Wäre Herr Wulff bei einer meiner vorherigen Arbeitgebern beschäftigt gewesen, so hätte sein Verhalten wegen Verletzung des 'code of conducts' eine sofortige fristlose Kündigung nach sich gezogen. Und was für Manager eines Unternehmens gilt, muss doch wohl für den ersten Repräsentanten des Staates erst recht gelten", sagt zum Beispiel Albert Klein, Geschäftsführer der Firma Insight Out und Mitglied der manager-lounge. Code of conduct ist ein Verhaltenskodex im Geschäftsleben - ohne Gesetzes-, wohl aber mit Symbolkraft. Und um Symbole geht es.

Denn es hat Folgen, wenn sich Führungskräfte nicht an Regeln halten, geschriebene wie ungeschriebene. "Wie soll ein Nichtmanager, soll der 'gewöhnliche Bürger', der Mann oder die Frau auf der Straße überhaupt noch überzeugt bleiben können, sich an ethische Grundregeln zu halten, wenn diejenigen, die kraft ihrer Profession - wie zum Beispiel Pädagogen oder Priester (Stichwort Odenwald-Schule, Stichwort Missbrauch) - oder kraft ihres Amtes - wie der Bundespräsident -Vorbildfunktion haben, an diesem Punkt sichtlich versagen", fragt der Professor und Managementtrainer Günter Koch. Immerhin, es gibt Entwicklungen, die hoffen lassen.

"Das Thema Ethik hat nach der von Gier ausgelösten Wirtschaftskrise eine Renaissance erlebt", stellt die Deutsche Bildung fest, die Studenten finanziell fördert. "Auch bei Studierenden wurde das Interesse für Ethik und Nachhaltigkeit geweckt. Sie bilden Initiativen und fordern neue Veranstaltungen für ihre Stundenpläne." Und Unternehmen, wie die Beratungsgesellschaft Accenture, stellt Berater, die freiwillig in Drittweltländern helfen wollen, bis zu neun Monate von der Arbeit frei.

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"Zu viel zu versprechen, ist ein Problem"

mm: Alle sprechen von Marken, es gibt sogar ein Gesetz, das sie schützt - aber was ist eigentlich eine Marke?

Riesenbeck: Eine Marke ist ein Name oder ein Symbol, das allein durch die Nennung alle Inhalte über das Produkt oder das Angebot kommuniziert und bei einer Gruppe von Personen, der Zielgruppe, eine Begehrlichkeit erzeugt, unabhängig davon, ob sie sich dies finanziell leisten können oder wollen. Für die Wahl einer Marke muss man sich nie verteidigen, nie erklären. Gut zu erkennen ist das bei Apple, Mercedes, Luis Vuitton, aber auch Dornbracht, Intel oder Schüco.

mm: Wie kann so eine Marke aufgebaut und gestärkt werden - und wie lange dauert der Prozess?

Riesenbeck: Der Aufbau kann nur durch systematische Arbeit und Investition in Kommunikation gelingen, manchmal gelingt er schnell, wie im Fall Zalando, manchmal dauert es lange Jahre, siehe Audi. Das hängt von den Innovationszyklen der Branche, dem Kaufrhythmus und den Kommunikationsaufwendungen ab.

mm: Ist der Prozess für einen Großkonzern einfacher als für einen Mittelständler?

Riesenbeck: Aufbau und Pflege von Marken sind unabhängig von der Unternehmensgröße. Größe ist sogar eher ein Nachteil, da kleine Firmen in der Regel eher die Haupterfolgsfaktoren sicherstellen können.

Wo ist das Wertversprechen?

mm: Worauf muss der Mittelständler beim Prozess des "Marke-machens" achten?

Riesenbeck: Für Mittelständler ist es sehr wichtig, festzustellen, ob mit dem vorliegenden Produkt oder Angebot ein starkes wettbewerbsfähiges Wertversprechen verbunden werden kann und ausreichend Mittel für Kommunikation zur Verfügung stehen sowie die Geduld vorhanden ist, ohne große Änderungen die Marke wachsen zu lassen. Wer den schnellen Erfolg und Massenverkäufe sucht, sollte die Finger vom Aufbau einer Marke lassen.

mm: Wenn man auf die Entwicklung eines Unternehmens schaut - in welchem Stadium sollte die Marke eine Rolle spielen? So früh wie möglich? Und ist das allen Unternehmern bekannt?

Riesenbeck: Die Marke sollte von Anfang an eine Rolle spielen. Wer sich erst einmal auf das Push-Geschäft, also hohen Verkaufsdruck gegebenenfalls über Rabatte und so weiter, eingelassen hat, dem wird es schwerfallen, sich auf das Markengeschäft umzustellen. Es erfordert jeweils andere Mentalitäten und andere Schwerpunkte im Geschäftssystem. Nehmen Sie Puma vs. Asics - Puma legt das Gewicht auf Produktentwicklung, Design und Marketing, Asics auf Sourcing, Produktion und Verkauf. Es gibt nur wenige Unternehmen, die erfolgreich beides unter einem Dach vereinigen.

mm: Können Sie einen klassischen Fehler bei der Markenbildung nennen? Und kennen Sie ein Beispiel?

