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manager-lounge Newsletter März 2011

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Nachhaltiges Management - im Zeitalter der Globalisierung?!

3. Bayreuther Ökonomiekongress 19. & 20. Mai 2011
Zu den Referenten gehören u.a.:

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Herbert Hainer
Vorstandsvorsitzender adidas AG
Uli Hoeneß Präsident und
Aufsichtsratsvorsitzender
FC Bayern München
Dr. h.c. Edmund Stoiber Ministerpräsident a. D.
Freistaat Bayern
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Uli Veigel

"Hamburger Fischmarkt als Marke"

Sie sind kostbar und selten - Unternehmen, die es wirklich zur echten Marke geschafft haben. Warum das so ist und ob jedes Unternehmen zur Marke werden kann, davon erzählte Uli Veigel, Werbeexperte der Agentur Grey auf einem Termin der manager-lounge. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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Christoph-Kroeger

Führungskräfte in anderen Lebenswelten

Wenn gestandene Führungskräfte für eine Woche in einer Suchtklinik, in einem Obdachlosenheim oder in einem Hospiz arbeiten, dann stärkt das die Persönlichkeit der Manager. Dankbar berichten diese von ihren intensiven Erfahrungen durch den Wechsel in eine für sie völlig neue Umgebung. »weiterlesen

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Schlegel

Stil ist mehr als Regelkunde

Stilfragen, das klingt nach Krawattenkunde und Diskussionen über angemessenes Schuhwerk. Doch stilvolles Auftreten beginnt ganz woanders - in uns selbst. Wie sich gerade Deutsche dabei selbst im Wege stehen können, weiß Gabriele Schlegel. »weiterlesen

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Terminvorschau

local lounge Stuttgart, 17.03.2011, 19 Uhr

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Thema: Führen mit innovativer Kompetenz
Referenten: Winfried D`Avis, Wissenschaftler und Buchautor / Heinz Wenz, Inhaber und CEO IEM Nova

local lounge Hamburg, 23.03.2011, 19 Uhr

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Thema: Die ideale Führungskultur-Utopie oder Realität?
Referenten: Autorenduo Hesse/Schrader, Karriere-Berater

local lounge Berlin, 23.03.2011, 19 Uhr

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Thema: Was ist Kunst?
Referent: Eberhard Reinacher, Arbeits-Gemeinschaft für Interdisziplinäre Lösungen (AGIL)

  local lounge Frankfurt, 23.03.2011, 19 Uhr

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Thema: Entfesseln Sie das Potenzial in Ihrem Unternehmen
Referenten: Anja Förster & Dr. Peter Kreuz, Bestseller-Autoren und Business-Querdenker

local lounge Köln, 24.03.2011, 19 Uhr

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Thema: Ideen auf Knopfdruck - Entfalten Sie Ihr kreatives Potenzial
Referent:Peter Kürsteiner, Coach/Moderator/Autor

local lounge Zürich, 30.03.2011, 18.30 Uhr

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Thema: Alphatier vs. Teamplayer. Wie geht gutes Führen heute?
Referent: René Leibold, Geschäftsführender Gesellschafter connect Neustadt GmbH & Co. KG

local lounge Düsseldorf, 31.03.2011, 12 Uhr

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Thema: Weltmarktführer - Hidden Champions
Referent: Dr. Philip Grothe, Partner Competence Center „Industry, Technology & Energy“


local lounge Bielefeld, 03.04.2011, 15 Uhr

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Thema: Lesung: "Draußen nur Kännchen - Meine deutsche Fundgrube"
Referent: Dr. Asfa-Wossen Prinz Asserat, Autor/Historiker

local lounge Nürnberg, 06.04.2011, 19 Uhr

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Thema: Nachhaltige Kostensenkung durch prozessorientiertes Einkaufsmanagement
Referent: Martin Kuhlenkamp, Geschäftsführer und senior vice president corporate purchasing der Pfleiderer AG

