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manager-lounge Newsletter August 2012

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4 Minuten mit…: Ob eine Quelle im Internet vertrauenswürdig ist oder nicht, kann heute kaum noch nachvollzogen werden, sagt Andreas Kluge-Rech. Daher sei es wichtig, auch mal offline zu sein. »mehr

Tolle Präsente in unserer "Mitglieder werben Mitglieder"-Aktion: Werben Sie jetzt ein neues Mitglied und freuen Sie sich bei Abschluss einer Jahresmitgliedschaft über ein hochwertiges Geschenk. »mehr

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Sandschneider

"Nicht alles auf die Währung schieben"

Europa ist auf dem absteigenden Ast, sagt Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, Politikwissenschaftler des Think Tanks Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik. Und der Abstieg ist nicht aufzuhalten. Hoffnung gibt es aber dennoch. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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Heissner Stefan

"Gewisse Sorglosigkeit in Deutschland"

Compliance klingt nach Kontrolleuren, nach Verhindern statt Ermöglichen - dabei gehört sie zu einer guten Unternehmensführung, sagt Ernst & Young-Partner Stefan Heißner. Und nicht nur dort, auch der Staat sollte sich daran halten. »weiterlesen

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Seeler-Jurgeit

Im Zangengriff der Leitzinsen

Niedrige Leitzinsen sind eigentlich kein gutes Umfeld für Direktbanken. Denn sinken die Leitzinsen, können die Institute ihre verlockend hohen Zinsangebote nicht mehr halten. Und die Menschen fragen sich, warum sie zu einer Direktbank wechseln sollten. »weiterlesen

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local lounge Frankfurt, 14.08.2012, 19 Uhr

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Thema: Wie Sie im Kampf um die besten Talente erfolgreich sind
Referenten: Dr. Markus Baumanns, früher Geschäftsführer Bucerius Law School;
Dr. Torsten Schumacher, Unternehmensberater; beide Gründer und Gesellschafter von schumacher&baumanns

local lounge Berlin, 15.08.2012, 19 Uhr

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Thema: Live Hacking - so brechen Hacker in IT-Netze ein
Referent: Sebastian Schreiber, Geschäftsführer SySS GmbH

local lounge Hamburg, 16.08.2012, 19 Uhr

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Thema: Führen in Extremsituationen - Management jenseits der Zertifizierung
Referent: Olaf Hinz, Management-Berater, ehemaliger Büroleiter von Peer Steinbrück

local lounge Zürich, 21.08.2012, 18.30 Uhr

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Thema: Stress- und Burnoutprävention - ein Gewinn für Unternehmen
Referent: Peter Buchenau, Geschäftsführer The Right Way, Autor

business breakfast Hannover, 23.08.2012, 8.45 Uhr

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Thema: Der neue Handschlag - über die Zukunft der Geschäftsanbahnung
(auf der Messe Hannover)
Referent: Frank Pörschmann, Mitglied des Vorstandes Deutsche Messe AG,
Hannover (u.a. verantwortlich für CeBIT)

Hamburg, 27.08.2012, 18.45 Uhr

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Thema: Erfolgsmodell der ältesten Direktbank Deutschlands - der PSD Bank
Referenten: Dieter Jurgeit, Vorsitzender PSD Bank; Uwe Seeler, ehemaliger Fußballprofi

local lounge Düsseldorf, 28.08.2012, 18.30 Uhr

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Thema: Rechtssicher durch Social Media
Referent: Dr. Jürgen Hartung, Partner der Sozietät Oppenhoff & Partner

local lounge Wien, 06.09.2012, 9 Uhr

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Thema: Wissensaustausch für Entscheider - erfolgreicher kommunizieren
dank Wissen aus der Gehirnforschung
Referenten: Dr. Angelika Trachtenberg, BRAND NEUTM;
Mag. Kathrin Kränkl, KKR Consulting

local lounge Düsseldorf, 06.09.2012, 19 Uhr

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Thema: Chile, ein Weinbauparadies
(inkl. Weinverkostung - Premium-Weingut Viña Errázuriz)
Referent: Rodrigo Plass, Regional Director Europa der Chadwick Wines Gruppe