Riesenbeck: Kardinalfehler beim Markenaufbau und der -pflege liegen in fehlender Konsistenz oder zu vielen Änderungen der Positionierung und der Kommunikation. Beispiele sind König Pilsener vs. Krombacher, Europcar vs. Sixt, Atrix vs. Nivea, Jaguar vs. Audi. Ein weiterer Fehler liegt in fehlender Preisdisziplin oder fehlender Kontrolle des Absatzkanals, die zum Preisverfall und damit zur Reduzierung der Wertanmutung führt. Beispiele dafür sind Pierre Cardin, Tempo-Taschentücher oder Apollinaris.

mm: Kann eine Marke auch ein falsches Versprechen sein?

Riesenbeck: Eine Marke verspricht grundsätzlich Risikoreduktion (Sicherheit der richtigen Wahl, Kontinuität, Vertrauen), emotionale Vorteile (bessere Selbstdarstellung, Identifikation mit einer favorisierten Gruppe oder Selbstverwöhnung/sich etwas Gutes tun) und Informationseffizienz (Wiedererkennung durch Konsistenz, Orientierung, Interpretation der Inhalte des Produktes/Angebots). Wenn diese Versprechen verletzt oder Versprechen kommuniziert werden, die nicht gehalten werden - zum Beispiel "die Bank Ihres Vertrauens", "Intel Inside - can´t divide", ist das der Anfang vom Ende der Marke. Zu viel zu versprechen ist wie immer im Leben ein Problem; Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut für eine Marke.

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"Intelligente Menschen lügen besser"

mm: Herr Löw, Sie bieten an, für Unternehmen zum Beispiel Straftäter zu überführen. Wie offen sind Deutschlands Firmen eigentlich für Ihr Angebot?

Löw: Das kommt sowohl auf die Unternehmen als auch auf die verschiedenen Angebote an. Viele Firmen wurden selbst schon einmal Opfer von Mitarbeiterkriminalität, Industriespionage oder Bewerbungsbetrug und sind daher für das Thema sensibilisiert und aufgeschlossen. Unternehmen, die bislang von solchen Schadensfällen verschont geblieben sind, neigen manchmal dazu, das Thema herunterzuspielen oder nachrangig zu behandeln. Frei nach dem Motto: "Bei uns gibt es so etwas nicht!" Leider muss oftmals erst etwas Gravierendes vorfallen. Dabei wäre die Prävention der Königsweg, denn die Schäden aus dolosen Handlungen sind meistens deutlich kostenintensiver als präventive Schulungen. Wenn man sich vor Augen führt, dass eine Studie der Hermes-Euler-Versicherungsgruppe anhand der ausgewerteten Schadensfällen ergab, dass ein Drittel der deutschen Unternehmen, die zwischen einer und 50 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschafteten, schon einmal Opfer von dolosen Handlungen geworden sind, dann wird schnell klar, wie akut die Bedrohung aller Unternehmen branchenunabhängig ist, und wie hoch das jährliche Einsparpotential für Unternehmen bewertet werden muss. Hier kommt auch der Firmenleitspruch von Löw & Partner voll zum Tragen: "Lieber vorher schlau, als nachher!"

mm: Agiert der Mittelstand anders als Großkonzerne?

Löw: Besonders auffällig ist, das große Unternehmen wesentlich aufgeschlossener für die Thematik sind, als mittelständische Kunden. Das erklärt, warum die meisten meiner Kunden große Unternehmen und Konzerne sind. Die haben im Regelfall eine eigene Compliance- oder Anti-Fraud-Abteilung und freuen sich, dass Löw & Partner ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Mitarbeiter optimal weiterzubilden. Problematisch sind dagegen oftmals inhabergeführte Mittelständler. Da gibt es nicht wenige, die frei nach dem Motto leben: "Das haben wir noch nie so gemacht!" Manche Personaler sind auch unsicher, wie sie mit dem Thema Bewerbungsbetrug umgehen sollen. Einige haben die Befürchtung, dass, wenn Sie den Bedarf nach einem entsprechenden Seminar bei ihren Vorgesetzen äußern, Sie sich die Frage gefallen lassen müssen, ob sie bisher nicht in der Lage gewesen seien, gute und schlechte Bewerber zu unterscheiden. Das ist natürlich völliger Quatsch. Bisher gab es am Markt diese Weiterbildung in dieser Tiefe einfach nicht, und Stagnation bedeutet Rückschritt, das gilt auch für Personalchefs.

Vorteil Fernsehen?

mm: Helfen Ihnen eigentlich die entsprechenden Fernsehserien - oder sind diese ein Hinderniss?

