manager-lounge Newsletter August 2013

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Business breakfast mit Gerd Oliver Seidensticker: Die manager-lounge lädt Sie zu einem business breakfast mit Gerd Oliver Seidensticker, Geschäftsführer von Europas größtem Hemdenproduzenten und Präsident des GermanFashion Modeverbands Köln, ein. Diskutieren Sie mit Herrn Seidensticker über die "Vertikalisierung der Marke Seidensticker". »mehr

ISLAM - Grundlage und Einführung in das Wesen der Religion: Dieser Vortrag wendet sich an Führungskräfte, die mehr über den Islam erfahren möchten. Fernab vom Missbrauch des Glaubens durch Fanatismus, Frauenunterdrückung, Terror und Intoleranz bietet er einen nüchternen Einblick in das spirituelle Wesen des Islam auf Grundlage seiner Schriften. »mehr

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Bentley

Immer auf dem "Bentley-Weg"

Bentley - nur wenige Namen unter den Autoherstellern verströmen diesen Duft von Holz, Leder und Tradition. Doch wie lässt sich so ein Ruf, so eine Marke in die Zukunft steuern? Ein Gespräch mit Stefan Büscher, Marketing-Direktor von Bentley. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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Bockholdt

Teure Fehlgriffe vermeiden

Bei der Suche nach Führungskräften greift der Mittelstand oft daneben. Und das muss nicht sein, erklärt der Consultant Thomas Bockholdt. »weiterlesen

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Moesslang, Michael

Die Macht des Merkel-Dachs

Körpersprache wird unterschätzt - und kann doch großen Eindruck hinterlassen, findet der Trainer Michael Moesslang. Ein Gespräch über die Herausforderung von Präsentationen und Angela Merkels Köpersprache. »weiterlesen

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Terminvorschau

Hamburg, 13.08.2013

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Thema: ISLAM - Grundlage und Einführung in das Wesen der Religion
(vor Ort in der Fazle-Omar Moschee)
Referenten: Daud Ata, Geschäftsführer ATAKOM Systemhaus UG;
Hammad Martin Härter, Stv. Vorsitzender der Hilfsorganisation Humanity First e.V.

Frankfurt, 13.08.2013

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Thema: Spitzenkandidaten im Körpersprache-Check - wie Ihre Körpersprache und
Rhetorik die Wahl entscheidet
Referent: Michael Moesslang, Experte für Präsentation, Rhetorik und Körpersprache

weiterer Termin:

 
Köln, 28.08.2013

Berlin, 14.08.2013

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Thema: Das Ende des Marketings - neue Strategien für den vernetzten Konsumenten
Referent: Holger Lietz, Vice President Consumer Card Marketing American Express

Düsseldorf, 27.08.2013

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Thema: Erfolgsfaktoren der Manager-Rekrutierung im Mittelstand
Referent: Thomas Bockholdt, Managing Partner InterSearch Executive Consultants

Shanghai, 27.08.2013

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Thema: Cutting rough diamonds - the missing link in corporate education
Referent: Professor Dr. Zheng, HAN HANIEL Group, Chair of Marketing and
Entrepreneurship, Sino-German School for Postgraduate Studies
(CDHK) of Tongji University

Hannover, 29.08.2013

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Thema: Personal richtig auswählen - innovative Wege zur Identifizierung
von potentiellen Führungskräften
Referent: Dirk Schneemann, Geschäftsführer Schneemann GmbH

Hamburg, 02.09.2013

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Thema: "Das politische Gespräch" zur Wahlrunde
Referenten: Richard David Precht, Philosoph; Paul Nolte, Historiker; Juli Zeh,
Literatin, Juristin; Moderation durch Klaus Brinkbäumer, stellvertretender
SPIEGEL-Chefredakteur und Britta Sandberg, Ressortleiterin Ausland

München,  02.09.2013

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Thema: Welche neue Medienwelt entdecken Verlage, Web und Social Media?
Referentin: Katharina Borchert, Geschäftsführerin SPIEGEL ONLINE

Hamburg, 03.09.2013

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Thema: DIE SMARTE ART, sich durchzusetzen
Referentin: Astrid Posner, Schauspielerin, Kommunikationswissenschaftlerin

weitere Termine:

