manager-lounge Newsletter August 2010

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zwiegespraech

Mitglieder-Zwiegespräch: „Bei BP anfangen - warum nicht?“

Die deutsche Wirtschaft wächst wieder - aber mit welchen Mitteln? Schließen sich knallhartes wirtschaftliches Denken und verantwortliches ethisches Handeln aus? Darüber spricht manager magazin mit dem Strategieberater Stefan Erberich und der Wirtschaftsjuristin Filiz Albrecht, beide Mitglieder der manager-lounge. »weiterlesen

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manager-lounge: 3 Tipps für besseres Networken

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Albert Peters

local lounge Präsident Barcelona: Interview mit Albert Peters

Mitten im krisengeschüttelten Spanien sitzt der Kreis deutschsprachiger Führungskräfte, feiert 30-jähriges Bestehen und hat das Ohr der deutschen Spitzenpolitiker. Wie tief die Krise Spanien getroffen hat und wie wichtig deutsche Unternehmen vor Ort sind, erklärt Verbandspräsident Albert Peters im Gespräch mit manager magazin. »weiterlesen

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Umfrage-Auto

Umfrage Automobilbranche: Phönix oder Problemfall?

Galten die Autohersteller noch vor wenigen Monaten als Krisenbranche - Bremsprobleme bei Toyota oder defekte Treibstoffanzeigen bei Nissan - glänzen einige Unternehmen inzwischen wieder mit guten Zahlen. Als ob es die Krise nie gegeben hätte. Doch wo steht die Branche wirklich? »weiterlesen

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local lounge Düsseldorf: 17.08.2010, 15 Uhr

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Thema: So werden Sie zum „Herdenchef“
Referent: Michael Stieghorst, Partner Krups Consultants GmbH, Trainer des Teams „Herdenchef“

local lounge Frankfurt: 18.08.2010, 19 Uhr

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Thema: Unternehmensfinanzierung - Rechtliche Fallstricke
Referent: Dr. Christian Dohm, Dr. Tobias Hagner, Partner und Salary Partner der Kanzlei SIBETH

Clubangebot Körner: 20.-22.08.2010

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Thema: Kraftquellen finden: Wochenende im Kloster
Referent: Schwester Johanna und andere vom Kloster Volkenroda

local lounge Berlin: 25.08.2010, 19 Uhr

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Thema: Aktuelles zur Managerhaftung in Zeiten der Krise
Referent: Prof. Dr. Peter Fissenewert, Rechtsanwalt, Kanzlei BUSE HEBERER FROMM

Sonstige Veranstaltungen Hamburg: 26.08.2010, 19 Uhr

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Thema: RUHR 2010: Wertsteigerung eines Standortes
Referent: Prof. Dr. Oliver Scheytt, Geschäftsführer RUHR.2010 GmbH

local lounge München: 26.08.2010, 19 Uhr

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Thema: Manager zwischen maßlosem Profit und Ethik
Referent: Prof. Werner Josef Gartner, Universitätsprofessor für Unternehmensberatung und Standortmarketing, Autor zahlreicher Bücher, Teilnehmer an Fernsehdiskussionen und Berater des Top Managements

local lounge Nürnberg: 31.08.2010, 19 Uhr

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Thema: Dank gutem Risikomanagement erfolgreich in der Krise
Referent: Dr. Werner Gleißner, Vorstand der Future Value Group AG und Leiter der Risikoforschung der Marsh GmbH

local lounge Düsseldorf: 02.09.2010, 19 Uhr

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Thema: Business Speed Dating
Referent: Bernhard Müller, PR-Agentur Conosco

business breakfast Berlin: 07.09.2010, 10 Uhr

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Thema: Zu Gast: Dr. Florian Langenscheidt
Referent: Dr. Florian Langenscheidt, Gesellschafter der Langenscheidt-Verlagsgruppe

