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manager-lounge Newsletter März 2013

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helmut-becker

Mehr Bling, mehr Bang

Auf den ersten Autoblick glänzt die deutsche Autoindustrie wie die Sonne auf einer frischpolierten Kühlerhaube. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt so manche Unregelmäßigkeit im Lack. "Den Kameraden fällt nichts Neues mehr ein", sagt Autoexperte Helmut Becker im Gespräch. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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grieger-langer

Warum Unternehmen hereinfallen

Auch Unternehmen fallen auf Betrüger herein - wenn er wie ein Unternehmensberater auftritt, sagt die Profilerin Suzanne Grieger-Langer. Und nennt einen Test, den nur 3 Prozent aller Teilnehmer bestehen. »weiterlesen

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Schleunigst ein Austrittsrecht verankern

Bernd Lucke ist Chef und Vordenker der Alternative für Deutschland (AfD). Ein Gespräch über die Zukunft des Euro, die Briten und Südeuropa. »weiterlesen

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Terminvorschau

Hamburg, 19.03.2014, 19 Uhr

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Thema: The Bill Clinton Factor, die 5-Sekunden-Regel - Wie aus Kunden
Fans fürs Leben werden
Referent: Carsten K. Rath, Top 100 Keynote Speaker, Service Excellence Experte

Köln, 20.03.2014, 19 Uhr

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Thema: Gelebte Servicekultur - weil Haltung nicht kopierbar ist
Referentin: Sabine Hübner, Keynote-Speaker, Unternehmerin

Stuttgart, 21.03.2014, 18.30 Uhr

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Thema: Hinter den Kulissen des Stuttgarter Flugdienstes (vor Ort am Flughafen)

München: 24.03.2014, 19 Uhr

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Thema: Wo geht die Reise hin für die Automobilindustrie?
Referent: Dr. Helmut Becker, Ex-BMW-Chefvolkswirt, Leiter Institut für
Wirtschaftsanalyse und Kommunikation (IWK) München

Nürnberg, 25.03.2014, 18 Uhr

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Thema: Über den Wolken - manager-lounge im Flugsimulator Boeing 737

Zürich, 25.03.2014, 18.30 Uhr

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Referent: Dr. Urs Rüegsegger, Group CEO, SIX Group Ltd

München, 02.04.2014, 17.45 Uhr

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Thema: Aus dem Leben der Juden in München mit Führung in der
Ohel-Jakob-Synagoge
Referentin: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen
Kultusgemeinde München und Oberbayern

Düsseldorf, 03.04.2014, 18.30 Uhr

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Thema: Können Hollywood Studios überleben?
Referent: Gorka Hermann, Finance Director Paramount Pictures

Frankfurt, 03.04.2014, 19 Uhr

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Thema: Wie schaffe ich es, dass mich meine Räume umarmen?
Referenten: Dipl.-Ing. Innenarchitekt Norbert Kern, Interior Designerin Sabine Kober

Hamburg, 07.04.2014, 19 Uhr

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Thema: Profiler versus Parasit - Maßnahmen in der Betrugserkennung und
Betrugsprophylaxe für Unternehmen
Referentin: Diplom-Pädagogin Suzanne Grieger-Langer, Wirtschaftsprofiler,
CEO Grieger-Langer Gruppe, Lehrbeauftragte Frankfurt School of Finance and Management

weiterer Termin:

 
Köln, 10.04.2014, 19 Uhr

Berlin, 09.04.2014, 19 Uhr

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Thema: Cybersicherheit - Bewusstsein für die Gefahren aus dem World Wide Web
Referent: Arne Schönbohm, Präsident Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.,
Vorstand BuCET Shared Services AG

Stuttgart, 10.04.2014, 19 Uhr

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Thema: Verhandlungen gewinnt man im Kopf - Das Wichtigste über die
Macht der Psychologie
Referent: Frieder Gamm, Verhandlungsexperte, Business-Speaker

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Mehr Bling, mehr Bang

mm: Es scheint fast so, als würde die Autoindustrie sich weiter zu mehr "Bling", zu mehr "bang" entwickeln - mehr Sonderausstattung, mehr Kraft. Ist das zutreffend?

Becker: Ja und nein. In den hochentwickelten, gesättigten Märkten der Industriestaaten, in denen Verdrängungswettbewerb herrscht und Marktanteilsverluste nur durch immer neue bunte Derivate und so weiter vermieden werden können - ein klares "Ja". In den Schwellenländern mit großen ungedeckten Grundbedürfnissen an Mobilität lautet die Antwort "Nein".

mm: Deutsche Unternehmen scheinen gern auf der Welle des technologisch Möglichen weit vorn mitsurfen zu wollen - wird es ihnen auch in Zukunft gelingen, die entsprechenden Verkaufspreise zu erlösen?