 
Berlin, 12.09.2013; Frankfurt, 18.09.2013

Zürich, 09.09.2013

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Thema: Ungeahnte Verhandlungserfolge durch forensische Kommunikation
Referent: Marco Löw, Geschäftsführer und Inhaber Löw & Partner, BWA-Senator

business breakfast in Bielefeld, 11.09.2013

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Thema: Vertikalisierung der Marke Seidensticker (vor Ort im Textilkontor)
Referent: Gerd Oliver Seidensticker, Geschäftsführender Gesellschafter
Seidensticker Unternehmensgruppe Bielefeld

Hamburg, 11.09.2013

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Thema: Managerboxen - Boxen für Büromenschen
Referent: Tim Albrecht, Geschäftsführer White Collar Boxing, Trainer,
Personal Coach; Boxtrainer Lukas Schulz, erfolgreichster
Hamburger Boxer der letzten 20 Jahre

Köln, 12.09.2013

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Thema: SHAKE YOUR LIFE - der richtige Mix aus Karriere, Liebe und Lebensart
Referent: Ralph Goldschmidt, Redner, Autor

Stuttgart, 12.09.2013

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Thema: Social Media im Arbeitsverhältnis - Chancen und Risiken für Unternehmen
Referent: Dr. Roman Frik, Fachanwalt für Arbeitsrecht

» Zu weiteren Veranstaltungen

Immer auf dem "Bentley-Weg"

mm: Kann man den Wert der Marke und deren Bedeutung für Bentley eigentlich überschätzen?

Büscher: Sicher nicht. Die Marke ist unsere eindeutige Identität. Sie formuliert für uns eine Art Leitbild. Die Marke steht daher im Mittelpunkt all unserer Aktivitäten.

mm: Bentley hat gerade den Weg freigemacht für einen SUV, einer Gattung also, die bei anderen Konzernen schon lange rollt. Verträgt das die Marke?

Büscher: Unser SUV wird ein waschechter Bentley sein, der die gesamte Bentley-DNA verkörpert. Handmade in England, by Bentley Motors. Somit ist die vierte Baureihe eine natürliche Weiterentwicklung unserer Marke. Und: Unsere Kunden haben klar um einen Bentley in diesem, für uns neuen, Segment gebeten. Wir sehen eine exklusive Wachstumschance, eine Lücke ganz oben im SUV-Segment, und füllen diese nun aus, wie es nur Bentley kann.  

mm: Helfen Sie einem Nicht-Bentley-Fahrer auf die Sprünge - was ist die Bentley-DNA?

Büscher: Bentley repräsentiert die Speerspitze automobiler Exzellenz. Eine glorreiche Tradition mit einem unverkennbar britischen Erbe, luxuriöse Handwerkskunst mit unvergleichlicher Qualität, maßgefertigte Individualität für jeden einzelnen Kunden, elegantes zeitloses Design, mühelose Kraftentfaltung mit überlegenem Leistungsvermögen, kombiniert mit modernster Technologie. Die Marke Bentley vereint all diese Attribute wahrhaft einzigartig bei jedem Modell.  

mm: Und mit dem SUV soll nun die Produktpalette abgerundet werden.

Büscher: Genau richtig, wie gesagt, die neue Baureihe repräsentiert eine konsequente Weiterentwicklung.  

mm: Das erinnert an Porsche, die lange nur über den Klassiker 911 definiert wurden, zumindest von Traditionalisten. Und denen der Cayenne dann ein Dorn im Auge war, zumindest anfangs. 

Büscher: Kritische Stimmen gibt es doch immer, und das ist auch gut so, denn auch dort haben wir sehr genau zugehört, was sich unser Kunden wünschen. Darauf sind wir in der Entwicklung nun systematisch eingegangen. Über die überwältigende Mehrheit an positiven Stimmen zu unserem komplett neuen Fahrzeugkonzept und Zustimmung unserer Kunden haben wir uns aber auch sehr gefreut.  

mm: Blicken wir einmal in eine andere Nische, die der Kleinwagen. Aston Martin baut den Cygnet, ist das eine Idee auch für Sie?