local lounge Stuttgart: 08.09.2010, 19 Uhr

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Thema: Vortrag bei Porsche: Marketing im Premiumsegment
Referent: Klaus Zellmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Deutschland GmbH

local lounge Köln: 09.09.2010, 19 Uhr

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Thema: Kundenakquise für den Mittelstand
Referent: Badr Moudden, Geschäftsführer MyBizUp

local lounge Shanghai: 14.09.2010, 18.30 Uhr

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Thema: Networking Shanghai
Referent: Guest of Central Government

local lounge Frankfurt: 14.09.2010, 19 Uhr

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Thema: Wie Ihr Unternehmen zur Ideenfabrik wird
Referent: Jens-Uwe Meyer, Geschäftsführer Ideeologen

Zu weiteren Veranstaltungen

Mitglieder-Zwiegespräch: „Bei BP anfangen - warum nicht?“

Das Ansehen der Wirtschaft und vieler Manager hat insbesondere in der Finanzkrise arg gelitten. Stefan Erberich, Strategieberater bei Steria Mummert Consulting, und Filiz Albrecht, Wirtschaftsjustiziarin mit der Leitung Recht und Personal beim Automobilzulieferer Erbslöh, sind beide Mitglieder der manager-lounge - und kennen sich aus mit ethischen Fragestellungen.

mm: Werden wir nach den Erfahrungen aus der Krise in Zukunft mehr verantwortliches Handeln erleben oder geht die Wirtschaft schnell wieder zur Tagesordnung über?

Erberich: Im Grunde ist man längst wieder zur Tagesordnung übergegangen. Das Muster wiederholt sich, erst gibt es einen großen öffentlichen Aufschrei und den Vorsatz, Besserung zu geloben. Doch am Ende kommen von alleine keine wesentlichen Änderungen. Ohne regulierende Eingriffe - am besten vom Markt selbst - wird alles beim Alten bleiben.

Albrecht: Ich glaube schon, dass wir in Zukunft mehr Achtsamkeit erleben werden, alleine schon durch die nun geschaffene erhöhte Transparenz. Grundsätzlich dürfte es aber auch künftig schwer sein, die Natur des Menschen und dessen unbedingtes Festhalten an machtbedingten Entscheidungen und Positionen nachhaltig zu beeinflussen.

mm: Der Druck der Aktionäre und Investoren steigt - kann man sich als Unternehmenschef von diesem nicht wenigstens ein Stück weit frei machen?

Albrecht: In den Managementpositionen sitzen ja idealerweise Leute, die gelernt haben, mit einem solchen Druck umzugehen. Dieser sollte ihre Entscheidungen somit nicht zwingend beeinflussen. Zumal Druck durch Aktionäre nicht automatisch bedeutet, dass diese sich mit ihren subjektiven Ansichten und Forderungen auch objektiv im Recht befinden. Der Unternehmenschef darf das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren und bei aller Interessenabwägung hat er mit seinen, sicherlich auch mal unpopulären, Entscheidungen hauptsächlich das nachhaltige Wohl des Unternehmens zu verantworten.

Erberich: Börsennotierte Großkonzerne haben es natürlich schwerer, hier etwas zu ändern, als eigentümergeführte Mittelständler. Mehr Transparenz und eine offene Kommunikation können jedoch helfen. Das ist zwar einfach, tut vermutlich jedoch auch vielen am meisten weh.

mm: Ein Unternehmen steht vor der Pleite - darf und muss ein Manager seine persönlichen Wertevorstellungen auch mal zurückstellen, um die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter zu retten?

Erberich: Als integerer Unternehmer oder Manager wird man nicht plötzlich alle seine Wertevorstellungen über Bord werfen - das könnte leicht nach hinten losgehen. Externe Unterstützung könnte in diesem Fall nicht schaden, diese wird beispielsweise auch gefördert, um die schwierige Situation erfolgreich zu stemmen.

