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manager-lounge Newsletter März 2013

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"Europa braucht klare Regeln"

Griechenland, Italien, Spanien, Portugal - in immer mehr EU-Ländern gehen die Menschen auf die Barrikaden gegen das als allzu hart empfundene Spardiktat. Eine vermeidbare Reaktion nach Ansicht von IfW-Präsident Professor Dennis Snower - würde die Europäische Union endlich beginnen, langfristig zu denken. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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Moeller

"Am liebsten verführen lassen"

Keiner will sich sachlich überzeugen lassen, aber alle wollen verführt werden - das ist das Urteil des Kommunikationsexperten Dr. Klaus-Ulrich Moeller. Wie man die Menschen trotzdem überzeugen kann, verrät er im Gespräch. »weiterlesen

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Zwick

Die Salatbar reicht nicht

Gesundheitsmanagement in Unternehmen, das klingt nach Medizinbällen in einer staubigen Ecke, nach einer Salatbar in der Kantine. Doch das reicht nicht, sagt Gesundheitsexperte Dr. Johannes Zwick. »weiterlesen

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Terminvorschau

Wien, 20.03.2013, 9 Uhr

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Thema: Mobile Marketing - was Sie schon immer wissen wollten!
Referenten: Josef Mantl & Harald Winkelhofer, Autoren "Mobile Marketing Handbuch";
Herbert Pratter, Chief Digital Officer, Aegis Media Austria;
Moderation durch Christoph Edelmann, ACCEDO

Hamburg, 20.03.2013, 19 Uhr

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Thema: Krisenmanagement - auf den Piloten kommt es an und auf vieles mehr…
Referent: Prof. Dr. Thorsten Grenz, u.a. Wirtschaftsbeirat am Institut für
Weltwirtschaft, bis Oktober 2012 CEO Veolia Umweltservice

Dresden/Glashütte, 21.03. + 22.03.2013

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Thema: 2-tägige Manufakturreise - A. Lange & Söhne

Stuttgart, 21.03.2013, 19 Uhr

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Thema: Charisma - die Macht meiner Persönlichkeit!
Referent: Prof. Dr. Rolf Osterhoff, Coach, Keynote-Speaker, Autor

Frankfurt, 21.03.2013, 19 Uhr

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Thema: Erfolgsfaktor Kommunikation - der große 7-Prozent-Irrtum
Referent: Dr. Klaus-Ulrich Moeller, früherer PR-Chef z.B. Lufthansa, TUI,
PricewaterhouseCoopers, Key-Note-Speaker, Trainer

Wien, 21.03.2013, 19 Uhr

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Thema: Risikomanagement - die unterschätzte Führungsaufgabe?
Referent: Gerhart Ebner, Geschäftsführer, Risk Experts Risiko Engineering GmbH

Hamburg, 25.03.2013, 17.45 Uhr

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Thema: Das politische Gespräch
Referentin: Katrin Göring-Eckardt,
Spitzenkandidatin Bündnis 90/Die Grünen Bundestagswahl 2013

Zürich, 25.03.2013, 18.30 Uhr

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Thema: Führungsstark im Wandel - wie Sie schwierige
Veränderungen erfolgreich umsetzen
Referent: Alexander Groth, Bestsellerautor,
Leiter Mastermodul Leadership Universität Stuttgart

Hamburg, 26.03.2013, 9.30 Uhr

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Thema: Steuerliche/Rechtliche Rahmenbedingungen sowie staatliche Garantien
Naher und Mittlerer Osten
Referenten: u.a. Andreas Klasen, Partner und Head of Economics & Policy,
PricewaterhouseCoopers AG; Burkhardt Müller-Sönksen, MdB,
NUMOV- Repräsentanz Hamburg, Mitglied Kuratorium Deutsche Orient-Stiftung

Hamburg, 09.04.2013, 19.45 Uhr

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Thema: Konzert in der Laeiszhalle "Die Deutsche Kammerphilharmonie"
Musiker: Albrecht Mayer (Oboe), Peter Ruzicka (Dirigent)

Hamburg, 10.04.2013, 19.45 Uhr

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Thema: Konzert in der Laeiszhalle "Kammermusik"
Musiker: Erik Schumann (Violine), Nicolas Altstaedt (Violoncello),
Anna Vinnitskaya (Klavier)

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"Europa braucht klare Regeln"

mm: Herr Professor Snower, Italien hat gewählt - und der Rest Europas ist erschüttert. Viele fragen sich, wie es sein kann, dass ein Land, das sich in einer solch prekären Lage befindet, so wählen kann. Hat die italienische oder womöglich auch die europäische Kommunikationspolitik versagt? Welche Rolle spielt nationale Politik in der Krise?