Büscher: Gehen Sie davon aus, dass sich Bentley stets weiter entwickeln wird - allerdings immer auf dem "Bentley-Weg". Jedes neue Produktangebot wird dabei ganz sicher, wie der neue SUV, eindeutig unsere Markenidentität reflektieren. Im Moment konzentrieren wir uns auf den neuen Flying Spur, der dieses Jahr in Genf vorgestellt wurde, und unsere vierte Modellreihe.

mm: Es hieß vor einiger Zeit, man wolle 15.000 Autos im Jahr verkaufen. Wie dies?

Büscher: Bei Bentley wird das pure "Absatzvolumen" niemals im Mittelpunkt stehen. Wir bleiben authentisch und extrem exklusiv in den jeweiligen Segmenten, in denen wir aktiv sind. 2012 war ein sehr gutes Jahr für Bentley. Mit einem Wachstum von 22 Prozent erhöhten sich die Auslieferungen auf 8.510 Fahrzeuge. Auch in 2013 erwarten wir wieder ein zweistelliges Wachstum und die Ergebnisse in der ersten Jahreshälfte zeigen, dass wir auf dem richtigen Kurs sind. Ambitionierte Ziele scheinen uns also Ansporn zu sein. Dabei haben wir gleichzeitig unser Handelsnetz ausgebaut: 2013 kommen weltweit weitere 40 Händler in die Bentley Familie. Bentley ist der weltweit führende Hersteller von Luxusautomobilen. Dies soll auch so bleiben.  

mm: Fragen Ihre Kunde eigentlich nach dem Preis der Autos - oder gilt der alte Spruch, wer fragt, kann sich ein Luxusauto sowieso nicht leisten?

Büscher: Unsere Kunden sind sehr gut informiert und wissen den Wert eines Bentley zu schätzen. Sie wissen beispielsweise, dass unsere Modelle von Hand aus den feinsten Materialien gefertigt werden. Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut.  

mm: Die Rabattschlachten anderer Hersteller ...  

Büscher: ... machen wir nicht mit. Das würde ebenfalls nicht zur Exklusivität unserer Marke passen.  

mm: Und passen Gedanken zur Umweltfreundlichkeit dazu, Zylinderabschaltung zum Beispiel oder zum Flottenverbrauch?

Büscher: Unsere Verantwortung für die Umwelt nehmen wir sehr ernst und arbeiten stets an unserem Karbon Footprint. Zirka 90 Prozent der Bentley Modelle sind FlexFuel fertig und die CO2 Emissionen unserer Flotte wurden seit 2008 um mindestens 15 Prozent reduziert. Mit dem V8 Motor im Continental GT V8 haben wir ein Aggregat, welches 40 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht. Auch unser Werk wird immer umweltfreundlicher: Seit 2000 reduzierten wir den Energie- und Wasserverbrauch der Fabrik in Crewe um 50 Prozent; Abfall wird zu 80 Prozent recycelt, und Bentley hat das erste Automobilwerk im Vereinigten Königreich mit ISO50001 Auszeichnung. Unsere Kunden erwarten Performance, jedoch nicht um jeden Preis. Die Umwelt ist ihnen zunehmend wichtiger.  

mm: Und das bedeutet konkret?

Büscher: Wir denken konkret über Antriebsalternativen nach, insbesondere beim neuen SUV. Hier werden wir innovative Hybrid-Technologie einsetzten - und vielleicht noch andere Motorvarianten.  

mm: Letzte Frage - lange hieß es, Luxus läuft immer. Doch das Ende der Edelmarke Maybach belegt das Gegenteil. Gibt es Lehren, die man bei Bentley daraus gezogen hat? 

Büscher: Selbstverständlich! Mit großem Respekt haben wir den "Fall Maybach" genau analysiert und für uns daraus gelernt. Ich denke, wir haben den Vorteil der "unbroken line", also der steten Existenz und Weiterentwicklung seit unserer Gründung 1919. Das hat kaum ein anderes Unternehmen und das wirkt sicher auch nach außen. Wir waren immer präsent - und wir waren immer exklusiv, immer "Bentley". Und so wird es auch bleiben. 

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Teure Fehlgriffe vermeiden

mm: Mal liest man vom "war for talents", dann wieder von arbeitslosen Ingenieuren - wie ist die Lage des Mittelstands wirklich?