Albrecht: Oft haben wirtschaftliche Notwendigkeiten leider zur Folge, dass man für ein größeres Ziel kurzweilig seine eigenen Grundsätze anpassen muss. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass die sonst übliche Rekrutierungsphilosophie eines Unternehmens, nämlich gute Leiharbeiter in eine Festanstellung zu übernehmen, in Krisenzeiten schlicht nicht umsetzbar ist. Wertevorstellungen sind daher niemals absolut, sondern müssen im Lichte der wirtschaftlichen Situation und damit auch zum Wohle der Belegschaft angepasst werden.

mm: Und volkswirtschaftlich gesehen? Das Bruttoinlandprodukt (BIP) als Maßstab für die Lage einer Nation ist doch schon lange nicht mehr zeitgemäß.

Erberich: Diese Kennzahl hat sich einmal eingefahren, nun ist es schwierig, sie durch eine andere abzulösen. Denn Wohlstand kann man am BIP gewiss nicht ablesen. Doch eine neue zeitgemäße Kennziffer müsste dann zumindest europaweit eingeführt werden, ein nationaler Alleingang hilft wegen der mangelnden Vergleichbarkeit nicht weiter.

Albrecht: Das BIP ist nach wie vor ein nicht zu vernachlässigender Indikator für die Lage einer Volkswirtschaft. Neben diesen harten Fakten dienen die ethischen Aspekte in der Beurteilung der Lage der Nation als Stimmungsbarometer und spiegeln damit die atmosphärische Situation im Land wider.

mm: Welche Rolle sollte Ethik bereits in der Ausbildung spielen, zum Beispiel in den Universitäten und den Business Schools?

Albrecht: Aus meinen MBA-Erfahrungen kann ich sagen, dass der Ethikgedanke dort eine große Rolle spielt, besonders in den USA. Wichtig für die Verinnerlichung ist jedoch ein praxisnaher Bezug - es sollte daher schon in der Ausbildung mittels sogenannter „case studies“ stets geübt werden, das ethische Denken mit einem wirtschaftlichen Handeln in Einklang zu bringen und dabei gleichzeitig authentisch und anpassungsfähig zu bleiben.

Erberich: In dieser Phase der Ausbildung kommt der wirtschaftliche und soziale Ethik-Unterricht eigentlich zu spät, da die Bildung des persönlichen Wertekanons mit Anfang 20 bereits weitgehend abgeschlossen ist. Viel besser wäre es, wirtschaftliche und damit verbundene ethische Fragen bereits im Schulunterricht zu behandeln. Werte und Ethik gehören von Beginn an in die Ausbildung und Erziehung. Hier sind Schulen und Elternhäuser gleichermaßen gefordert.

mm: Hand aufs Herz - jemand bekommt ein absolutes Topangebot von BP, sollte er bei diesem krisengeschüttelten Ölkonzern noch einen Job antreten?

Albrecht: Das muss jeder für sich alleine entscheiden. Ich bin da kein Verfechter von Boykottmaßnahmen. Natürlich ist hier eine schlimme Katastrophe passiert, doch in diesem Fall bietet sich ja auch die Chance, bestimmte Dinge in Zukunft besser zu machen. Darum würde ich sagen „Warum nicht?“.

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Interview mit Albert Peters local lounge Präsident Barcelona

mm: Herr Peters, Sie vertreten als Präsident der Kreises deutschsprachiger Führungskräfte (Kdf) die Interessen deutscher Unternehmen in Spanien. Wie ist denn die Stimmung der Deutschen in Spanien?

Peters: Schwierig, schwierig. Sehen Sie, der Arbeitsmarkt in Spanien ist weitaus reglementierter als es gerade in Deutschland gedacht wird. Ein Beispiel: Man muss den Arbeitnehmern bei einer Kündigung 45 Tage den Lohn fortzahlen, pro Jahr Betriebszugehörigkeit. Das ist zwar jetzt gelockert worden aber immer noch nicht ausreichend um von einer Flexibilität am Arbeitsmarkt zu sprechen.

mm: Aber Spanien krankt an ernsteren Problemen, oder?

