manager-lounge Newsletter September 2011

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Snower

"Entscheidungsträger haben Hausaufgaben nicht gemacht"

Die Krise köchelt seit Jahren. Erst lag der Schwerpunkt auf US-Immobilien, jetzt sind es die Euro-Finanzen, die für Turbulenzen sorgen. Unter anderem deswegen, weil die Entscheidungsträger geschlafen haben, sagt IfW-Chef Dennis Snower. Und Besserung ist nicht in Sicht. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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Smartphone

Überblick statt App-okalypse

Smartphones sind die allgegenwärtigen telemobilen Helfer im Arbeitsalltag, ebenso die Apps. Immer mehr, immer bunter und hilfreich in fast jeder Situation - doch die Apps drohen auch, die knappste Ressource zu vernichten, die Entscheider haben. Zeit. »weiterlesen

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Alexander Groth

Die Übermacht der Gewohnheit

Die Euro-Krise kann ein Unternehmen in Schwierigkeiten bringen. Aber auch interne Entwicklungen. Genau deswegen ist das "Change-Management", die unternehmerische Steuerung des Wandels, auch so wichtig. Worauf es ankommt, erklärt der Führungsexperte Alexander Groth. Er hat auch einen Tipp für Angela Merkel. »weiterlesen

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local lounge Berlin, 14.09.2011, 19 Uhr

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Thema: Der Stand der deutsch-maltesischen Geschäftsbeziehungen
Referent: Hon. Dr. Tonio Borg, LLD M.P., stellv. Premierminister

Bad Salzuflen, 15.09.2011, 18:30 Uhr

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Thema: Die Erfolgsgeschichte von McDonald's aus Sicht eines
langjährigen Franchisenehmers
Referent: Willi Maubach, Inhaber McDonald's Maubach Gmbh und Inhaber
einer bedeutenden Reitsport- und Pferdezuchtanlage

local lounge Frankfurt, 19.09.2011, 19 Uhr

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Thema: Motivorientierte Persönlichkeits- und Prozessoptimierung (MPPO)
Referent: Dietmar Baum, Geschäftsführer mmh kommunikationsagentur
und Gründer von MPPO

Berlin, 21.09.2011 - 22.09.2011

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Thema: 12. ECR-Tag - Kunden von morgen heute erreichen
Referenten: u. a. Otmar W. Debald (Geschäftsführer Finanzen & Customer
Service, Procter & Gamble Deutschland), Erich Harsch (Vorsitzender der
Geschäftsführung, dm-drogerie markt), Josef Sanktjohanser
(Mitglied des Vorstands REWE GROUP)

business breakfast Frankfurt, 21.09.2011, 09:30 Uhr

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Thema: Augen zu und durch - wie unsere Top-Manager wirklich ticken
Referent: Dr. Arno Balzer, Chefredakteur manager magazin

local lounge Hamburg, 21.09.2011, 19 Uhr

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Thema: Business Behaviour - Geschäftliche Umgangsformen und Kundenkontakte
Referentin: Gabriele Schlegel, Geschäftsführerin Business Behaviour,
Institut für nationale und internationale Kommunikation

local lounge Stuttgart, 22.09.2011, 19 Uhr

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Thema: "Entschleunigung" im digitalen Zeitalter - Tatsachen,
Risiken und Chancen
Referentin: Dipl.-Kffr. Isabelle Weyand, Coach für Gesprächs- und
Konfliktkompetenzen sowie Selbststeuerung

business breakfast Berlin, 28.09.2011, 9 Uhr

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Thema: Energien der Zukunft
Referentin: Prof. Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung und Professorin für Energieökonomie und
Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance Berlin

local lounge München, 28.09.2011, 19 Uhr

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Thema: Nur gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähig - die H2B-Strategie
Referent: Jürgen T. Knauf (Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing.), Managing Director,
Head of Management & Strategy-Consulting bei SCOPAR