local lounge Hamburg, 07.04.2011, 19 Uhr

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Thema: Vortrag bei Porsche - Marketing im Premiumsegment
Referent: Andreas Henke, Marketingleiter Porsche Deutschland GmbH

local lounge Bielefeld, 07.04.2011, 19 Uhr

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Thema: Business Behaviour: Geschäftliche Umgangsformen und Kundenkontakte
Referentin: Gabriele Schlegel, Geschäftsführerin Business Behaviour: Institut für nationale und internationale Kommunikation

local lounge Barcelona, 08.04.2011, 12 Uhr

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Thema: Zu Gast: Frank Rieger
Referent: Frank Rieger Sprecher des Chaos Computer Club (CCC)

local lounge München, 12.04.2011, 19 Uhr

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Thema: Beziehungsintelligenz - Wie Sie im Berufsleben Freunde und Verbündete gewinnen
Referent: Stefan F. Gross, Managementdozent und Bestsellerautor

local lounge Düsseldorf, 12.04.2011, 19 Uhr

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Thema: Unternehmensführung in turbulenten Zeiten
Referent: Dr. Arno Balzer, Chefredakteur manager magazin

local lounge Hamburg, 13.04.2011, 19 Uhr

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Thema: Persönlichkeits- und Prozessoptimierung - MPPO
Referent: Dietmar Baum, Geschäftsführer mmh kommunikationsagentur

business breakfast Hamburg, 14.04.2011, 09.30 Uhr

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Referentin: Referentin Ilona De March, President, EMEA Region von BCD Travel

Zu weiteren Veranstaltungen

"Hamburger Fischmarkt als Marke"

mm: Herr Veigel, wenn man sich die berühmten Marken wie Coca Cola oder IBM anschaut, ist eine Marke dann nicht automatisch nur etwas für große und finanzstarke Unternehmen?

Veigel: Oh nein, Marken müssen nicht groß sein, auch die von Ihnen genannten haben klein angefangen. Gerade bei der aktuellen Verunsicherung besinnen sich die Menschen auf traditionelle Werte zurück, wie Marken sie bieten. Marken bieten Orientierung, Vertrauen und Qualität. Ob sie groß oder klein sind, das spielt eine untergeordnete Rolle. Es kommt auf die Nähe der Marke zum Menschen an.

mm: Worum geht es bei einer Marke eigentlich?

Veigel: Eine Marke ist die Summe aus Realität und Perzeption, daraus besteht ihre Wertschöpfung. Es geht um Vorsprung und einzigartige Eigenschaften, einzigartige Charakteristiken von Produkten oder Unternehmen. Ich nenne Ihnen mal ein Beispiel. Wir haben im Fall von Langnese, dem Honigproduzenten, vor vielen vielen Jahren herausgefunden, dass der Honig dort überdurchschnittlich lange in der Wabe reift, deshalb entwickelt er eine ganz besondere Geschmacksanmutung. Daraus haben wir den Slogan entwickelt, "Das Gold, das in der Wabe reift".

Langeweile pur?

mm: Honig ist die eine Sache, ein sowieso positiv besetzter Begriff. Aber was ist mit so etwas wie Lebensversicherungen - sperrige Finanzprodukte, keine Emotionen, vermutlich Langeweile pur.  

Veigel: Aber schon mit großer Wichtigkeit, unterschätzen Sie das nicht. Es ist eine Frage der Sichtweise. Auch da gilt es, das Einzigartige herauszuarbeiten und positiv zu besetzen. Es geht ja um das schöne Leben im Ruhestand, nicht um den Tod.

mm: Wer sind denn die Vervielfältiger heutzutage - geht es noch ohne Twitter oder Facebook?

Veigel: TV ist noch immer der Bulldozer und das Geschäft wächst. Internet ist im Spending-Vergleich noch eher klein, wächst aber überproportional und ist kommunikativ bedeutender, als seine reine Größe vermuten lässt. Das Vertrauenswürdigste ist allerdings das , also der authentische Dialog der Menschen untereinander. Es ist egal, wo sich die Menschen treffen, das kann in der Straßenbahn oder in Facebook sein. Die Welt ist sehr komplex geworden.  

mm: Und die Menschen online-affin.