Snower: Was die Bevölkerung wählt, hängt immer von den Herausforderungen ab, die ihr die Politik kommuniziert. Die Politik schafft die Rahmenbedingungen einer Diskussion. Und die Wahlen geben die Antwort darauf. In Italien ist die Politik den realen Problemen aus dem Weg gegangen. Sie hat sie schlicht ignoriert und so getan, als könnte man aus dem schlechten Traum aufwachen und alles wäre in Ordnung.

mm: Für die Wahltaktik Berlusconis trifft das sicher zu. Aber Mario Monti kann man doch nicht vorwerfen, die Realität verkannt zu haben.

Snower: Richtig. Aber Monti war einer der großen Verlierer der Wahl. Und Berlusconi einer der Gewinner. In jedem Fall muss man sich die Frage stellen, inwieweit die für ein Land und für Europa wichtigen Fragen bei Wahlen richtig artikuliert werden. Und was Europa tun kann, damit dies künftig der Fall ist.

mm: Haben Sie irgendwelche Vorschläge?

Snower: Europa muss sich auf Grundregeln zur Gesundung der Staatshaushalte einigen. Und unter Europa verstehe ich hier das Europäische Parlament, die EU-Kommission und die Mitgliedsländer.

mm: Was für Regeln brauchen wir denn, um allmählich auf die 60-Prozent-Schuldenquote des Bruttoinlandsprodukts zu kommen, die der Maastrichtvertrag den Euro-Mitgliedsstaaten als Schuldenstand eigentlich gerade noch erlaubt?

Snower: Würde man in Europa herumfragen, antworteten darauf wohl die meisten so: Langfristig müssen wir die Staatsschulden relativ zum Nationalprodukt herunterfahren. Kurzfristig muss allerdings schon gewährleistet sein, dass eine Wirtschaft, die in einer Rezession steckt, belebt werden kann, weil sonst die Steuern einbrechen und die Transferleistungen und Schulden weiter steigen.

mm: Das hat Europa mittlerweile gelernt - auch wenn es eine schrittweise Erkenntnis war.

Snower: Ja, am Anfang war nur von Sparen die Rede. Und dann ist man umgeschwenkt. Aber man hätte nicht umschwenken sollen. Man hätte sich nur darauf besinnen sollen, dass man beides braucht. Und genau daraus müssten die Europäer klare Fiskalregeln stricken, die besagen: Langfristig muss die Schuldenpolitik runtergefahren werden. Aber kurzfristig darf die Fiskalpolitik auch antizyklisch sein. Wie antizyklisch, darüber sollten sich die verschiedenen Parteien auseinandersetzen. Dieser Bewegungsspielraum muss im Voraus klar festgelegt werden.

mm: Das dürfte nicht ganz leicht werden.

Snower: Ja. Aber es setzt einen klaren Rahmen: Wo liegt die langfristige höchstzulässige Schuldenquote? Wie schnell gehen wir dieses Ziel an? Wie antizyklisch darf die Fiskalpolitik sein? Diese drei Fragen zusammen ergeben eine Formel. Und diese Formel sagt einem, was das maximale Defizit eines Landes sein darf - in jeder Phase des Wirtschaftszyklusses.

mm: Und das würde die Politiker daran hindern, politische Probleme wie in Italien zu ignorieren?

Snower: Sie würden sich, denke ich, verantwortungsvoller verhalten. Manche Parteien mögen vielleicht mehr antizyklische Fiskalpolitik wollen, andere eine höhere Konvergenzrate. Darüber soll der politische Diskurs sein, der in die Wahl führt. Wenn dieser Rahmen festgelegt ist, kann sich ein Land erlauben, in der Rezession mehr Stimulus zu geben, ohne die Finanzmärkte zu beunruhigen, weil man sich ja an die Regeln hält. Die Rating-Agenturen könnten den Plan unter die Lupe nehmen und bewerten. Aber solange ein Land den Plan befolgt, wäre der selbst nicht infrage gestellt.

mm: Ist es für die von ihnen geforderten klaren Regeln nicht schon zu spät?

Snower: Nein. Ich sehe da Parallelen zum Beginn der 80er Jahre. Damals hatten die meisten Länder - Deutschland ausgenommen - große Inflationsprobleme. Und es gab die Idee, unabhängigen Zentralbanken mit der Verfolgung eines Inflationszieles zu beauftragen. Das Inflationsproblem war, zumindest für einige Jahrzehnte, vom Tisch. In der Fiskalpolitik haben wir jetzt ein ähnliches Problem. Und dem muss mit klaren Regeln entgegengetreten werden.