local lounge Köln, 11.09.2012, 19 Uhr

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Thema: Die größten Fehler - was müssen Händler und Hersteller
beachten, um im e-commerce erfolgreich zu sein?
Referent: Dr. Philipp Busch, Geschäftsführer Tradizio GmbH

local lounge Frankfurt, 12.09.2012, 19 Uhr

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Thema: Vorsprung durch Wissen - in jedem Kopf steckt ein Superhirn
Referent: Markus Hofmann, Gedächtnisexperte, Keynote Speaker,
Vorstandsmitglied der German Speakers Association (GSA)

local lounge Berlin, 12.09.2012, 19 Uhr

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Thema: Das „Heilige Land“ Israel und der Konflikt im Hause Abraham
Referent: Gerhard Lintner, stellvertretender Verteidigungsattaché
Deutsche Botschaft Tel Aviv a.D., Konsul von Djibouti a.D

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"Nicht alles auf die Währung schieben"

mm: Sie diagnostizieren den Abstieg Europas. Literarisch gefragt: Denk ich an Europa in der Nacht ... Sind Sie um den Schlaf gebracht?

Sandschneider: Nein, bin ich nicht. Aber zugegebener Maßen ist der Schlaf etwas unruhiger geworden. Europa befindet sich in turbulenten Zeiten. Ich tröste mich ein wenig damit, dass alle Abgesänge auf Europa wie auch auf den Westen bislang immer verfrüht waren. Das wird auch dieses Mal der Fall sein. Vielleicht werden wir uns in einigen Jahren über die Skepsis wundern, mit der wir über unser eigenes Europa nachgedacht haben. Es wäre für mich nicht sonderlich verwunderlich, sollte Europa tatsächlich stärker aus dieser Krise hervorgehen, als es hineingegangen ist.

mm: Welche Bedeutung hat der Euro für ein einiges Europa?

Sandschneider: Der Euro hat sicherlich symbolische Bedeutung. Er hat allerdings auch ein hohes Maß an wirtschaftlicher Bedeutung. Sinkende Transaktionskosten sind sowohl für Urlaubsreisende wie auch gerade für exportorientierte Unternehmen ein wichtiger Aspekt. Da hat der Euro vieles geleistet. Und eines darf man nicht vergessen: Wir leben derzeit nicht in einer Euro-Krise, sondern in einer Verschuldungskrise Europas. Das alles nur auf die Währung zu schieben, ist sicherlich zu einfach.

mm: Worin manifestiert sich der von Ihnen skizzierte Abstieg Europas?

Sandschneider: Auf- und Abstiege in der internationalen Politik sind völlig normale Prozesse. Europas Abstieg hat damit zu tun, dass - relativ gesehen - der Aufstieg der anderen dafür sorgt, dass die Bedeutung und der Einfluss Europas zurückgehen. Das ist für sich genommen kein Genickbruch, muss aber so gemanagt werden, dass Fehlreaktionen im Abstieg unterbleiben. Aus der Geschichte wissen wir, dass immer dann, wenn solche Fehlreaktionen eintraten, letztendlich Katastrophen entstanden sind.

mm: Lässt sich der Abstieg aufhalten?

Sandschneider: Vermutlich nicht. Auf- und Abstiege sind Prozesse, die sich nicht ohne Weiteres wie mit der Gangschaltung eines Autos steuern lassen. Aber natürlich kommt es auch darauf an, was man unter Abstieg wirklich versteht. Für die meisten ist das ein ausgesprochen negativer Begriff. Für mich ist er das mit dem Blick auf die dahinter stehende Bergsteigermetapher eigentlich nicht. Abstiege führen durchaus auch zum sicheren Ankommen im Tal und damit zum Erfolg. Aber ein Abstieg, den man aufhalten möchte, muss natürlich nicht bis hinunter ins Tal führen. Schon, wenn man auf einer tiefer gelegenen Hochebene ankommt, ist man immer noch ziemlich weit oben, ohne im fatalen Sinne des Wortes abgestiegen zu sein.

mm: Wie lässt sich ein Abstieg verwalten, so sich der Aufstieg schon kaum vereinbaren lässt - siehe ESM-Diskussion?