Konzert Laeiszhalle Hamburg, 28.09.2011, 19:30 Uhr

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Interpreten: Rotterdams Philharmonisch Orkest - Veronika Eberle (Violine),
Yannick Nézet-Séguin (Dirigent)

local lounge Zürich, 03.10.2011, 18:30 Uhr

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Thema: Nicht die meisten treffen, sondern die Richtigen
Referentin: Barbara Liebermeister, Expertin für BRM und Lobbying für Unternehmer

local lounge Düsseldorf, 06.10.2011, 19 Uhr

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Thema: Erfolgreiche Fachpressearbeit - die wichtigsten Stellschrauben im Überblick
Referent: Oliver Fischer, Inhaber von ofischer communication®

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"Entscheidungsträger haben Hausaufgaben nicht gemacht"

mm.de: Börsen und Indikatoren der Realwirtschaft deuten auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft hin - wer hat seine Hausaufgaben nicht gemacht, nachdem Banken und Politiker nach der vergangenen Krise noch vollmundig Besserung gelobten?

Snower: Eine ganze Reihe von Entscheidungsträger haben ihre Hausaufhaben nicht gemacht. Dabei war man sich nach der ersten Phase der Krise einig, Mechanismen zu schaffen, die die exzessiven Risiken reduzieren sollten. Nun wissen wir, dass dies nicht geschehen ist; Banken gelten noch immer als "to big to fail", zu groß um fallengelassen zu werden, und werden vom Staat, also dem Steuerzahler, gerettet. Doch der kann das nur begrenzt, weil viele Staaten sehr hoch verschuldet sind. Das ist also ein Zielkonflikt, der noch nicht gelöst ist. Dabei gehören die Risiken der Banken in meinen Augen nicht zu den Steuerzahlern, sondern zu den Aktionären. Doch die Interessengruppen sind offenbar sehr stark.

mm.de: Deswegen wurde auch diskutiert, ob die Banken ihre exzessiven Risiken nicht an Hedgefonds auslagern sollten: Die wären dann nicht "to big to fail" und könnten also in die Insolvenz gehen, ohne dass der Weltwirtschaft ein Schock droht.

Snower: Damit wäre ich vorsichtig. Denn kein Unternehmen steht allein da, sondern ist mit den anderen in einem dichten Netz verwoben. Geht ein Hedgefonds also in die Insolvenz, ist es nur schwer abzusehen, welche Implikationen das nach sich zieht.

mm.de: Sehen Sie ausreichend Tatkraft, diese Missstände zu ändern?

Snower: Nein, die sehe ich nicht. Die Krise läuft seit über zwei Jahren. Das ist viel Zeit, in der man einiges hätte ändern können, zum Beispiel die Anreize, um die exzessiven Risiken besser einhegen zu können. Aber das ist nicht geschehen, das ist traurig.

mm.de: Welches wäre mit Blick auf die Anreize der dringendste Schritt - die Schaffung von CoCo-Bonds, wie Sie anregten?

Snower: Das hatte ich vor geraumer Zeit vorgeschlagen und ich glaube noch immer, dass die Einführung solcher Anleihen einiges ändern würde. Diese Pflichtwandelanleihen sind, wie der Name sagt, in ruhigen Zeiten Bonds. Geht die Bank aber zu hohe Risiken ein und ihre Zahlungsfähigkeit wird dadurch bedroht, wandeln sich CoCo-Bonds automatisch in Aktien um. Dadurch bekommt die Bank neues Eigenkapital, was die Altaktien verwässern würde. Die Altaktionäre würden das nicht wollen, wären am Risiko beteiligt - und würden deswegen darauf hinarbeiten, dass die Banken keine exzessiven Risiken eingehen.

mm.de: Sie sagten auch, wir müssten uns an "Unsicherheit" gewöhnen. Ist diese Erkenntnis noch richtig - und ist sie bei jedem angekommen?

Snower: Nein, die Erkenntnis ist in keiner Weise bei jedem angekommen. Man spricht zwar viel von Risiken. Aber Risiko und Unsicherheit sind nicht das gleiche. Risiken sind Gefahren, die bereits oft aufgetreten sind, mit denen haben wir Erfahrungen sammeln können. Man kann sie daher auch in Zahlen fassen, sie berechnen. Genau das ist bei Unsicherheiten nicht möglich - sie sind neu, noch nicht bekannt. Insofern ist es irreführend, wenn man so tut, als könne man sie berechnen.

mm.de: So wie es Finanzunternehmen machen, die mit komplexen Kennziffern wie Value at Risk genau das behaupten?