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"Am liebsten verführen lassen"

mm: Warum ist es so schwierig, Menschen zu überzeugen?

Moeller: Menschen wollen sich nicht gerne überzeugen lassen. Verführen ja - etwa durch Werbung, aber beim Überzeugen sind wir gerne selber diejenigen, die letztendlich entscheiden, ob wir für oder gegen etwas sind. Wenn also jemand allzu besserwisserisch daherkommt, machen wir sofort die Schotten dicht. Ich nenne dies den "Autonomie-Reflex", der fast durchgängig ignoriert wird, egal, ob bei Verkäufern oder bei Vorständen. Außerdem haben wir alle ein extrem ausgeprägtes Beharrungsvermögen: Wir hören, was wir hören wollen, wir suchen Bekanntes, wir bestätigen immer wieder unsere eigene Position. Da ist Veränderung außerordentlich schwierig, wie wir täglich in unseren Unternehmen erleben. Statt zu überzeugen, sollten wir lernen, Menschen, die allzu sehr von sich und ihrer Haltung überzeugt sind, zu verunsichern. Das ist viel wirkungsvoller.

mm: Erleichtert oder erschwert die räumliche Nähe in einem Unternehmen die Kommunikation?

Moeller: Nähe ist keine Frage der räumlichen Distanz, sondern der Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen und tragfähige Gemeinsamkeiten zu entdecken. Oft sind schon Äußerlichkeiten wichtig. Wenn ich erfahre, dass mein Tischnachbar auch Golf spielt, ist der mir automatisch sympathischer als andere. Das Gleiche passiert, wenn ich jemand kennenlerne, der in demselben Urlaubsquartier war wie ich letztes Jahr. Was wir im Geschäftsleben als "small talk" bezeichnen, hat ja nicht zum Ziel, irgendwie die Zeit totzuschlagen, sondern diese "Nähe-Punkte" und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Wenn dies erreicht ist, kann in der Kommunikation rein räumlich auch ein großer Abstand bestehen. Deshalb müssen sich auch in internationalen Projektteams die Teilnehmer zwingend untereinander persönlich kennen, damit die Kommunikation gut funktioniert. Später dann können Meetings online, über Chats oder Webinare abgewickelt werden. Reinen Online-Kontakten fehlt oft genau diese Qualität.

mm: Wird in Unternehmen Kommunikation vergessen, obwohl immer mehr Technik dafür bereit steht - E-Mails zum Beispiel oder Messenger-Systeme?

Moeller: Dieses Phänomen beobachten wir des Öfteren: Die Technik prägt Prozess und Inhalte. Angefangen hat das mit dem Top-Manager, der sich nachts vor seinem Bildschirm oder Organizer austoben muss, wild E-Mails mit Fragen und Anweisungen an seine Mitarbeiter durch die Gegend jagt und morgens um 7.00 Uhr bereits die erste Tagesbotschaft auf deren iPhones platziert hat. Das alles ist nicht besonders kreativ oder innovativ. Meistens nervt es nach einer gewissen Zeit nur noch. In kaum einem Unternehmen fehlt es an elektronischen Newslettern, an Chats für die Mitarbeiter oder iPads für die gesamte Vertriebsmannschaft. Natürlich kann das im Tagesgeschäft hilfreich sein, wenn ich außerhalb unterwegs bin. Auch die neuen Formen der Heimarbeit, die kommen werden, werden ohne diese Technik gar nicht funktionieren.

Aber Sie haben völlig recht: Es geht nicht nur darum, den entstandenen Informations-Overload zu bremsen (was etliche Unternehmen ja bereits versuchen), sondern als Unternehmer deutlich zu machen, was mir persönlich wichtig ist, worauf ich Wert lege, welche Ziele vorrangig sind, was ich selber von Mitarbeitern erwarte. Die chaotische Netzwerk-Kommunikation verwischt alle Prioritäten und Wertigkeiten: Alles ist gleich viel wert, alles gleich wichtig. Die vorrangige Aufgabe von Führungskräften ist es, die Prioritäten in diesem Kommunikations-Chaos wieder herzustellen.

mm: Lässt sich eine Kommunikationskultur so einfach anordnen?