Sandschneider: Die Frage lässt sich bedauerlicherweise nur theoretisch und in großer Einfachheit beantworten: Mit Umsicht, mit Maß und Ziel und mit der Bereitschaft, sich gemeinsam mit anderen zu entwickeln, das heißt, anderen auch den Platz einzuräumen, den sie anstreben, ohne sich auf Verdrängungswettbewerbe einzulassen. In diesem Element des Verdrängungswettbewerbs liegt der Keim von größeren internationalen Konflikten.

mm: Gibt es in diesem Prozess Gewinner, gibt es Verlierer?

Sandschneider: Gewinner und Verlierer unterstellt eine ausgesprochen wertegeladene Reaktion. Wer will schon verlieren? Jeder will gewinnen. Ich halte das für die falsche Frage, wenn es darum geht, die Verschiebungen globaler Gewichte zu analysieren und entsprechend darauf zu reagieren. Die internationale Politik ist kein Nullsummenspiel. Wenn Absteiger gewinnen wollen, tun sie das, indem sie mit Aufsteigern kooperieren und zum Nutzen von beiden Seiten internationale Politik gestalten.

mm: Gibt es Vorbilder, beispielsweise aus der Historie, von denen sich lernen lässt?

Sandschneider: Ich habe mich beim Abfassen meines Buches gefragt, was die Fehler von Frankreich und Großbritannien beim Aufstieg Deutschlands waren, aber auch was Großbritannien beim Aufstieg der USA richtig gemacht hat und warum Frankreich bis 1951 brauchte, um zu begreifen, dass es sinnvoller ist, Deutschland einzubinden als Deutschland auszugrenzen. Es gibt eine Fülle von historischen Beispielen im Guten wie im Schlechten. Wir wären insgesamt gut beraten, uns die positiven Anfragen stärker zu Herzen zu nehmen, als es in der gegenwärtigen Debatte gelegentlich der Fall ist.

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"Gewisse Sorglosigkeit in Deutschland"

mm: Compliance - wird das Thema heute in Unternehmen eher über- oder unterschätzt?

Heißner: Wir beobachten, dass sich zunehmend eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Compliance in Deutschland etabliert. Das ist auch gut so, denn wir haben hier Nachholbedarf. Aktuelle Studien belegen, dass in Deutschland immer noch eine gewisse Sorglosigkeit herrscht - zumindest im internationalen Vergleich. Werden dann prominente Fälle öffentlich, überlegt natürlich jeder Topmanager, ob das im eigenen Hause auch hätte passieren können. Was ich etwas schade finde ist, dass dabei Compliance oder Good Governance meist nur in Richtung Kontrolle diskutiert werden. Wir sprechen viel über Zäune, Maschendraht und Sicherheitssysteme. Das greift aus meiner Sicht zu kurz. Wir müssen das Thema mehr zum Teil einer sinnvollen Unternehmensführung machen und die positiven Wertbeiträge sehen.

mm: Welche Kosten bringt das mit sich - und welche Kosten können entstehen, wenn die Errichtung einer funktionierenden Compliance unterlassen wird?

Heißner: Die Kosten richten sich nach der Komplexität der Aufgabe. Im Verhältnis zu den möglichen Schäden sind die Aufwendungen recht überschaubar. Stellen Sie sich vor, bei ihnen im Unternehmen verschwindet Geld und sie müssen ihre gesamte Buchhaltung auf den Kopf stellen, oder internationale Netzwerke von Scheinfirmen aufdecken und dann auch noch kostspielige Gerichtsprozesse bestreiten. Am Ende können teure Bußgelder, Reputationsverlust und oft das Ende von Karrieren stehen. Die Ansprüche an eine gute Unternehmensführung steigen weltweit - da reichen Bauernopfer häufig nicht mehr aus.

mm: Welche Gefahren lassen sich so abwehren - und welche nicht?