Bockholdt: Nicht nur im Mittelstand, sondern insgesamt wird es immer schwieriger und langwieriger, passende Führungskräfte und Mitarbeiter zu finden. Anforderungen der Unternehmen an Mitarbeiter wachsen und zugleich sind die Kandidaten auch recht anspruchsvoll und scheuen aufgrund der unübersichtlichen Lage in Europa vor allzu großem Risiko zurück.

mm: Die beliebtesten Unternehmen sind bei Uni-Absolventen immer die gleichen Riesen, oftmals Autohersteller. Wie kann der Mittelstand da gegenhalten?

Bockholdt: Das ist eine sehr plakative Befragung, weil die Großen viel bekannter sind als die Mittelständler. Der Mittelstand muss seine Stärken in den Vordergrund stellen: langfristige Geschäftsmodelle, dadurch recht große Sicherheit, aber auch kurze Entscheidungswege, unternehmerische Aufgabenstellungen, persönlicheres Arbeitsumfeld. Das interessiert die meisten Uni-Absolventen.

mm: Welche Rolle spielt die oftmals traditionelle Struktur eines Mittelständlers, gern mit einem "Patriarchen" an der Spitze?

Bockholdt: Ein Unternehmer an der Spitze kann ein großer Vorteil sein, weil das Unternehmen damit menschlicher wird und persönlich erlebbar. Voraussetzung ist immer - das gilt für alle Unternehmen -, dass die Darstellung des Unternehmens und die Rekrutierungsprozesse äußerst professionell sein müssen. Kandidaten und Bewerber wollen ernst genommen werden und vor allem professionell behandelt werden. Das geht mit dem ersten Kontakt los. Merkwürdigkeiten und Unberechenbarkeiten werden nicht mehr akzeptiert.

mm: Wie groß ist die Gefahr, dass Mittelständler allein dem "Bauch" folgen?

Bockholdt: Das ist nicht so generell zu beantworten. Häufig ist der Mittelstand nicht so stark durch interne Anweisungen und Regelungen bestimmt. Das schafft Raum für unkonventionelle Entscheidungen. Jedoch: Das Bauchgefühl sollte bei der Rekrutierung auch immer eine Rolle spielen. Aber davor gibt es eine ganze Reihe von bewährten Methoden, die eine Auswahlentscheidung sicherer machen. Und da müssen einige Mittelständler nachlegen, auch wenn es die direkten Rekrutierungskosten erhöht.

mm: Wie "teuer" sind eigentlich Fehler bei der Besetzung?

Bockholdt: Viel teurer, als man allgemein denkt. Zunächst hat man viel Geld in eine nicht geeignete Person investiert. Zusätzlich Zeit und Motivation anderer. Dann ist zumeist eine zeitliche Lücke teuer zu überbrücken, bis der Nachfolger antritt. Der erneute Suchprozess ist meistens deutlich teuer als der erste. Und dann hat eine Fehlbesetzung auch immer einen schwierig zu beziffernden Imageschaden zur Folge. Insofern lohnt es sich wirklich, lieber etwas höhere Kosten bei der ersten Suche in Kauf zu nehmen und damit das Risiko der Fehlentscheidung deutlich zu verringern.

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Die Macht des Merkel-Dachs

mm: Brust raus, Blick frei gerade aus, hieß es beim Militär. Ist da was dran?

Moesslang: Militärisch-steif ist sicher nicht das Optimum, lasch-coole Haltung ebenfalls nicht. Aufrecht stehen ja, aber nicht stramm wie ein Soldat. Die Haltung ist das erste, was wir bei einem Menschen wahrnehmen. Sie sagt uns, wie selbstsicher oder unsicher jemand ist, und damit, ob er vertrauenswürdig, überzeugt, überzeugend oder womöglich gefährlich oder eben unbedeutend und harmlos ist.

mm: Wie sehr sind sich Menschen der Bedeutung der Körpersprache bewusst?

Moesslang: Das ist ja die Krux an der Sache: Wir sprechen mit dem Körper meist völlig unbewusst und unbedarft. Er verrät dabei viel mehr über uns, als uns oft lieb ist.

Wir nehmen Körpersprache auch ebenso unbewusst wahr. Uns entgeht dabei nichts. Nur achten wir bewusst zu wenig darauf und ignorieren wichtige Signale, beispielsweise, wenn diese der verbalen Aussage widersprechen. Sprache und Worte sind sehr jung und erfordern unsere volle Konzentration. Daher achten wir mehr auf die Worte und Inhalte.