Snower: Ja, genau das ist der Punkt.

mm.de: Sind undogmatische Lösungen, wie der Anleihenkauf der EZB, deswegen richtig?

Snower: Die EZB ist in einer prekären Lage. Die Regierungen der Euro-Zone haben es nicht geschafft, sich zu einer nachhaltigen Fiskalpolitik zusammenzufinden. In der Hochzeit der Finanzkrise konnte die EZB Fragen des Inflationsziels getrost beiseite lassen und sich auf die Liquiditätsprobleme konzentrieren. Jetzt aber kümmert sie sich um die Liquidität und um die Geldwertstabilität. Anleihenkäufe darf sie dann tätigen, wenn es Liquiditätsprobleme gibt, nicht aber, wenn es um Solvenzprobleme geht. Das ist Sache der jeweiligen Finanzminister. Allerdings fehlt eine klare Trennung, wann welcher Tatbestand vorliegt. Das ist ein großes Problem für die EZB, ich beneide sie nicht!

mm.de: Welche Rolle können die Emerging Markets bei der Lösungsfindung spielen?

Snower: Wenn zum Beispiel Eurobonds kämen, dann wäre China sicherlich daran interessiert, diese zu kaufen - allein schon, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren. Und damit wüchse die Gefahr, dass Europa das gleiche Problem bekommt wie die USA, nämlich langfristig von China abhängig zu sein.

mm.de: Und wo geht es hin?

Snower: Das ist auch ein soziologisches Problem. Die Frage ist ja, wieweit die Bevölkerung bei solchen Entwicklungen mitgeht.

mm.de: Die Jugendproteste quer durch Europa sprechen da ja eine deutliche Sprache.

Snower: Ja. Ich fürchte nur, die Politik wird daraus den Schluss ziehen, entsprechende Schritte so komplex zu gestalten, dass es schwierig wird, diese zu durchschauen. Warum zum Beispiel muss der ESFS so kompliziert sein; dahinter muss doch ein Zweck stehen.

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Überblick statt App-okalypse

Man kann es von der humoristischen Seite nehmen. Immerhin kämpfen bereits Naturschützer gegen Smartphones. Weil immer mehr Fotografen Vögel im Wald mit Vogelruf-Apps anlocken und damit die Aufzucht der Brut gefährden. Und in China hatten Gefängniswärter offenbar Häftlinge dazu gezwungen, zwölf Stunden am Tag auf Smartphones zu spielen und so virtuelles Geld zu verdienen, das an zum Beispiel europäische Computerspieler verkauft wird - gegen echtes Geld. Man kann sie also von der humoristischen Seite nehmen, die Smartphone- und App-Flut. Man kann sie aber auch anders sehen. Und erste Experten machen genau das.

Denn die schiere Anzahl an Smartphones steigt immer mehr. Auch die Zahl der Apps - das Wort steht für Applications, also Anwendungen - wächst. Allein in den App-Stores, den Läden für die Besitzer eines Smartphones von Apple, werden inzwischen 450.000 solcher Programme angeboten.

Derzeit haben rund zehn Millionen Deutsche bereits Apps auf ihrem Handy, ermittelte das Umfrageinstitut Forsa im Auftrag der Bitkom. Doch über die Hälfte der deutschen Mobiltelefonbesitzer verfügen noch nicht über ein Smartphone. Noch nicht.

Diese Entwicklung stellt die Nutzer der kleinen Alleskönner vor ganz neue Herausforderungen. Da ist zum einen die rechtliche Seite. Denn jede Installation einer App beinhaltet auch Fragen der Datensicherheit. Der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Alexander Dix rät gegenüber Stiftung Warentest zur Vorsicht bei der Installation von Apps. Vor allem solle das Programm nur jene Rechte erhalten, die sie für ihr Funktionieren nachvollziehbar benötige.

Doch App & Co bringen noch eine ganz andere Bedrohung mit sich. Die Vernichtung von Zeit.