Veigel: Ja, und die Unternehmen haben das sehr wohl registriert. Die einen befassen sich sehr intensiv mit dem Thema, die anderen beobachten zumindest sehr genau. Denn der direkte Kontakt zu den Menschen bietet viele Chancen, erfordert aber große Aufmerksamkeit und man darf sich auch vor Herausforderungen nicht verstecken. Unternehmen und Marken müssen sich kritisch fragen: Wie führe ich den Kundendialog am besten? Bin ich offen genug für einen authentischen Echtzeitdialog zwischen Kunden und Unternehmen, bin ich darauf gut vorbereitet und bereit, weitreichende organisatorische Veränderungen der neuen Notwendigkeit anzupassen?

Begehbare Marken

mm: Marken weiten sich ja stetig aus. Wer zu Ikea geht, kauft ja nicht nur ein Billy-Regal, sondern taucht im Geschäft quasi in der Marke ab. Die geduzten Durchsagen, die Kinder im Smaland - wie weit kann man diesen Gedanken noch spinnen? Viel Luft ist da nicht mehr, oder?

Veigel: Das ist doch eine tolle Marke, sie ist regelmäßig für Millionen Menschen erlebbar. Wir sprechen auch von ‚Begehbarer Marke‘, weil sie hier mit allen Sinnen gespürt und erfahren werden kann. Allerdings muss man jede Marke immer wieder darauf prüfen, ob sie noch dem Zeitgeist entspricht. Marken müssen sehr darauf achten, nicht den Anschluss an die Menschen zu verlieren. Es klappt aber nicht immer.

mm: Inwieweit fächert sich Markenbildung eigentlich auf?

Veigel: Sehr. Es gibt zum Beispiel so etwas wie „ingredient branding“ - das haben Sie bestimmt schon einmal gesehen. Zum Beispiel kennen Sie sicher „Intel ... „

mm: "...Inside"?

Veigel: Genau. Oder Goretex. Es ist eine synergetische Bereicherung, die den Markenwert auf beiden Seiten erhöht.

mm: Ist das immer ein zielgerichteter, gelenkter Prozess?

Veigel: Nein, eine Marke kann sich auch allein durch eine starke Eigendynamik entwickeln. Der Hamburger Fischmarkt ist dafür ein Beispiel. Er bietet wie eine Marke große Tradition, er ist sehr beliebt, authentisch und weit über die Grenzen Hamburgs bekannt. Es ist eine Frage des gleichen Gefühls, der gleichen Wünsche der Menschen, die ihn besuchen. Das ist Erlebnis statt nur Bedarf zu decken, ganz entspannt am Samstag ab 5.00 Uhr früh: hier ein Glas Wein, dort einen Espresso. Und ja, das Fisch-Brötchen gibt es auch.

Die Marke Mensch

mm: Wo bleiben die Menschen - oder anders gefragt, können Menschen auch Marken sein?

Veigel: Auf jeden Fall, die Menschen lieben solche Marken. Beispiel Apple, wo wären die ohne Steve Jobs. Er hat den Börsenkurs von 20 auf 250 gebracht. Er hat leider nur vergessen, ein zweites Gesicht aufzubauen. Obwohl Tim Clark seit vielen Jahren Seite an Seite mit ihm arbeitet.  

mm: Und im Finanzbereich?

Veigel: Da gibt es auch Gesichter, sogar sehr bekannte. Pimco-Chef Bill Gross ist so ein Beispiel.

mm: Kann eigentlich jedes Unternehmen zur Marke werden?

Veigel: Ja. Das Unternehmen muss für die Menschen relevant sein, Bedeutung haben, Wünsche und Bedürfnisse decken und Bindung zu den Menschen schaffen. Dann kann das auch die Bäckerei um die Ecke sein.