Peters: Ja, die spanische Wirtschaft steht auf drei Säulen, dem Immobilienbereich mit seinen Bau- und Nebengewerben, dem Tourismus und der Autoindustrie. Zusammen machen diese drei Bereiche rund 60 bis 65 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts aus. Und alle drei haben in der Krise massiv gelitten. 800.000 Wohnungen stehen im Land leer. Und die Kaufkraft fehlt, was sich wiederum in den Absatzzahlen zum Beispiel bei SEAT niederschlägt. Und die Bevölkerung ist desillusioniert. Der Regierung traut man nicht zu, die Probleme zu lösen; der Opposition auch nicht. Also lebt man nach dem Prinzip „no pasa nada“, irgendwie geht das Leben schon weiter.

mm: Aber hier in Barcelona wimmeln die Geschäfte nur so vor einkaufslustigen Menschen. Ist es wirklich so schlimm?

Peters: Ja. In Barcelona oder Madrid sieht man die Krise tatsächlich nicht, die findet sich 20 Kilometer außerhalb, wo zum Beispiel die Werke von SEAT und den Chemieunternehmen stehen. Die großen Städte sind vom Dienstleistungssektor geprägt - und der leidet nicht so sehr unter der Krise wie der produzierende Bereich.

mm: Wie stark sind die Deutschen eigentlich in Spanien?

Peters: Deutschland hat hierzulande einen guten Ruf. Und deutsche Unternehmen erwirtschaften immerhin fast 13 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts.

mm: Was wünscht man sich im fernen Spanien von deutschen Politikern?

Peters: Parteiübergreifendes Handeln, billiges Kapital für Unternehmen und eine Senkung der Abgabenlast. In Krisenzeiten den nationalen Haushalt aufzublähen, das geht nicht. Und die Stoiber-Kommission …

mm: … dem Abbau der Bürokratie verpflichtet …

Peters: … soll endlich Ergebnisse vorlegen.

mm: In Deutschland soll gespart werden - wie geht Spanien die Krise an?

Peters: Die Regierung greift zwecks Haushaltskonsolidierung zu drastischen Mitteln. Und die Gewerkschaften laufen Sturm dagegen, es gab schon Generalstreik im öffentlichen Dienst und für den 29.09. ist ein Generalstreik für das ganze Land geplant. Der erste nach vielen vielen Jahren.

mm: Um die Haushalte in den Griff zu bekommen, sollen z.B. in Deutschland Banken oder auch Fluglinien mit Sonderabgaben belastet werden. Was halten Ihre Mitglieder von solchen Ideen?

Peters: Das schlägt doch nur auf den Endverbraucher durch. Sei es bei dem Tourismus oder den Banken, es fehlt einfach die große Lösung, die länderübergreifende Lösung. Wir müssen bereit sein, Kosten die in Boom-Zeiten durchaus denkbar waren in Krisenzeiten in Frage zu stellen. Aber welcher Politiker ist dazu schon bereit, wenn -wie auch hier in Spanien- alle 5-6 Monate in irgendeiner Region Wahlen anstehen.

mm: Das klingt ja fast die Forderung nach einem enger verwobenen Europa, zum Beispiel über eine gemeinsame Wirtschaftsregierung?

Peters: Wenn man Europa ernst nimmt, dann muss europaweit entschieden werden. Langfristig werden die Länder Hoheiten an die EU abgeben müssen. Vergleichen wir mal die EU mit den USA. Beide haben eine gemeinsame Währung. Doch dann hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Der Stolz auf die Region, der fehlt. Es gibt zuviel Konkurrenzdenken, Frankreich gegen Deutschland, Deutschland gegen England und so weiter. Und außerdem gibt es keine gemeinsame Sprache - das ist ein echtes Problem.

mm: Wieso - die meisten sprechen doch Englisch?

