manager-lounge Newsletter Juni 2013

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Welche Themen interessieren Sie? Die manager-lounge zeichnet sich durch seine zahlreichen Veranstaltungen mit hochkarätigen Referenten aus. Haben Sie ein Thema, das Sie besonders interessiert, oder eine Referentin/ einen Referenten, den Sie gern in der manager-lounge sehen würden? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen unter contact@manager-lounge.com. »mehr

Business breakfast mit Gerd Oliver Seidensticker: Die manager-lounge lädt Sie zu einem business breakfast mit Gerd Oliver Seidensticker, Geschäftsführer von Europas größtem Hemdenproduzenten und Präsident des GermanFashion Modeverbands Köln, ein. Diskutieren Sie mit Herrn Seidensticker über die "Vertikalisierung der Marke Seidensticker". »mehr

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hong_kong

Auftrieb für andere Kapitalgeber

Nicht nur der Ruf der Banken hat gelitten, auch ihre wirtschaftliche Schlagkraft krankt noch an der Finanzkrise. Und nun? Ein Interview mit Christian Freund vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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chillichoc

Von wegen innere Werte

Früher bedeutete Verkaufen ein aufgeräumtes Regal. Heute ist es eine bunte Erlebniswelt, irgendwo zwischen Freizeitpark und Museum. Nur - was bringt das den Unternehmen? »weiterlesen

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Außerhalb unserer mentalen Balance

Ob Elfmeterschießen oder eine schwierige Präsentation - wer seine Nerven nicht im Griff hat, wird es verpatzen. Doch diese Situationen lassen sich trainieren, sagt die Trainerin Marion Klimmer. »weiterlesen

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Terminvorschau

München, 18.06.2013

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Thema: Höchstleistungen erzielen – aber nur in emotionaler Balance!
Referentinnen: Marion Klimmer, Spezialistin für Höchstleistungen; Carla Eggen,
Expertin für Emotionale Balance

Hannover, 18.06.2013

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Thema: Die Finanzielle Repression und ihre Auswirkungen
Referent: Mirko Albert, Dozent Frankfurt School of Finance & Management,
Mitglied Prüfungskommission IHK Hannover

Penzberg, 19.06.2013

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Thema: Innovationsmanagement im Gesundheitsbereich
(inkl. Werksführung vor Ort bei Roche Diagnostics in Penzberg)
Referent: Dr. Jochen Hurlebaus, Head of Central R&D Services -
Innovation & IP Management, Roche Diagnostics GmbH

Wien, 19.06.2013

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Thema: Ende des Jugendwahns - übernehmen die Alten das Management?
Referent: Konrad Paul Liessmann, Professur für Methoden der Vermittlung von
Philosophie und Ethik am Institut für Philosophie der Universität Wien

Hamburg, 20.06.2013

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Thema: Das politische Gespräch
Referent: Guido Westerwelle, Bundesaußenminister; Moderation durch
Martin Doerry, stellvertretender SPIEGEL-Chefredakteur, und
Britta Sandberg, Ressortleiterin Ausland

Stuttgart, 20.06.2013

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Thema: Ungeahnte Verhandlungserfolge durch forensische Kommunikation
Referent: Marco Löw, Geschäftsführer und Inhaber Löw & Partner, BWA-Senator

Wien, 21.06.2013

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Thema: Der Mensch - das Maß? Was tun, wenn jede Entscheidung falsch ist
Referent: Mag. Dr. Leo Hemetsberger, Philosoph, Autor;
Moderation durch Florens Elblinger, Geschäftsführung, Eblinger & Partner

Köln, 25.06.2013

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Thema: Das Ende des Marketings - neue Strategien für den vernetzten Konsumenten
Referent: Holger Lietz, Vice President Consumer Card Marketing, American Express

Frankfurt, Lunchtalk, 03.07.2013

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Thema: Chancen für Europa und den europäischen Wirtschaftsraum
Referent: Dirk Müller, führender Börsen- und Finanzexperte "Mister DAX"

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Auftrieb für andere Kapitalgeber

mm: Wie sehr hat die Kreditklemme andere Finanzhäuser (Versicherer etc.) in die Position der Banken als Kapitalgeber gebracht? Und wie werten Sie diese Entwicklung?