Moeller: Natürlich nicht. Wir malen uns gerne unsere Bilder von der tollen Wissens- und Netzwerk-Kultur, der Fehler- und Risiko-Kultur oder dem freien Austausch von Erfahrung, die unsere Unternehmen prägen. Davon stimmt in der Regel nichts. Angefangen beim Vorstand sind Unternehmen heute zum großen Teil "Absicherungs-Maschinerien": Sich rückversichern, nichts ohne Weisung machen, jeden in alles einkopieren, damit er nicht sagen kann, er habe nichts gewusst. Wenn das Projekt an die Wand fährt, klar machen, dass andere daran schuld sind und ich es schon immer gesagt habe, dass das nicht gehen wird. Man schaue sich nur die anonymisierte Floskelsprache von Top-Managern in puncto Schuldzuweisung an. Die Märkte sind schuld, der Wettbewerb, die Inflation, die Finanzkrise, die Globalisierung. Nur sie selber nicht. Das sind dann die gleichen Manager, die von Mitarbeitern erwarten, dass diese Fehler zugeben. Das kann nicht gut gehen.

mm: Funktioniert Kommunikation nur in beide Richtungen - oder auch einseitig?

Moeller: Natürlich gibt es Situationen, in denen extrem schnell nach Weisung, nach Handbüchern und Vorgaben agiert werden muss. Das ist vor allem im Krisenmanagement der Fall, wenn ein Rädchen ins andere greifen muss und keine Zeit ist, subjektive Befindlichkeiten auf der Empfängerseite zu berücksichtigen. Nur ist die Wirklichkeit meist komplizierter und bürokratisch geregelte Systeme sind nicht in der Lage, Signale von außen aufzunehmen und sich selber an die neue Situation anzupassen. Das passiert, wenn Abläufe in Unternehmen vorwiegend nach Handbüchern, Weisungen, ISO-Normen oder Vorgaben des Controllings geregelt sind. Das wird dann konsequent so lange gemacht, bis das System gegen die Wand fährt. Niemand hat bemerkt, dass der Markt draußen inzwischen ganz anders funktioniert und die Kunden reihenweise nur noch genervt sind. In extremen Situationen kann eine Top-down-Weisung helfen, in der Regel müssen Kommunikations-Systeme nach beiden Seiten hin durchlässig sein. Genauso fatal ist es, wenn ein Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, veränderte Kundenbedürfnisse zu bemerken.

mm: Was kostet Kommunikation eigentlich - und was kostet es, sie zu unterlassen?

Moeller: Kommunikation kostet Zeit, Energie, Ideen und eine Kenntnis der Regeln, nach denen sie funktioniert. Kommunikation ist immer ein gezielter Vorgang, der Ergebnisse bringen soll: einen Konflikt lösen, ein Projekt in Gang bringen, eine Strategie erklären, ein Produkt verkaufen, Menschen motivieren, Kunden gewinnen. Kommunikation heißt nicht, möglichst viel und möglichst lange miteinander zu reden. Kommunikation ist immer eine zielgerichtete Strategie, die außer über Sprache noch über einen großen Baukasten an Instrumenten verfügt, mit dem ich alle Wahrnehmungspunkte des anderen anspreche: listen, touch, smell, hear, feel. Die Apple-Produkte verkaufen sich großenteils über den "Touch", Luxuslimousinen über den Sound, wenn deren Motoren wie ein "Steinway-Flügel" klingen. Wenn es gut gemacht ist, funktioniert es ja auch. Aber wenn es um die Marken-Kommunikation geht, wird es richtig teuer. Die professionelle Alltags-Kommunikation dagegen kostet gar nichts.

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Die Salatbar reicht nicht

mm: Grundsätzlich erklären viele Unternehmen, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter läge ihnen am Herzen. Doch woran hapert es in der Praxis?

Zwick: Viele Unternehmen leben noch mit veralteten HR-Maßnahmen. Betriebsfeiern, die Salatbar in der Kantine und leider nur oberflächlich greifende Konzepte im Employee Branding versprechen kurzfristige Effekte. Vor allem Kommunikation wird bisweilen als Schlüssel zum Wohlbefinden innerhalb des Arbeitsverhältnisses identifiziert. Die Veränderung von Führungsstrategien, wie Arbeitsprozessen, oder gar die Integration von therapeutischen Anwendungen steht noch weit hinten an. Völlig unterschätzt ist hierbei der demographische Wandel in unserer Gesellschaft, der sich vor allem bei dem sich immer stärker ausprägenden Fachkräftemangel in den Betrieben bemerkbar macht. Die Sorge um die Leistungskraft der Mitarbeiter muss sich mittlerweile den durchaus alarmierenden Anforderungsprofilen der alternden Arbeitnehmer anpassen. Hierbei stehen Stress und psychische Belastung innerhalb der Arbeitsprozesse im Vordergrund.

mm: Von wegen Spaßgesellschaft also ...