Becker: Langfristig nein, es fehlen dafür Volumenwachstum und Einkommen in der Alten Welt. Die Margen werden schrumpfen, die Konsolidierung weiter fortschreiten, um Skalenvorteile bei Kosten und Ergebnis zu haben. Fazit: Die Anzahl der Hersteller schrumpft.

mm: Welche Rolle werden die Emerging Market künftig als Produzenten spielen?

Becker: Eine immer größere. Zunehmend vor allem für die NAFTA-Länder wegen Mexiko und den USA. Europas Bedeutung wird dagegen sinken.

mm: Auf Fahrzeugtypen heruntergebrochen, wo liegt in Ihren Augen die Zukunft. Zum Beispiel beim leichten SUV?

Becker: Ja. Dazu kommen Geschäftslimousinen und das, was ich Global-Warming-Typen nenne, also zum Beispiel Cabriolets und so weiter.

mm: Auf der einen Seite sieht man Exoten wie Wiesmann in die Insolvenz rutschen, auf der anderen Seite immer wieder Versuche, alte Marken wieder mit Leben aufzuladen oder wieder zu beleben. Wo geht die Entwicklung in der Autoindustrie hin - mehr Historie oder mehr Effizienz?

Becker: Zu beidem, ganz klar zu beidem. Retro, weil den Kameraden nichts Neues mehr einfällt - das Auto hat schon zehn Airbags, Kirmesbeleuchtung und so weiter. Auf der anderen Seite steht das Stichwort Effizienz wegen der CO2-Regulierung und die Suche nach alternativen Antrieben, die irgendwann kommen müssen.

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Warum Unternehmen hereinfallen

mm: Lassen Sie uns mit einem Cliché starten - früher sah man am Autoverkäufercharme des Gegenüber, dass Vorsicht zu walten hatte. Wie ist das heute?

Grieger-Langer: Heute ist es ebenso einfach oder ebenso schwer wie früher einen Betrüger zu enttarnen. Um es auf den Punkt zu bringen: Den semiprofessionellen Trickser mit dem Status Vorabendserie oder Autoverkäufercharme erkennt der aufmerksame Laie recht gut. Schwierig wird es bei den Profis. Das ist wie bei einem guten Hollywood-Schauspieler. Sie bemerken nicht, dass Sie verführt werden. Sie befinden sich schlicht in einem Paralleluniversum, in dem die Regeln des Betrügers gelten. Sie vertrauen dabei Ihrem Gefühl und das ist im Kontakt mit Profis genau die falsche Informationsquelle.

mm: Und die vielgepriesene Intuition?

Grieger-Langer: Normalerweise sollte man sich auf seine Intuition verlassen. Unsere Intuition kann sich aber nur auf unser Fachwissen stützen, wenn dies auch tatsächlich vorhanden ist. Sofern Sie also nicht alle Regeln der Schauspielkunst der Betrugsbranche kennen, werden Sie schlicht von der Glaubwürdigkeit Ihres Gefühls verwirrt. Es ist wie psychologisches Blitzeis, dass Ihre Achtsamkeit ins wohlige Schleudern bringt.

mm: Worauf kann man (sprich Unternehmen) sich verlassen - nur auf die eigene Menschenkenntnis?

Grieger-Langer: Wenn Menschenkenntnis vorhanden wäre, so wäre das schon mal ein großer Schritt. Leider höre ich davon mehr, als dass ich sie wirklich im Einsatz erlebe. Grundsätzlich aber, ob mit oder ohne, gilt es immer pingelig alle und alles zu prüfen. Das Motto sollte lauten: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist überlebenswichtig. Ein Beispiel: wieder und wieder machen wir diesen einfachen Test mit Unternehmen, den leider nur 3 Prozent bestehen. Wir mogeln einen fachlich sehr attraktiven Bewerber unter die Kandidaten, dessen Heimanschrift angeblich die örtliche Justizvollzugsanstalt ist. Nur 3 von 100 Unternehmen bemerken diese Tatsache überhaupt. Ich frage mich, wie man so nachlässig sein kann. Wir stellen immer wieder fest, dass bis zu 70 Prozent der Referenzen ein Fake sind: Universitäten, die es nicht gibt, Studienabschlüsse, die mit Photoshop selbst zertifiziert wurden… Es braucht vor allem akribische Prüfung der Fakten, bevor jemand überhaupt über die Türschwelle gelassen wird. Und dann - erst dann - kommt die Menschenkenntnis ins Spiel.

mm: Warum fallen die Menschen immer wieder auf Schwindler herein - zum Beispiel Anlagebetrüger Madoff?