Freund: Für Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind langfristige Investitionen unabdingbar. Das wird auch auf internationaler Ebene thematisiert und diskutiert. So geht etwa die Europäische Kommission mit ihrem Grünbuch zur langfristigen Finanzierung vom März diesen Jahres darauf ein, und auch eine Arbeitsgruppe der G30 widmet sich dem Thema "Longterm Finance and Economic Growth". Versicherer und andere Finanzunternehmen sind dabei sowohl angebots- als auch nachfrageseitig stärker in die Rolle des möglichen Kapitalgebers gerutscht. Zum einen ist der Bedarf an alternativen Kapitalgebern gewachsen, da im Zuge der Finanzkrise sowie der daraus resultierenden Regulierungen die Vergabe von Krediten seitens der Banken wesentlich restriktiver gehandhabt wird. Das noch immer historisch niedrige Zinsniveau stellt für Banken mit Blick auf die Fristentransformation eine große Herausforderung dar, und auch geänderte Eigenkapitalvorschriften machen den Banken zu schaffen.

mm: Und zum anderen?

Freund: Zum anderen hat die so entstandene Finanzierungslücke andere Finanzhäuser auf den Plan gerufen. Im Gegensatz zu Banken stehen Versicherer weniger unter dem Druck, sich kurzfristig refinanzieren zu müssen. Der vergleichsweise stetige Zufluss an Prämien ermöglicht längere Investmenthorizonte. Nach schmerzlichen Erfahrungen in der Finanzkrise steht die Diversifikation in Aktien, Immobilien und andere Sachwerte hoch im Kurs, und mit ihnen der Wunsch nach verlässlichen, transparenten Anlageformen. Und natürlich stehen viele institutionelle Investoren unter dem Druck, eine Mindestverzinsung erwirtschaften zu müssen. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld bleibt dies eine Herausforderung. Daher werden auch Alternativen wie beispielsweise größere Infrastrukturprojekte zunehmend mit in Erwägung gezogen. Allerdings bedürfen derartige Projekte einer angemessenen Planungssicherheit bezüglich der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie eines stabilen ordnungspolitischen Rahmens. Mit Solvency II steht ein großer Wandel für die Branche an. In Erwartung von Solvency II haben viele Versicherer ihre Aktienquoten bereits reduziert. Auch sind in einigen europäischen Ländern seit 2001 die maximal zulässigen Aktienquoten in Pensionsplänen stark gefallen.

mm: Muss es eigentlich immer Regulierung sein, die Banken zur Ausreichung von Krediten drängt?

Freund: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass geldpolitische Maßnahmen alleine nicht ausreichen, um die Kreditvergabe wieder anzukurbeln. Der Bankensektor ist mit Blick auf die realwirtschaftliche Kreditvergabe ein wichtiger Faktor für wirtschaftliches Wachstum. Gleichzeitig ist er geprägt von ständiger Innovation auf der Suche nach profitablen Geschäftsmodellen. Das dem Bankensystem inhärente systemische Risiko bleibt dabei oftmals bestehen. In der Folge bleibt: Regulierung ist ein Lernprozess, der auf Innovationen und Veränderungen im Bankensektor reagieren muss. Die aktuellen Regulierungsmaßnahmen werden genauso wie bereits in der Vergangenheit abgeschlossene Maßnahmen von empirischen Untersuchungen begleitet und auf ihre Wirksamkeit hin analysiert. Dies verringert das Risiko regulatorischer Fehlentwicklungen und hilft, Regulierung auch in Zukunft der weiteren Entwicklung anzupassen.

mm: Welche Rolle hat es in der Realwirtschaft, dass Banken teilweise einen schlechten Ruf haben, als "böse Buben" gelten?