Heißner: Gegen das Fehlverhalten Einzelner wird man sich nie voll und ganz schützen können. Auf jede Möglichkeit, Korruption aufzuspüren, kommen regelmäßig auch neue Techniken der Verschleierung. Da bin ich Realist. Eine gesunde Compliance-Kultur in meinem Unternehmen kann mir allerdings sehr früh Hinweise auf abweichendes Verhalten liefern oder sogar verhindern, dass Menschen überhaupt in die Situation geraten, sich non-compliant oder straffällig zu verhalten. Das ist für mich zentral: Compliance-Systeme und Unternehmenskulturen funktionieren nur zusammen wirklich gut. Das muss sich beispielsweise auch im Gehaltsystem und den Karrierewegen ausdrücken. Wir sollten nicht nur Zäune errichten, sondern eben auch positiv die richtigen Anreize setzen!

mm: Man sagt, der Fisch stinkt vom Kopf her. Muss die Unternehmensleitung daher intern Verständnis für Belange der Compliance sorgen?

Heißner: Das ist für mich das zweite ganz wichtige Thema. Alle Führungskräfte vom Executive Board bis zum Teamleiter müssen nicht nur intern verständlich machen, was Compliance für ihr Unternehmen bedeutet. Sie müssen es auch vorleben und mit gutem Beispiel vorangehen. Ein professionelles System einzurichten und zu betreiben ist sicher richtig und eine wichtige Voraussetzung. Gelebt wird dies allerdings nur dann wirkungsvoll, wenn insbesondere die oberste Führung dazu steht und diese Denke zum Teil des Unternehmensalltags macht.

mm: Welche Rolle spielt Compliance eigentlich im Staatswesen, den Amtsstuben?

Heißner: Eine sehr große! Die Diskussion hat sich genau hier im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts entwickelt. Damals ging es unter dem Stichwort „Good Governance“ darum, Entwicklungsgelder nicht an Staaten zu verteilen, die diese dubios versickern lassen, missbrauchen, Bürgerkriege anzetteln oder ihr Volk ausbeuten. Damals entstanden die Forderungen nach Transparenz und nachvollziehbaren Geldflüssen. Und das ist heute noch hochaktuell. Das Grundprinzip ist bei Unternehmen nicht anders - letztlich geht es um Berechenbarkeit und ein gemeinsames Verständnis, wie wir wirtschaften wollen. Wir arbeiten gerade in diesem Zusammenhang unter dem Stichwort „Good Corporate Governance“ an einer sehr spannenden Publikation, in der wir genau diesen Brückenschlag von Politik zu Wirtschaft und auch seine positiven Folgen für die Unternehmensführung zeigen möchten.

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Im Zangengriff der Leitzinsen

Hamburg - Es ist nur eine kleine Meldung, und doch bringt sie die Situation der Direktbanken auf den Punkt. Die VTB Direktbank senkte im Juli die Festgeld-Konditionen um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte, wegen des Zinsumfeldes. Kein Einzelfall. Auch andere Direktbanken setzten die Vergütung ihrer Tagesgeldkonten herab. Überraschend ist das nicht, hatte doch zuletzt die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen auf 0,75 Prozent gesenkt. Und fällt der Leitzins, müssen auch Banken ihre Angebote nachkalkulieren. Besonders für Direktbanken sind die jedoch entscheidend.

Anders als die arrivierten Filialbanken wie Deutsche Bank oder Commerzbank sind diese Banken oftmals nicht so bekannt. Wie auch, es fehlt ihnen in der Regel der jahrzehntealte Kontakt der Berater zu den Kunden. Den Direktbanken bleiben nur "Kampfangebote", um auf sich aufmerksam zu machen. Und nach Ablauf der Angebote die Hoffnung auf die Trägheit der Kunden. Denn die wechseln nur zögerlich die Bank, für die sie sich einmal entschieden haben, ebenso wie bei der Krankenkasse. Ein legitimes Vorgehen - denn genau dank dieser Trägheit halten auch Filialbanken ihre Kunden. "Die regionalen Banken leben von ihrer oft wenig informierten Kundschaft, der Sicherheit wichtiger ist als gute Zinsen", sagt Max Herbst, der den Markt als Inhaber der FMH-Finanzberatung genau beobachtet. "Die Direktbanken müssen den regionalen Banken die Kundengelder 'abjagen' und das geht nur mit attraktiven Zinsen." Ärgerlich also, wenn die Zentralbanken genau diese Strategie unterminieren.