Grieger-Langer: Das ist das große Warum, das sich alle Betrogenen stellen. Meist ist man dabei viel zu streng mit sich selbst. Denn wer ist schon auf einen professionellen Betrüger vorbereitet? Wir fallen auf Schwindler herein, weil diese Schwindler eine besondere Performance an den Tag legen. Wir nennen diese Menschen Eindrucksmanager. Ein Eindrucksmanager konzentriert sich darauf, den Eindruck über sich zu managen. Nochmal: derjenige managed den Eindruck über sich, aber nicht die Abteilung! Wenn Sie sich vorstellen, dass Sie 7/24 nur damit beschäftigt sind, glaubwürdig erfolgreich zu sein, dann werden Sie das doch schaffen, oder? Die lästige tägliche Arbeit erledigen Sie ja gar nicht. Sie haben also volle Konzentration darauf, den anderen abzuchecken, bei ihm anzudocken, ihn um den Finger zu wickeln und dann alles abzusaugen, was nicht niet- und nagelfest ist.

mm: Welche Rolle spielt dabei das Auftreten des Gegenübers?

Grieger-Langer: Das Auftreten des Gegenübers ist der entscheidende Faktor und zwar in beide Richtungen. Mit Blick auf die Betrogenen: Professionelle Betrüger, insbesondere deren Eliteeinheit, die Psychopathen, behaupten, dass sie ihre Opfer schon am Gang erkennen. Das mag erschrecken, ist aber nur natürlich. Der Betrüger achtet auf besondere Details. Er sucht Informationen über Ihre Sehnsüchte, Ängste und ihr Selbstbild. Mit diesen drei Knöpfen steuert er sein Opfer erstaunlich effektiv.

mm: Und der Betrüger?

Grieger-Langer: Je mehr jemand Ihrem Wunsch nach einem idealen Kandidaten (Manager, Mitarbeiter…) entspricht, desto eher lassen Sie in der Überprüfung fünfe gerade sein. Nur ist es so, dass der Profi sein Opfer bereits heimlich abgecheckt hat und sich eine so genannte Camouflage zulegte: wie ein Kleidungsstück zieht er die Rolle (die Person) an, die Sie sich herbeisehnen. Sobald er aus der Tür geht, legt er diese Rolle wieder ab - und das ist der entscheidende Moment, auf den ein Profiler wartet: der Wechsel der Silhouette, dann haben wir eine Chance, für einen Sekundenbruchteil die echte Substanz hervorblitzen zu sehen - meist ein echter Augenöffner. In Sachen Auftreten fragen Sie also nicht sich, der Sie Entscheider sind, sondern fragen Sie die, die für den Betrüger nicht relevant sind - den Pförtner, die Praktikantin, das Putzpersonal. Die sehen weit mehr von der echten Persönlichkeit, als Sie jemals zu Gesicht bekommen werden. Denn die gehören in die Niederrelevanzkategorie der Betrüger, die sind ihm den Aufwand nicht wert - das ist einer der ganz ganz wenigen Fehler, die ein Profi begeht. Also, das Auftreten ist meist Silhouette und nicht Substanz - Ihre Aufgabe besteht darin, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, um zu prüfen, ob Substanz vorhanden ist.

mm: Ist es eigentlich ein Unterschied, ob ein Betrüger auf ein Großunternehmen trifft oder einen Einzelunternehmer? Wo hat er die größeren Erfolgschancen?

Grieger-Langer: Da gibt es keine wirklichen Unterschiede. Die Vorgehensweise ist die gleiche. Es wird immer die Entscheider-Ebene besoffen geschmust mit Nettigkeiten, kompetentem Auftreten und Slang-Dropping (hier und da ein Fachwort lässt jeden versiert wirken). Dann ist die Frage, ob die Struktur des Unternehmens geeignet ist unterwandert zu werden: wenig Transparenz, kein Vier-Augen-Prinzip, Kronprinzensyndrom… dann kann sich ein Betrüger gemütlich einnisten. Und das ist das Problem der Einzelunternehmer - es sind in kleineren Firmen über die enge zwar mehr Kontaktpunkte gegeben und mehr Nähe sollte eigentlich eine bessere Beobachtung garantieren. Aber was nützt das, wenn der Entscheider über jemanden nichts kommen lässt, weil der Betrüger sein emotionaler Favorit ist? Mein Tipp: Wenn Sie Einzelunternehmer sind, ist es existentiell wichtig, die Personen, mit denen Sie Geschäfte machen oder die Sie einstellen, akribisch zu prüfen. Eine Fehlentscheidung könnte Sie Ihr Unternehmen kosten.

Lernen Sie live auf einem Event der manager-lounge, wie Sie von Betrügern eingelullt werden und was alles schief gehen kann.

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Schleunigst ein Austrittsrecht verankern

mm: Professor Lucke, schaut man auf die Börsenkurse oder die Spread-Entwicklungen, also den Abstand der Staatsanleihen aus Südeuropa auf die aus Deutschland, ist alles ruhig. Sind Sie dadurch beruhigt?