Zwick: Genau, wir sprechen also nicht mehr von Spaß am Arbeiten, sondern von einer gesundheitlich orientierten Balance im Arbeitsverhältnis und Privatleben, der wohlbekannten Work-Life-Balance. Die Befragung von erfahrenen Arbeitsmedizinern durch die TÜV Süd Life Service zeigt uns deutlich, dass wir dieser Herausforderung mit grundlegenden Konzepten, die weit über einfache Kommunikationskonzepte hinausgehen, entgegensteuern müssen. Dieser Blick über den Tellerrand, aber auch die Erkenntnis über Effizienzgewinne durch die Einleitung von systematisch ineinander greifenden BGM-Maßnahmen, des betrieblichen Gesundheitsmanagements, fällt den Unternehmen schwer. Es fehlt schlicht an Know-how.

mm: Reicht der Medizinball in der Ecke oder was muss sich darüber hinaus in Unternehmen ändern?

Zwick: Der Medizinball in der Ecke wäre fantastisch, auch wenn sich dadurch das Geschäftsmodell für uns grundlegend verändern würde. Leider haben die Unternehmen diesen "runden" Moment verpasst. Aus dem Medizinball ist ein medizinischer Anspruch geworden, da wir uns längst in dem Moment der Indikation befinden, also des identifizierten Krankheitszustandes. Diese Diagnose verlangt nach einer umfassenden wie heilenden und auf Dauer präventiv wirkenden Therapie. Konkret also erstens ein Konzept, das nach modernen Standards ganzheitlich auf Geist und Körper gerichtet ist, und zweitens eine wirksame Vorgehensweise, die medizinisch-therapeutisch auf chronische Erkrankungsbilder ausgelegt ist. Und genau in diesen beiden Ansprüchen liegt unsere mittlerweile 60-jährige Kernkompetenz. Unerlässlich ist hierbei natürlich, dass diese Maßnahmen in eine vorbereitete Unternehmenskultur greifen, die auf gesundheitsförderlichen Führungsstatuten fußt.

mm: Wie kann man Mitarbeiter zum Sport oder zur Gesundheit motivieren, wenn allenthalben "Zeit ist Geld" vorgelebt wird und Freiräume knapp sind?

Zwick: Dazu hat das Bundesministerium für Gesundheit eine wichtige Kennzahl herausgegeben, die erahnen lässt, wie viel Handlungsdruck in unseren Unternehmen verborgen und damit Spielraum in der Motivation der Mitarbeiter liegt. Der Krankenstand in Deutschland liegt bei 4 Prozent. Klingt erst einmal gut, ist aber in Wirklichkeit ein Angstfaktor. Also ein niedriger Krankenstand aus Angst vor dem Arbeitsplatzverlust. Die Erkenntnisse aus der Studie der TÜV Süd Life Service entschlüsseln diesen Wert und zeigen uns auf, welche Risiken dahinter liegen: gestörte Arbeitsabläufe, mangelnde Qualität und Quantität der Ergebnisse. Der Schlüssel liegt also tatsächlich in der Leistungskraft des Unternehmens und ist damit wirtschaftlich getrieben. Kurzum: Wer von meinen Mitarbeitern Sport macht und rundum gesund lebt, der ist wertvoller für mich. Na, wenn das nicht motiviert.

mm: Welche Rolle spielt "Zeitmanagement" dabei?

Zwick: Eine sehr große! Das richtige Zeitmanagement hilft, Konflikte zu vermeiden und damit Stress präventiv entgegenzuwirken. Zeitdruck ist der Top-1-Belastungsfaktor am Arbeitsplatz in Deutschland. Wer da nicht als erstes ansetzt, hat schon verloren.

mm: Audi oder BMW können sich Fitnesstrainer für die Angestellten leisten - doch was bleibt dem Mittelstand, den Kleinunternehmen?

Zwick: Der ROI auf BGM-Maßnahmen liegt zwischen 1:2 bis 1:6. Nennen Sie mir ein Unternehmen in Deutschland, ganz gleich von welcher Größe es ist, das bei einem Investitionsvorhaben eine derartige Chance ausschlagen würde. Aber ich will Ihnen auch einen weiteren Grund liefern. Gerade kleine bis mittelständische Unternehmen werden in den kommenden Jahren unter dem Fachkräftemangel leiden. Die finanziellen Möglichkeiten, um betriebliche Anreize wie beispielsweise umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen durch externe Schulungsunternehmen zu schaffen, sind in diesen Unternehmensgrößen einfach begrenzter. Die Entscheidung für BGM ist damit eine Kopfentscheidung, die nur Gewinner hervor bringt. Zufriedene gesunde Mitarbeiter und erfolgreiche Unternehmer.

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