Peters: Wenn es denn so wäre. Nur 10 Prozent der Spanier sprechen Englisch, 50 Prozent der Deutschen und sogar 90 Prozent der Nordländer.

mm: Bedeutet das auch, dass sich die Sozialsysteme angleichen müssen?

Peters: Es muss doch egal sein, wo ich zum Arzt gehe. Wenn wir immer nur von Ausnahmeregelungen reden und nicht irgendwann einmal EU-weite Lösungen schaffen hört der Individualismus nicht auf. Und die Stärke der EU sollte eben das gemeinsame Handeln, gemeinsame Lösungen sein.

mm: Aber das heißt doch auch, dass die Politik eine stetige Strukturänderung über Jahrzehnte hinweg wagen muss. Halten Sie das für realistisch?

Peters: Churchill hat einmal gesagt, wir bräuchten keine Politiker, sondern Staatsmänner. Denn Politiker denken nur an die nächste Wahlperiode; ein echter Staatsmann dagegen an die nächste Generation.

mm: Würden Neuwahlen dabei helfen?

Peters: Nein, das ist eine Frage des Charakters, nicht der Wahlen.

mm: Und das soll gelingen?

Peters: Europa kann noch eine ganze Zeit so weitermachen. Aber krank ist der Patient derzeit noch - es ist nur die Frage, ob er am Ende gesund ist oder tot.

mm: Und was ist der erste Schritt auf diesem Weg?

Peters: Das Vertrauen. Früher hieß es, ich vertraue niemanden außer meinem Banker - heute ist es umgekehrt. Die Banken müssen von ihrem Sockel runter.

mm: Lassen wir die Banken mal beiseite - was muss sich ansonsten tun?

Peters: Am besten müsste man einen Sozialvertrag schließen, wie den Generationenvertrag. Alle müssten betroffen sein. Man darf da nicht nach dem St. Florian Prinzip vorgehen, Opfer müssen übergreifend gebracht werden. Ich glaube, die Bevölkerung ist auch bereit zu Opfern - wenn das so gesparte Geld sinnvoll eingesetzt wird. Das ist aber auch eine Aufgabe der Politik: Ausgaben aus Steuermitteln nur dann, wenn der ewige „Lobbyismus“ aufhört.
Außerdem muss jeder bei sich selbst anfangen. Und bei der Geldanlage bei drei Prozent Zinsen eben nicht abwinken und nach vier oder fünf fragen. Ich nenne das Selbstbescheidenheit. In Spanien verzichten Beamte auf 5 Prozent ihres Lohns.

mm: Und das ginge auch in Deutschland?

Peters: Wenn man das einem deutschen Bauarbeiter vorschlüge, wird der auch ja sagen, wenn er seinen Job behält. Die Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe ist dann allerdings schwer zu kommunizieren. Man braucht eine klare Linie, nicht nur immer Ausnahmetatbestände.

mm: Aber wo kommen sie denn her, diese Ausnahmen?

Peters: Das ist eben typisch deutsch, dieses "Ja, aber …". Es liegt auch am Lobbyismus, das ist der Feind.

mm: Sind Sie nicht auch Lobbyist?

Peters: Nein, wir sprechen ja für beide Seiten.

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Umfrage Automobilbranche: Phönix oder Problemfall?