Lucke: Nein, in keiner Weise. Die Risiken sind ja vermutlich sogar gestiegen, denn die Krisenstaaten sind heute höher verschuldet als je zuvor. Dass die Zinsen sinken, liegt nur daran, dass die Eurozone klargemacht hat, dass sie im Zweifel alle Risiken übernimmt. Auch die Wettbewerbsfähigkeit der Länder Südeuropas hat sich nicht verbessert, denn die Exportpreise sind nach wie vor nicht gesunken. Die Verbesserung in den Handelsbilanzen ist zum Teil rezessionsbedingt, zum Teil auf die deutlich verbesserte Weltkonjunktur zurückzuführen. Aber angebotsseitig ist die Wettbewerbsfähigkeit nach wie vor schlecht.

mm: Erst 2015 soll es besser werden.

Lucke: Das behaupten EU und Bundesregierung. Sie haben auch mal behauptet, dass Griechenland nur drei Jahre lang Hilfe braucht.

mm: Ihr Petitum bleibt also erhalten - bestimmte Länder müssen aus der Eurozone austreten?

Lucke: Ja. Und wenn man mal nach Recht und Gesetz vorgehen wollte, sollte man schleunigst ein Austrittsrecht in den Europäischen Verträgen verankern.

mm: So wie aus einem x-beliebigen Fitnessclub?

Lucke: Der Austritt ist der aussichtsreichste Weg, um in Südeuropa wieder zu Wachstum und Wohlstand zu gelangen.

mm: Der was bewirken soll?

Lucke: Da es offenbar zu schwierig ist, durch innere Abwertung - also das Senken von Löhnen und Gehältern - die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen, bleibt nur die klassische Abwertung. Da die nur über eine eigene Währung erfolgen kann, muss das betreffende Land aus der Eurozone austreten.

mm: Bräuchte man einen Kriterienkatalog, der zum Beispiel regelt, ab welcher Neuverschuldung ein Land die Eurozone verlassen müsste?

Lucke: Ich halte nichts von einem festen System, das von einer Art Superregierung in Brüssel administriert würde. Dazu fehlt es völlig an der demokratischen Legitimation. Jedes Land soll selbst entscheiden, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Jedes Land kann im Euro bleiben, solange es will, vorausgesetzt es verlangt nicht, dass andere Länder ihm aus der Patsche helfen.

mm: Und was halten Sie von Alternativen zum Austritt, zum Beispiel einer Staatsinsolvenz. Gesetzt den Fall, die Staatengemeinschaft schüfe diese Norm?

Lucke: Die Staatsinsolvenz ist keine Alternative zum Austritt, sondern eine Ergänzung. Grundsätzlich ist eine Staatsinsolvenz der richtige Weg, um überschuldeten Ländern zu helfen. Aber die Wettbewerbsfähigkeit der Privatwirtschaft wird dadurch nicht verbessert. Dazu braucht man drastische Lohnsenkungen - oder, was für die Bevölkerung besser ist, Euro-Austritt und Abwertung.

mm: Zumindest würde ein Insolvenzrecht einen klaren Rahmen schaffen, binnen dessen eine Insolvenz ablaufen kann und den betroffenen Ländern nicht das Gefühl geben, ohne klaren Kurs zu fahren, von einer Troika fremdregiert zu sein. Welche Rolle spielt diese "Gefühlige" in der Krise?

Lucke: Das spielt eine große Rolle. Die schleppende Umsetzung von Reformen ist sicher auch auf das Gefühl zurückzuführen, fremdbestimmt zu werden.

mm: Glauben Sie, dass das alle die komplexen Hintergründe der Eurokrise verstehen?

Lucke: Das ist harte Kost und viele Bürger haben Probleme, die Bedeutung der Krise zu verstehen.

mm: Sie selbst könnten ja bald ins Europaparlament einziehen.

Lucke: Ja, die Hochrechnungen sind vielversprechend. Sie geben uns zwischen 6 und 8 Prozent der Stimmen.

mm: Haben Sie es dann nötig, mit Nigel Farage von der britischen Ukip zu sprechen?

Lucke: Gegen ein Gespräch spricht nichts. Aber inhaltlich sind wir näher an den britischen Konservativen oder der Labor Party, weil die ja die britische EU-Mitgliedschaft bejahen.

mm: Eine letzte Frage, mit der sich der Kreis des Gesprächs auch schließt - wie rational sind die Finanzmärkte, wenn sie eine Erholung der Realwirtschaft signalisieren, die so noch nicht stattgefunden hat?

Lucke: Ich glaube nicht, dass sie so rational sind, wie manche Leute gern glauben. Die Finanzmärkte haben ja zum Beispiel die Staatsschuldenkrise überhaupt nicht angemessen antizipiert.

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