Freund: Banken sind im Zuge der Finanzkrise verstärkt in die öffentliche Kritik geraten. Auch von politischer Seite wurde das Gebaren einzelner Institute teilweise kritisiert, und das Meinungsbild in weiten Teilen der Medien war einhellig: Banken haben das Vertrauen der Gesellschaft verloren. Das Meinungsbild variiert allerdings stark zwischen einzelnen Banken und Bankengruppen. Insbesondere kleinere Banken sowie Sparkassen haben vergleichsweise weniger Vertrauen eingebüßt als einige der großen Institute. Auch Unternehmen haben auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert und ziehen in den letzten Jahren verstärkt die Kapitalbeschaffung am Anleihenmarkt als Alternative in Erwägung. Diese Entwicklung wird durch das niedrige Zinsniveau und die Nachfrage nach Anleihen weiter gestützt. In jüngerer Zeit haben akute Risiken in einigen südeuropäischen Bankensystemen die grundsätzliche Debatte über die Ausrichtung des Finanzsystems überschattet. Auch auf Unternehmensseite stehen daher derzeit weniger moralische Aspekte hinsichtlich des Gebarens des Finanzsektors als reale Finanzrisiken im Vordergrund. Die Debatte über den Beitrag weiter Teile des Finanzsystems zur gesellschaftlichen Wertschöpfung ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

mm: Die USA scheinen es besser gemacht zu haben als Europa - zumindest wertet die Börse dieses so. Was ist die Lektion daraus?

Freund: Der direkte Vergleich zwischen den USA und Europa anhand der Börsendaten gestaltet sich schwierig. Zum einen war nicht nur in den USA in den vergangenen Monaten eine Entkopplung der Makro-Daten von den Börsenkursen zu beobachten. Die Geldmengenlockerung der letzten Jahre hat die Börsen beflügelt. So gab es in den letzten Monaten vereinzelt Kommentare aus dem Umfeld der Federal Reserve, die vor Preisblasen als Konsequenz der Geldmengenlockerung gewarnt haben. Der Kurssturz an den amerikanischen Märkten Ende Mai hat das noch einmal nachdrücklich zum Ausdruck gebracht. Er erfolgte, nachdem Kommentare des Federal Advisory Council zu einem möglichen Ende der Geldmengenlockerung und der Gefahr von Preisblasen in Aktien- und Anleihenmärkten die Runde machten. Zum anderen bleibt der direkte Vergleich angesichts der zusätzlichen Komplexitätsebene der Währungsunion in Europa weiterhin schwierig.

mm: Manche Kritiker werfen den Banken die schiere Größe vor und loben sogar Hedgefonds - denn die könnten ohne Folgen für die Volkswirtschaft abgewickelt werden. Ist es so einfach?

Freund: Sowohl die Größe des Finanzsektors insgesamt als auch die zunehmende Konzentration innerhalb des Sektors sind im Zuge der Finanzkrise kritisiert worden. Ein Aspekt, der neben der reinen Größe dabei oft vernachlässigt wurde, ist die gegenseitige Vernetzung und damit Abhängigkeit innerhalb des Finanzsystems. Die Struktur des Finanzsystems muss die Abwicklung einzelner Institute zulassen. Diese Anforderung wird mit mehreren Maßnahmen adressiert, wie zum Beispiel der Einführung von Clearing-Stellen und erhöhter Transparenz im Finanzsektor. Viele dieser Punkte sind von den Regulierungsbehörden bereits thematisiert und angegangen worden. So verlangt beispielsweise die BaFin bis Ende des Jahres von den als national systemrelevant eingestuften Instituten Sanierungspläne. Mit Blick auf den Schattenbankensektor werden ebenfalls weitreichende Maßnahmen diskutiert. Diese umfassen indirekte, auf Transaktionen ausgerichtete Maßnahmen sowie direkte, auf die Schattenbanken zielende Vorschriften. Die Regulierung wird weiterhin auf Entwicklungen im Finanzsektor reagieren. Risikobewusstes Verhalten von Finanzinstitutionen bleibt dabei ein wichtiger Aspekt.