Löw: Die Fernsehserien helfen mir bei den Buchverkäufen, da meine Bücher am Markt Alleinstellungsmerkmal haben und erzählen, wie man wirklich Betrüger überführt. Das finden viele recht spannend. Ich gewinne meine Kunden aber nicht durch Fernsehsendungen, sondern durch meinen guten Ruf am Markt. Als Senator des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft, Sachbuchautor und Mitglied der deutschen Top 100 Trainer bei Trainers Excellence habe ich mittlerweile eine gute Reputation. Mir helfen allerdings meine eigenen Auftritte und Fernsehauftritte sehr, wie beispielsweise kürzlich im WDR.

mm: Wie lange dauert es für Sie, einen Sachverhalt aufzuklären?

Löw: Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt vom individuellen Einzelfall ab. Mein Schwerpunkt ist aber die Hilfe zur Selbsthilfe. So lernen meine Kunden in meinen Seminaren in wenigen Tagen das wesentliche Handwerkszeug, um selbst Fälle erfolgreich aufzuklären. Die meisten meiner Seminare dauern zwei bis drei Tage. Besonders gerne nehmen Unternehmen die Komplettausbildung zum forensischen Befragungstaktiker im Rahmen von Inhouse-Trainings in Anspruch, weil danach die Seminarteilnehmer selbst als Multiplikatoren fungieren können und sich das für die Unternehmen sehr gut rechnet.  

mm: Mit welchen Vorstellungen wendet sich die Lenkung eines Unternehmens eigentlich an Sie?

Löw: Das ist völlig unterschiedlich. Die meisten Unternehmen ordern mich für Inhouse-Trainings und schätzen es, dass ich sehr diskret bin und keine offizielle Referentenliste führe. Schließlich sind meine Themen sehr sensibel und brechen auch in mancher Hinsicht Tabus, beispielsweise beim Thema der Mitarbeiterkriminalität und des Bewerbungsbetruges. Auch, weil nicht wenige Arbeitnehmer Unternehmen generell als Feindbild sehen, dabei ist dies völlig ungerechtfertigt. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Unternehmen sehr um ein gutes Betriebsklima bemüht und möchten schwarze Schafe möglichst unauffällig aussortieren. Hierzu nehmen sie meine Hilfe auf vielfältige Weise in Anspruch.

mm: Wie gehen Sie bei den Gesprächen vor?

Löw: Das ist davon abhängig, um welche Gesprächssituation es sich handelt. Bewerberinterviews, Zeugeninterviews und Verdächtigenbefragungen sind völlig unterschiedliche Dinge und erfordern jeweils komplett andere Strategien. Gleiches gilt für Verhandlungssituationen. Auch hier kann man die von mir gelehrte forensische Gesprächskompetenz sehr gut einsetzen. Stresserkennung beim Gesprächspartner hilft sowohl bei der Glaubhaftigkeitsprüfung von Aussagen, als auch dem Einschätzen des Gesprächspartners in einer wichtigen Verhandlung. Das von mir konzipierte Marco-Löw-Befragungssystem verfügt für alle Gesprächssituationen, sowohl über eine gemeinsame Basis, als auch über optimale Konzepte für den jeweiligen Einzelfall.

mm: Lügen intelligente Menschen besser?

Löw: Das ist zweifellos der Fall, wenngleich Erfahrung, schauspielerische Fähigkeiten und die Abgebrühtheit des Einzelnen ebenfalls eine große Rolle spielen. Ab einem gewissen Level, zum Beispiel bei wichtigen Verhandlungen unter Top-Managern, können Sie davon ausgehen, dass jeder der Teilnehmer schon mal auf einem Körperspracheseminar war und den ein oder anderen Rhetorikkurs besucht hat. Gerade da kann ein forensischer Befragungstaktiker seine Vorteile voll ausspielen, weil dieses spezielle Wissen in dieser Tiefe deutschlandweit nur durch Löw & Partner vermittelt wird. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist ein wesentliches Erfolgsmerkmal meiner Person und meines Unternehmens.

mm: Wie sehr ist in Deutschland eigentlich "whistleblowing" verbreitet, auf deutsch als "verpfeifen" übersetzt - und hilft Ihnen das?

Löw: Dieses Thema ist bei großen Unternehmen verbreitet und im Mittelstand nahezu unbekannt. Es wird auch sehr unterschiedlich gehandhabt, beispielweise in der Frage, ob es eine anonyme Hotline oder einen persönlichen Ansprechpartner gibt, der vom Whistleblower für ein direktes Gespräch aufgesucht werden muss. Beides hat Vor- und Nachteile. Einerseits ist bei einer anonymen Hotline die Hemmschwelle für eine Meldung geringer, andererseits wird sie auch oft fachfremd missbraucht, beispielsweise für Beschwerden aller möglichen Art. So manches Unternehmen, dass eine solche Hotline einrichtete, musste die Erfahrung machen, regelrecht mit Meldungen überflutet zu werden, die mit allem Möglichen zu tun haben, nur nicht mit dolosen Handlungen. Im persönlichen Gespräch hingegen lassen sich Sachverhalte viel besser klären, weil der Whistleblower persönlich eingeschätzt werden kann und es die Möglichkeit für den Ermittler gibt, weitere Fragen zu stellen, die zur Aufklärung des Sachverhalts notwendig und zielführend sind.

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