Denn "derzeit sind die Leitzinsen in der Eurozone (…) sehr niedrig und entsprechend liegen die normalen Tages- und Festgeldzinsen in der Spitze nur knapp über 2 Prozent", beobachtet David Ernsting von Broker-Test. Und das lässt nicht viel Luft, um verlockende Angebote zu kalkulieren. Dennoch bietet die Situation für die Direktbanken Chancen. "Die Direktbanken bieten mittlerweile viele Zusatzleistungen, wie zum Beispiel kostenlose Kontoführung oder eine kostenlose Kreditkarte und einen umfangreichen Service im Internet, der den einen oder anderen Weg zur Bankfiliale erspart", sagt Ernsting. "Und die Ordergebühren einer Direktbank sind immer noch deutlich niedriger als bei einer klassischen Filialbank."

Auch die Direktbanken selbst betonen den Zusatznutzen. Dieter Jurgeit zum Beispiel, Vorstandsvorsitzender der PSD Bank: "Das Tagesgeschäft eignet sich bestens als Einstiegsprodukt in eine neue Kundenbeziehung, denn es ist einfach zu vermarkten und für den Kunden extrem flexibel. Aktuell legen wir eine Top-Kondition in Höhe von 3 Prozent fürs Tagesgeld (…) auf, um unsere Leistungsfähigkeit zu beweisen." Er sagt aber auch: "In längeren Laufzeiten ist das ungleich schwieriger, da das Zinsänderungsrisikomodell zu Lasten der Bank geht." Mit anderen Worten - verspricht die Bank einen Zinssatz über einen längeren Zeitraum, muss sie den auch zahlen. Selbst wenn die Leitzinsen in der Zwischenzeit gestiegen sind. Es bleibt den Banken nur die Flucht, weg vom reinen Tagesgeldanbieter.

"Da viele Kunden derzeit in Betongold investieren, partizipieren wir mit unseren Top-Konditionen ganz besonders von diesem Trend. Besonders auffällig ist hierbei die Veränderung des Nachfrageverhaltens, denn mittlerweile kommt jede zweite Baufinanzierungsanfrage über eine Internet-Vertriebsplattform wie zum Beispiel Interhyp." Ähnliches weiß Patrick Herwarth von Bittenfeld von der Ing Diba zu berichten. "Wir konnten bei den Spargeldern das Volumen auch durch starke Zuwächse bei Festgeldern im vergangen Jahr um 7 Prozent steigern", sagt der Sprecher des Unternehmens. "Nach der Deutsche-Bank-Gruppe - inklusive Postbank - ist die Ing Diba damit inzwischen die zweitgrößte Sparbank Deutschlands. Des Weiteren sind wir mit rund 885.000 verwalteten Depots der Marktführer unter den Online-Brokern. Und in der Immobilienfinanzierung gehören wir mit einem Bestandsvolumen von 56,5 Milliarden Euro zu den größten deutschen Baufinanzierern. Einzig bei den klassischen Altersvorsorgeprodukten hatten wir bislang kein Produktangebot. Diese Lücke wurde mit der 'Riester-Rente Plus', einer Kooperation mit dem Direktversicherer Hannoversche, Anfang Juli geschlossen."