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Von wegen innere Werte

Hamburg – Es duftet, ja, nach was duftet es eigentlich. Nach Nuss, nach Mandeln? Vermutlich nach Schokolade, immerhin stellt Hachez in seinem Chocoversum in Hamburg Schokolade her. Genauer, das Unternehmen nimmt die Besucher des Klinkerbaus mit auf den Weg von der Kakaofrucht, vorbei an der Bohne und deren Röstung bis hin zur Tafel Schokolade. Vorbei also an Jutesäcken, Waagen und Duftproben zu jenen Maschinen, die aus der Rohmasse silbrig umwickelte Tafeln machen. Ein Museum, das Schokolade verkauft? Oder eher ein opulent ausgestatteter Laden? Die Grenzen zerfließen wie die Schokoladenmasse in der Conche. Längst nicht nur im Fall Hachez. Denn Einkaufen heißt heute oftmals viel mehr als nur Konsum.

 

Beiersdorf setzte sich selbst 2006 mit dem Niveau-Haus in Hamburg ein blau-weißes Denkmal in bester Alsterlage. Lego wiederum baute ein eigenes Museum in Berlin, im Unternehmens-Jargon Legoland-Discovery-Center genannt. Man nehme also ein vergleichsweise bekanntes Produkt und schaffe ihm ein buntes Umfeld. Was sich liest wie der Ratschlag eines selbsternannten amerikanischen Marketing-Experten, findet sich in der Praxis immer öfter. Über 270.000 Besucher verbucht zum Beispiel das Nivea-Haus pro Jahr. Hachez hat für sein Chocoversum im ersten Halbjahr 2012 gut 50.000 Besucher gezählt und erwartet künftig steigende Besucherzahlen.

Und das ist weit mehr als nur eine Handvoll Einzelfälle. Vielmehr stellt der Handel der stetig wachsenden Konkurrenz des Online-Shoppens eine bunte Erlebniswelt gegenüber. Denn trotz des Siegeszugs von Smartphones und der damit einhergehenden ständigen Einkaufsanbindung wollen die Menschen das Einkaufserlebnis. Das konstatieren auch die Experten von der Beratungsgesellschaft KPMG. Es besteht "unverändert der Wunsch nach sinnesfrohen Shopping-Erfahrungen und Emotionen direkt am Point of Sale", schreiben sie in einer Studie (Consumer Markets, Trends im Handel 2020, KPMG und EHI Retail Institute). Und weiter heißt es: "Der stationäre Handel wird für Spontaneität, Inspiration und das echte haptische Produkterleben geschätzt." Beispiel Buchladen: "Schon das Betreten einer Buchhandlung ist ein sinnliches Erlebnis: Bücher haben – wie Brötchen – einen ganz eigenen, unvergleichlichen Duft", findet Harald Butz, Sprecher der Buchkette Kurt Heymann. "Anders als im Online-Handel, den wir als Service über unsere Web-Site selbstverständlich auch anbieten, lassen sich die Bücher gleich in die Hand nehmen, werden begreifbar und verschaffen einem einfach ein angenehmes Gefühl, wenn man übers Papier streift. Und der direkte, persönliche Austausch mit Buchhändlern ist stets eine Begegnung von Mensch zu Mensch." Und Beispiel Fahrrad: Specialized, eine amerikanische Radschmiede, hat in Hamburg jüngst einen Concept Store eröffnet. "Eine intensive Kooperation zwischen Specialized und dem Eigentümer des Fachgeschäfts", so nennt es Kilian Eller, Retail Service Manager bei Specialized und damit zuständig für die Concept Stores. Das Geschäft "hebt durch die besondere Innenarchitektur, welche die Specialized Farb- und Stilwelt widerspiegelt, die starke Bindung zur Marke hervor und schafft ein Einkaufserlebnis der besonderen Art. Bei der Produktpalette liegt der Fokus klar auf der Marke Specialized, Fremdprodukte ergänzen das Sortiment lediglich in den Bereichen, die Specialized als Anbieter nicht bedient." Die Marke, erfahrbar im besten Sinne des Wortes. Gut, wenn sich das Konzept verkauft. Noch viel besser, wenn es einen bleibenden Eindruck beim Besucher hinterlässt. Denn der kommt wieder, immer wieder.