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Führungskräfte in anderen Lebenswelten

Hamburg - Laptop wegschließen und Handy aus - viele Führungskräfte trauen sich das nicht einmal mehr in ihrem Urlaub. Zu wichtig ist die totale Erreichbarkeit für sie geworden, selbst am Strand oder auf Bergtour möchte man zumindest grob auf dem Laufenden bleiben. Christoph Kröger, Marketing Director beim BP-Konzern, hat seine Kommunikationsmittel dagegen für eine Woche komplett abgeschaltet. Für einen Einblick in eine andere Lebenswelt.

Kröger hat am Programm „SeitenWechsel“ der Patriotischen Gesellschaft von 1765 (www.seitenwechsel.com) teilgenommen. Führungskräfte arbeiten hier in sozialen Institutionen wie der Sucht- und Drogenhilfe, helfen bei der Betreuung von Obdachlosen, Behindertengruppen oder Demenzkranken, im Strafvollzug sowie auf Palliativstationen oder im Hospiz. Der 41 Jahre alte BP-Manager, der sich in seinem normalen Arbeitsalltag um die Vermarktung von Schmierstoffen kümmert, entschied sich für die Tagesklinik des Suchttherapiezentrums der Martha Stiftung.

„In den ersten Stunden verspürte ich eine enorme Distanz und einigen Gegenwind durch die Patienten“, berichtet Kröger Mitgliedern der manager-lounge von seinen Erfahrungen, „doch durch mein aktives Einbringen in die Gruppe und viele Gespräche konnte ich das im Laufe der Woche drehen.“ Überrascht war er dabei, dass die Patienten in der Suchtklinik aus wirklich allen Gesellschaftsschichten kommen.

Krögers Tage waren streng durchgeplant: Von Gruppentherapien über Sport und Ausflüge bis hin zum gemeinsamen Abwasch. Enge Zeitpläne kennt er natürlich aus seinem Job, doch ansonsten ist beim „SeitenWechsel“ alles anders. „Es ist hilfreich, mal aus der heilen Marketing-Welt herauszukommen - so eine Woche erdet.“ Denn einfach mal schnell ein paar Probleme lösen, wie er es aus seinem Job normalerweise gewohnt ist, funktioniert hier nicht.

„Die Führungskräfte sind in dieser Woche einfache Praktikanten“, sagt Doris Tito. Der Leiterin des Programms ist es wichtig, zu betonen, dass es sich beim „SeitenWechsel“ nicht um ein Ehrenamt, sondern um eine Maßnahme zur Persönlichkeitsentwicklung handelt. Und diese wird gut vorbereitet: Interessierte Führungskräfte müssen sich verbindlich für eine sogenannte Marktbörse anmelden, bei der alle teilnehmenden sozialen Einrichtungen vertreten sind. Nach umfassender Vorbereitung der Teilnehmer und ausführlichen Einzelgesprächen fällt dann die Entscheidung, wer wo eingesetzt wird.

„In der Regel nehmen Führungskräfte, die Personalverantwortung tragen, am ‚SeitenWechsel‘ teil“, so Tito. Die Kosten von 2100 Euro netto werden meist von den Unternehmen übernommen - davon gehen 650 Euro als Aufwandsentschädigung an die jeweilige soziale Institution. Hinzu kommt die Weiterzahlung des Gehalts für eine Woche, doch diese Investition lohnt sich für jeden Arbeitgeber. „Immer mal wieder erlebt man Mitarbeiter unter Druck, die sich nicht öffnen können“, berichtet Kröger. Mit seinen Erfahrungen aus der Suchtklinik kann er nun Symptome und mögliche Warnsignale besser erkennen: „Das hat mir diese Praxiswoche deutlich gemacht“, sagt Kröger, „ich weiß nun, wie ein von Sucht betroffener Mensch unbewusst Zeichen setzt.“

„Doch die Manager können in dieser Woche auch selbst eine Menge geben: Zeit, Respekt und ein offenes Ohr für die Lebensgeschichte der Patienten - persönliche Aufmerksamkeit bedeute vielen Hilfsbedürftigen sehr viel“, weiß Tito, die bereits seit zehn Jahren Seitenwechsler betreut. „Einige sagen mir noch Jahre später, dass diese erlebnisreiche Woche nachhaltiger wirkt als jedes Seminar, an dem sie ansonsten teilgenommen haben“, so die Betriebswirtin.