Deshalb ist es nicht nur spannend, sich mit Körpersprache aktiv zu beschäftigen, es verbessert jede Form der Kommunikation immens. Wir verstehen Menschen besser und entdecken versteckte Botschaften. Und wir selbst werden besser verstanden und überzeugen leichter.

mm: Was bedeuten eigentlich Angela Merkels aneinander gelegten Fingerspitzen?

Moesslang: Normalerweise ist dieses, wie ich es nenne, "Merkel’sche Dach" ein Zeichen von Konzentration, manche behaupten sogar von Souveränität und Dominanz, was ich nicht so sehe. An sich ist es sehr unangenehm für den Gesprächspartner. Schließlich sieht er sich ausgestreckten Fingern gegenüber, die ihn noch dazu - wie eine Art Schneepflug - beiseite räumen wollen.

Bei Frau Merkel ist es längst zum Markenzeichen geworden. Sie selbst begründet es übrigens damit, dass sie nicht wusste, wohin mit den Händen. Und mit einer Liebe zur Symmetrie.

mm: Was empfehlen Sie, wohin mit den Händen?

Moesslang: Ganz einfach: Machen Sie Gestik, lassen Sie die Hände sprechen.

mm: Gibt es eine "deutsche Scheu" vor ausgeprägter Körpersprache - siehe Südeuropa?

Moesslang: Tatsächlich gibt es Menschen - nicht nur in Deutschland -, die meinen, es gäbe ein Zuviel an Gestik. Es gibt kein Zuviel. Hektische Bewegungen dagegen wirken unangenehm. Meine Empfehlung ist, stets große und ruhige Gesten zu machen. Das wirkt souverän und verleiht dem Gesagten Nachdruck. Eher erlebe ich übrigens eine Scheu der Deutschen, diesbezüglich an sich zu arbeiten, weil sie irrtümlich meinen, das würde die Authentizität kosten. Körpersprache und rhetorische Fähigkeiten sind jedoch so wichtig und komplex, dass nur kontinuierliches An-sich-arbeiten und -üben hilft. Vergleichen Sie das Auftreten von Managern, denen gerne zugehört und gefolgt wird und denen man vertraut, mit Managern, die durch andere Methoden ihre Position halten, aber alles andere als beliebt sind.

mm: Wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen Körpersprache und Gestik?

Moesslang: Gestik ist ein Teil der Körpersprache. So wie die Haltung, Mimik aber auch das Erscheinungsbild - wir drücken durch unsere Kleidung ebenso unseren Status aus wie durch Körpersprache. Auch der Geruch spielt eine Rolle - denken Sie an Angstschweiß. Viele zählen sogar die Stimme zur Körpersprache, weil sie durch den Körper und seine Haltung und Bewegung beeinflusst wird. Sprechen Sie einmal den gleichen Satz mit verschränkten Armen und mit offener, aktiver Gestik. Er klingt ganz anders.

mm: Wenn Sie telefonieren - können Sie die Körpersprache des Gegenübers erahnen?

Moesslang: Ja, das liegt genau am Einfluss der Körpersprache auf die Stimme. Wenn Sie sich hinsetzen mit hängenden Schultern, eingesunken, werden Sie eine melancholische oder depressive Stimme haben. Ein ganz anderer Klang entsteht, wenn sie aufrecht stehen, lächeln und offen gestikulieren. Ich selbst stehe auf und bewege mich viel.

mm: Es ist oft zu sehen, bei der Präsentation klappt es mit der Körpersprache wunderbar, doch kaum lässt die Anspannung nach, schwindet sie. Wie vermeidet man diesen Effekt?

Moesslang: Ich erlebe genau das Gegenteil. Denn bei der Präsentation empfinden viele Lampenfieber. Das sorgt dafür, dass sie eine Schutzhaltung einnehmen. Sich also klein machen, die Arme eher anlegen und allerhöchstens mit den Fingern oder Händen etwas gestikulieren. Kaum ist die Präsentation vorbei, wird wieder normal gesprochen. Schon kommt wieder die natürliche Gestik zutage. Die Arme bewegen sich frei, der Redner lächelt wieder mehr und ein nervöses Tippeln verschwindet auch.

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