Bunt, beeindruckend – aber eben auch nicht billig. So eine Präsentation muss sich ein Unternehmen erst einmal leisten können. Und das wird in den Hochglanzlagen der Großstädte immer teurer. "Es gibt einen Run auf die Top-1a-Lagen, um die eigene Marke inszenieren zu können und die Frequenzen zu nutzen", sagt Hubert A. Sevenig, Teamleiter Retail Investment des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle. Das lässt Unternehmen zusammenzucken.

"Wir können uns die 1a-Lage oft nicht mehr leisten und würden einige Standorte heute so nicht mehr machen", sagt Wilhelm Odwarka, bei der Kaffee-Kette Starbucks als  Expansionsleiter für die  EMEA-Region zuständig. Trotzdem müssen es offenbar diese Standorte sein – zumindest gemessen an dem Geldstrom. "50 Prozent des Investitionskapitals fließen weltweit in 30 Städte", sagt Immobilienexperte Sevenig. "In Deutschland vereinigen die Top-7-Städte die Hälfte des Transaktionsvolumens auf sich." Gut für Hamburg und München, übel für Bremerhaven und Forchheim. Kein Wunder also, wenn Hachez Chocoversum in Hamburg steht und nicht im heimischen Bremen und Legos Discovery-Center in Berlin statt in Grasbrunn, der deutschen Zentrale des Imperiums der Kunststoff-Quader.

Die Entwicklung im Handel stellt auch noch andere Anforderungen an die Unternehmen. "Das muss schon ein umfangreicheres Sortiment sein, dessen Angebot tief genug ist", sagt Mirko Warschun, bei A.T. Kearney Partner und Leiter Konsumgüter und Handels-Practice. Mit anderen Worten - für Firmen mit nur einer geringen Produktvielfalt lohnt der Aufwand nicht. "Flagshipstores dienen vor allem dazu, die Marke voranzubringen, in aller Regel wollen die Unternehmen damit aber auch nicht substantiell Geld verlieren." Das Beispiel Chocoversum bestätigt dieses Urteil. "Eine reine Absatzsteigerung war nie die Motivation, aus der das Chocoversum entstand", sagt Wolf Kropp-Büttner, Geschäftsführer sowohl des Hachez Chocoversum als auch der Bremer Hachez Chocolade. Er betrachtet es eher als eine PR-Maßnahme, die sicherlich positive Image-Effekte hat. Ohne Risiken ist das nicht. Denn "deswegen gibt es regelmäßig auch umfangreichere Schließungen solch unrentabler Stores", sagt Handelsexperte Warschun. Hachez zumindest war von den 50.000 Besuchern nicht ganz zufrieden und griff durch - September 2012 gab es einen Wechsel im Management. Die Marke, sie muss glänzen. Doch nicht um jeden Preis.

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Außerhalb unserer mentalen Balance

mm: Die Erkenntnis der Folgen der Psychologie, zum Beispiel der Börsenpsychologie, ist das eine, die Umsetzung das andere. Woran liegt das?