Zwingend ist dieser Schritt in die Erweiterung des Angebots nicht einmal. Und das liegt an der schlanken Struktur der Direktbanken. "Die Sparkassen und Volksbanken glänzen mit extrem niedrigen Anlagezinsen und haben sehr oft die höchsten Raten- und Dispozinsen", sagt Herbst. "Heißt: Sie beanspruchen eine extrem hohe Marge. Die Direktbanken haben eine wesentlich schlankere Struktur und wesentlich geringere Standortkosten. Somit können sie es sich erlauben, bessere Anlagezinsen bei geringeren Kreditzinsen zu bezahlen."

Kein Wunder also, wenn neue Direktbanken den deutschen Markt entern, wie zuletzt Rabodirect, eine Tochter der Rabobank. Die eingangs erwähnte VTB Direktbank ist erst seit dem Frühling 2011 in Deutschland aktiv. Und dennoch soll noch Luft für weitere Anbieter sein. "Bei den regionalen Banken sind noch so viele unzufriedene Kunden abzuwerben", sagt Herbst. "Man muss also keine Angst vor einem Direktbanksterben haben." Denn immerhin haben die Banken gelernt. "Viele der Direktbanken haben sich bereits auf einzelne Segmente spezialisiert - die SWK Bank als Anbieter von Ratenkrediten auch für andere Banken, die Santander Direktbank als sehr erfolgreiche Autofinanzierungsbank, oder die Ing Diba, die vor fünfzehn Jahren noch belächelt wurde", sagt Herbst. "Und auch die Sparkassen und Volksbanken haben alle das gleiche Geschäftsmodell und leben seit Jahren wunderbar nebeneinanderher in den kleinsten Städten."

Experte Ernsting stimmt zu. "Es gibt immer mehr Anlagemöglichkeiten für private Investoren. Entsprechend ist auf der Anlegerseite auch der Bedarf nach sehr unterschiedlichen Bank- und Investmentangeboten groß. Ich glaube nicht, dass diese Nachfrage durch vier oder fünf Banken gedeckt werden kann. Viele Kunden entscheiden sich auch dafür, parallel mehrere Bankverbindungen einzugehen. Bei der einen Bank führen sie online das Girokonto und bei der nächsten investieren sie zum Beispiel in Devisen, um sich in der Eurokrise abzusichern."

Entsprechend ehrgeizig ist man in den Führungsetagen der Direktbanken. Immerhin peilen die Lenker der schlanken Institute im Schnitt ein jährliches Ertragswachstum von 17 Prozent an. Bei den Sparkassen beispielsweise kalkuliert man mit 3 Prozent, belegt eine Umfrage der Unternehmensberatung Investors Marketing aus dem Jahr 2011. Helfen könnte ihnen dabei die Eurokrise. Denn die hat vor allem die herkömmlichen Filialbanken getroffen. "Mit hochspekulativen Finanztransaktionen sowie nicht tragfähigen Geschäftsmodellen haben speziell Groß- und Landesbanken dem Ruf der gesamten Bankenbranche großen Schaden zugefügt", sagt PSD-Chef Jurgeit. "Da die Direktbanken mit ihrem realwirtschaftlich orientierten Privatkundengeschäft einen völlig anderen Managementansatz verfolgen, ist ihre Reputation nach wie vor gut." Und von Bittenfeld von Ing Diba ergänzt: "Generell ist festzustellen, dass die Bankkunden durch die Entwicklungen der letzten Monate und Jahre und die Berichterstattung darüber kritischer und selbstbewusster geworden sind. Die Ing Diba profitiert allerdings von diesem Trend, denn im Gegensatz zu vielen anderen Finanzinstituten setzt sie mit ihrem Geschäftsmodell gerade auf Kunden, die eigenständig agieren, Angebote kritisch prüfen und Aussagen von Anbietern hinterfragen."

So viel Optimismus sucht man in den Filialbanken vergebens. Sahen im Sommer 2011 noch 98 Prozent der deutschen Kreditinstitute ihre Geschäftslage positiv, waren es im Januar 2012 nur noch 90 Prozent, zeigen Erhebungen der Wirtschaftsberatung Ernst & Young. Das ist der schwächste Wert seit 2009. Neuere Daten gibt es noch nicht - was vielleicht sogar gut ist.

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