Auch Kröger spricht von einem großen Geschenk, das ihm sein Unternehmen gemacht hat. „Diese Woche hat mir sehr gut getan, sowohl als Privatperson als auch als Führungskraft“, so der Manager. Auch der Wegfall der kompletten Technik, welche ihn sonst umgibt, war für ihn eine wichtige Erfahrung. „Ich habe den Laptop bewusst vorher weggeschlossen. Und das war eine gute Entscheidung, denn man hat den Kopf nicht frei, um abends noch zu arbeiten“, so Kröger: „Wer das in dieser Woche macht, der nimmt mindestens eine Sache nicht ernst.“

Für die Zeit nach dem „SeitenWechsel“ hat sich der BP-Manager bewusst einige Tage Urlaub genommen, um alle diese intensiven Erlebnisse zu verarbeiten. Erfahrungen, die mittlerweile bereits 3500 Führungskräfte aus Deutschland und der Schweiz gemacht haben. Zu ihrem eigenen Wohl, aber auch zu dem des Unternehmens. Denn die Wahrnehmung wird geschärft und viele Dinge im Leben bekommen ein anderes Gewicht. Doris Tito fasst diesen Gewinn in einem Satz zusammen: „Eine reifere Führungskraft trifft reifere Entscheidungen.“

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Stil ist mehr als Regelkunde

mm: Frau Schlegel, eigentlich ist das die klassische Situation - ich rufe Sie an und kenne Sie nicht. In vielen Unternehmen ist so etwas ja an der Tagesordnung, zum Beispiel, um ein Produkt zu verkaufen. Was kann man da falsch machen?

Schlegel: Es gibt geschäftliche Etikette, wie zum Beispiel Höflichkeit und Pünktlichkeit. Die muss man einhalten. Gelingt das nicht, ist das auch mal in Ordnung. Es darf nur nicht zum Persönlichkeitsprofil werden. Wenn es Sie übrigens beruhigt - kreativen Berufen wird da regelmäßig etwas mehr Spielraum eingeräumt. Wenn ich zum Beispiel einen Flyer in Auftrag gebe, dann interessiert mich in erster Linie das kreative Ergebnis, die Pünktlichkeit weniger. Bei einem Anwalt ist das dagegen anders.

mm: Gibt es eigentlich eine griffige Kurzdefinition von Umgangsformen, vom stilvollen Auftreten?

Schlegel: Ich möchte das einmal so definieren: Stilvolle Menschen kennen einige Regeln, denn sie sind Grundlage stilvoller Kommunikation, leben aber vor allem im Hier und Jetzt und nehmen ihre Umwelt aufmerksam wahr! Regeln alleine reichen nicht aus. Es gibt sogar Menschen, die alle Regeln kennen und manipulativ einsetzen - im Sinne von nach oben hin stilvoll auftreten, formvollendet. Und nach unten eben nicht. Das ist ausgesprochen stillos, es signalisiert: "Du bist mir nicht wichtig, ich interessiere mich nur für meine Karriere."

mm: Und besser wäre es ...

Schlegel: ... "aufgeschlossen interessiert" zu sein. Und das gegenüber jedem, dem Pförtner wie dem Vorstand. Einen schlechten Tag haben wir alle einmal. Doch es sollte egal sein, ob der Stapel Akten der Praktikantin oder dem Chef herunterfällt. Der persönliche Wertekodex gewährleistet spontane Hilfestellung. 

Sperrige Deutsche

mm: Wie stehen wir Deutschen im internationalen Vergleich eigentlich da?

Schlegel: Wir leben in einer Kultur, die Privates strikt vom Beruflichen trennt. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Das funktioniert in Deutschland, wo wir tatsächlich sehr ergebnisorientiert sind. Aber im Kontakt mit anderen Kulturkreisen kann das tatsächlich schwierig werden.

mm: Warum?