Klimmer: Wenn unter Stress oder auch in Euphorie-Situationen förmlich die Emotionen "überschäumen", dann ist unser limbisches System - umgangssprachlich "Emotionsgehirn" - überaktiv und gleichzeitig sind die kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt: Logisches Denken, Vernunfts- oder Gewissens-Entscheidungen. So erkennen oder bewerten wir erst im Nachhinein, dass wir offenbar wider besseren Wissens oder Gewissens gehandelt haben. Und gleichzeitig sind wir in einem hochemotionalen Zustand außerhalb unserer mentalen Balance. Ohne diese sind weder kluge Entscheidungen noch gesunde, persönliche Höchstleistungen möglich.  

mm: Fördert diese Fokussierung auf Höchstleistungen nicht, um es vorsichtig zu sagen, einen ganz bestimmten Menschenschlag und im schlimmsten Fall eine Art Monokultur des Managements?

Klimmer: "Höchstleistungen" im Sinne eines ewigen "höher, schneller, weiter" schon. Jedoch definiere ich in meiner Arbeit und in meinem Buch "Höchstleistungen" als einen Zustand, der es ermöglicht, in erfolgskritischen Situationen seine ganz persönliche Best- im Sinne von Höchstleistung auch tatsächlich abzurufen. Dies sind Momente, in denen es meist keine zweite Chance gibt: kritische Momente in Verkaufs- oder Verhandlungssituationen, Vorstellungsgesprächen, Auftritten, schwierigen Mitarbeitergesprächen - aber auch sportlichen Wettkämpfen. Geht der Fußball beim 11-Meter oder der Golfball beim Einlochen rein oder nicht?! Voraussetzung für diese situativen Höchstleistungen ist eine emotional-mentale Balance, die jeder mit etwas Übung und den richtigen Selbstcoaching-Methoden selber erzeugen kann.  

mm: Wie viel Druck lässt sich aushalten - und kann man diese Fähigkeit trainieren?

Klimmer: "Druck" im Sinne von massiven Anforderungen, die unserem persönlichen Motivations- und Persönlichkeitsprofil zuwiderlaufen, können wir nur kurzzeitig "gesund" aushalten. Einige bewusste Bewältigungsstrategien können dabei helfen. Jedoch können wir trainieren, auf Feldern, für die wir ausreichende Fähigkeiten, Talente und persönliche Motivatoren haben, uns sozusagen selbst zu "coachen" und hohen "Druck" im Sinne von Herausforderungen trainieren und meistern.  

mm: Wie nachhaltig wirkt so ein Training?

Klimmer: Das Training oder Coaching wirkt umso nachhaltiger, je mehr es die Erkenntnisse moderner Gehirnforschung berücksichtigt: Zentral ist die Einsicht, dass Emotionen (Ängste, Blockaden, Leistungsstress), die Leistungen beeinträchtigen, am Ort der Entstehung bearbeitet werden müssen - nämlich im limbischen System unseres Gehirns. Auf dieses haben insbesondere nicht-sprachliche Methoden effizienten Einfluss - wie schnelle Augenbewegungen (Rapid Eye Movements = REM), die wir aus den nächtlichen Traumphasen kennen und die wir auch im Wachzustand nutzen können. Die meisten anderen Coaching- und Selbstcoaching-Methoden versagen hier.

mm: Wie halten Sie es eigentlich mit sich selbst - Eigenmotivation gilt doch als die schwierigste Form.

Klimmer: Je mehr ich über mich als Führungskraft, jetzt als Coach und Trainerin und auch als leidenschaftliche Golfspielerin lernte und erfuhr, desto besser kann ich mich heute verstehen und motivieren. Hilfreich ist dafür auch das Wissen um aktuelle Erkenntnisse aus der Gehirnforschung - so kann ich die effizientesten Methoden einsetzen und mit Freude und Durchhaltevermögen Herausforderungen bestehen und Kunden unterstützen. 

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