Die Geschichte könnte im rumänischen Pitesi spielen. Einfache Automobile werden dort zusammengeschraubt, vier Modelle gibt es ohne viel Schnickschnack. Und bald sollen es nur noch drei Baureihen sein. Die Geschichte könnte aber auch in Toyota spielen. Dort baut man gleichfalls Autos. Allerdings gleich 13 Modelle, mit allen nur denkbaren Finessen. Dacia auf der einen Seite, Toyota auf der anderen - welche Geschichte besser ausgeht, man weiß es nicht. Es gibt nur Hinweise. Wie eben jenen, ganz aktuellen, aus Rumänien. Dacia will den Logan für Deutschland nicht weiter produzieren. Mangels Nachfrage, wie das Unternehmen auch offen zugibt. So wurden hierzulande zwischen Januar und April 2010 nur noch 67 Neuzulassungen für den Logan gezählt. 2006, dem besten Jahr, waren es fast 6.300, wie Dacia-Managerin Nadine Meier der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Nun lenkt das Unternehmen um: „Mittlerweile bieten wir mit dem Logan MCV, dem Sandero und dem Duster drei Modelle an, die noch stärker dem Geschmack des deutschen Marktes entsprechen“, sagt Meier. Günstig geht immer, ist das die Lehre?

Vertrauen gewinnen durch lebenslange Garantie auf Autos?

Nicht, wenn der Münchner Hinweis das wahre Abbild des Zustands der Autobranche zeichnet. Der bayerische Automobilkonzern mit dem Premium-Anspruch hat ein starkes zweites Quartal eingefahren, vermeldete das Unternehmen Anfang August. Absatz, Umsatz und Ergebnis stiegen, wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, und übertrafen die Erwartungen der Analysten.
Einen Hinweis ganz anderer Art liefert wiederum Opel. In Rüsselsheim will man seinen Kunden künftig eine lebenslange Garantie auf die Autos mit dem Blitz am Bug geben. Eine Reaktion auf die vergangenen Monate, in denen die Meldungen üner Rückrufaktionen nicht abzureißen schienen? So würde man es bei Opel sicher nicht kommuniziert wissen wollen. Doch Bremsen oder Lenksäule - immer öfter scheint an den doch so ausgereiften Autos irgendetwas nicht zu funktionieren.

Für Experten wie Matthias Bentenrieder vom der Unternehmensberatung Oliver Wyman ist das keine Überraschung. „Die Herstellung von Autos mit immer mehr Elektronik wird laufend komplexer, auch die Zulieferkette. Gleichzeitig verkürzen sich die Produktzyklen, die Modellwechsel sind immer enger getaktet. Auf der einen Seite ist, angefangen von der Forschung und Entwicklung, für die Modelle immer weniger Zeit. Auf der anderen Seite werden Module durch das Baukastenprinzip in steigender Stückzahl eingesetzt. Fehler haben dann einen durchschlagenden Effekt.“ Der Imageschaden, zum Beispiel für die Rückrufaktionen von Toyota, sei daher „gewaltig“, so Bentenrieder.

Technische Komplexität bedingt eine gewisse Problemquote

Dabei haben die Menschen sogar ein gewisses Maß an Verständnis für die Probleme. „Automobile sind hochkomplexe Produkte, die eine Vielzahl von Funktionen vereinen, und dem Benutzer ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit bieten“, sagt manager-lounge-Mitglied Christian Koehler von Ricardo Strategic Consulting. „Die Automobilindustrie hat deshalb in jahrelanger Arbeit eine Reihe von effektiven Techniken und Methoden installiert, um die Sicherheit und Qualität der Fahrzeuge sicherzustellen. Das es dabei immer wieder zu Problemen kommt, bleibt aufgrund der technischen Komplexität nicht aus.“ Dennoch bleibt die Skepsis. Bodo Arand, Mitglied der manager-lounge vom deasia Deutsch-Asiatisches Institut für Ansiedlungsmanagement, sagt: „An Investitionen in Bildung auf allen Ebenen darf halt nicht gespart werden.“

Klare Worte - und dabei ist die Qualität noch nicht einmal das Kernproblem der Automobilbranche. Gerade in Europa sehen die Experten des Beratungshauses Alix Partners noch Nachholbedarf. Die dortige Branche kämpfe weiterhin mit deutlichen Überkapazitäten und einem hohen Verschuldungsgrad. Die Konkurrenz in Amerika hätte bereits die Kurve gekriegt -

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