Schlegel: Die deutsche Direktheit befremdet einige. Kritik wird häufig deutlich geäußert, "da muss ich Ihnen widersprechen". So sollte man allerdings andere Menschen nicht bloßstellen. Im internationalen Kontakt wäre es besser nachzufragen: "Ich bin irritiert, ich meine die Zahlen seien anders, nämlich..., aber ich kann mich auch täuschen." Das  erscheint albern, wir sind halt sehr ergebnisorientiert.

Im Ausland sind wir beliebter als wir meinen. Das Vertrauen in uns ist groß. Nur diese direkte Art verbaut manches. Alles ist dem Effizienzgedanken untergeordnet. Und da sagt sich manches ausländisches Unternehmen, das Produkt ist gut, aber mit dem Repräsentanten ...

mm: Eine Folge der allgemeinen Beschleunigung des Arbeitstempos?

Schlegel: Den Zeitdruck, den gibt es überall. Das hat sich etwas in die Unternehmen eingeschlichen. Wir Deutschen sind da besonders getrieben. Dabei ist es zum Beispiel in Asien unerlässlich, Zeit mitzubringen. Dort macht man nur Geschäfte mit Leuten, die man kennt. Facemail statt E-mail, heißt es dort auch. Aber auch die Amerikaner sagen, "wait a minute, hold your horses". Vieles braucht einfach Zeit.

mm: Ist der Erfolg eines Trainings, der Einhaltung dieser Regeln eigentlich messbar?

Mit Visitenkarten arbeiten

Schlegel: Vielleicht nicht im klassischen Sinne, aber ich habe einige Kunden, die mir später sagten, wie erstaunt sie seien, was für kreative Mitarbeiter sie haben. Sie haben ihnen halt einmal zugehört. Und das ist extrem wichtig. Führungskräfte sind teilweise erschüttert, wie schlecht sie in einer 360-Grad-Beurteilung bewertet werden. Dabei heißt es, nach unten loben, nach oben anerkennen. Daran sollten auch Mitarbeiter denken.

mm: Was kann man in ein paar Tagen Kurs erreichen?

Schlegel: Das verändert natürlich niemanden, wir sind ja alles erwachsene Menschen. Aber es genügt, um die Menschen daran zu erinnern, im Hier und Jetzt zu leben und Mitmenschen wahrzunehmen. Und sich jeden Tag daran zu erinnern. Wem das gelingt, der ist in aller Regel in Stresssituationen auch ruhiger. Und das ist ja auch eine Form der Führungsqualität.

mm: Noch einmal zurück zur "deutschen Krankheit".

Schlegel: Wir haben das Problem der Ehrlichkeit, mögen die "klaren Worte". International ist das aber nicht gefragt.

mm: Sondern?

Schlegel: Zeit, Zeit auch zum Beispiel zum Smalltalk. Da muss man nicht intellektuell brillieren. Sie sollten sich besser persönlich einbringen, über die Einschulung Ihres Kindes sprechen oder so. Wer sich nur beruflich präsentiert, der wird vergessen. Knüpfen Sie Ihr Netzwerk, schreiben Sie auf den Rücken der Visitenkarte, wo Sie jemanden getroffen haben und ein paar Stichworte. Beim nächsten Mal können Sie gut daran anknüpfen.

mm: Welche Rolle spielen eigentlich die Mitarbeiter, wie empfindlich sind sie geworden?

Schlegel: Ich muss es etwas vorsichtig formulieren, aber vielleicht sind Frauen etwas empfindlicher, weil sie mehr wahrnehmen. Ein Beispiel: Wenn am Montag früh Ihr Chef wortlos an Ihnen vorbeigeht, dann denken Sie ...

mm: Er hatte ein schlechtes Wochenende.

Schlegel: Sehen Sie? Und viele Frauen fragen sich, ob sie am Freitag etwas nicht erledigt haben.

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