Im Schnitt verbringen beispielsweise US-Amerikaner pro Tag fast eine Stunde im mobilen Internet und mit Apps auf ihren Telefonen, belegen die Daten der Nielsen Smartphone Analytics. Dabei wird zwei Drittel dieser Zeit für die Nutzung von mobilen Apps verwendet, ein Drittel für mobile Internetanwendungen. Für den Führungsexperten Boris Grundl wirft das einige Fragen auf.

"Beim Umgang mit der Zeit geht es immer um zwei wichtige Fragen: Sind die Hilfsmittel, die ich benutze, mein Herr oder mein Diener? Und: Ist das, was ich da tue, wirklich notwendig - im Sinne meiner obersten Prioritäten?" Sein Petitum lautet daher: "Der Mehrwert, den ich durch eine App habe - bessere Vernetzung, mehr Kontakte oder wertvollere Informationen - sollte deutlich sein. Nutze ich die App oder werde ich von ihr benutzt? Geht es nur darum, ob eine App hipp oder neu ist, verplempere ich Zeit, Energie und Geld in eine Spielerei, von der ich keinen wirklichen persönlichen Nutzen habe. Oft sind Führungskräfte - wie alle anderen Menschen auch - von Statusdenken und äußerem Bezugsrahmen getrieben. Sie wollen zu den 'early birds' und den 'first movern' gehören, um sich besser zu fühlen. Das ist ein schwaches Motiv und hat mit Effizienz nichts zu tun."

Strenge und Disziplin ist das einzige, was dabei hilft, um sich nicht zu verzetteln. Die Mitglieder der manager-lounge tragen daher gerade die hilfreichsten Apps zusammen. Und Grundl warnt: "Führungskräfte müssen sich von dem Satz 'Ich habe keine Zeit' verabschieden und ihn durch folgenden Satz ersetzen: 'Ich bin nicht in der Lage, meine Prioritäten so zu setzen, dass ich möglichst wirkungsvoll mit meiner Zeit umgehe.' Denn bekanntlich haben alle gleich viel Zeit. Wenn Führungskräfte ehrlich zu sich selbst sind und diesen Satz für sich annehmen, halten sie sich von all dem fern, was sie selbst und ihre Wirkung behindert. Dann sind sie für das verantwortlich, was sie tun, anstatt der Zeit die Macht über sich selbst zu geben."

Kampf also den "Grauen Herren", wie Michael Ende in seinem Roman "Momo" die Diebe der Zeit nennt?

"Führungskräfte sollten sich bei aller Verwendung und Nutzung von Internet, E-Mail und Social Media die Frage stellen: Wie mache ich mich überflüssig, während die Ergebnisse immer besser werden?", sagt Grundl. "Der Antwort müssen sie dann folgen und danach handeln. Wer diese Gedanken in der Tiefe versteht, wird dafür sorgen, dass es keine unnötigen Ablenkungen gibt."

Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Zwar soll im Jahr 2013 die Spitze der jährlichen Downloads von Apps erreicht sein, wie eine Studie des US-Marktforschungsunternehmens Abi Research belegt. Und danach die Zahl der Downloads sinken, so die Erhebung. Doch die bereits installierten Apps verschwinden damit ja nicht. Und so werden in der morgendlichen U-Bahn die Menschen immer mehr über das Smartphone streichen - und nicht über den papierenen Leitartikel einer Zeitung.

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Die Übermacht der Gewohnheit

mm.de: Provokativ gefragt: Wozu eigentlich Wandel, wenn es läuft? Es heißt doch: "Never change a winning team"?

Groth: Die Amerikaner sagen auch: "If it ain't broke, don't fix it.". Das gilt aber nicht für komplexe Unternehmen in einem knallharten globalen Wettbewerb. Wenn Sie warten, bis etwas am Markt nicht mehr funktioniert, kann dies für Ihr Unternehmen tödlich sein. Wenn Sie dagegen zu den Besten Ihrer Branche zählen wollen, müssen Sie kontinuierlich Verbesserungen einführen. Leider wehren sich Mitarbeiter oft gegen solche durchaus sinnvollen Maßnahmen, selbst dann, wenn es für sie gar keinen Nachteil mit sich bringt.

mm.de: Was ist beim Change-Management das Kernproblem?

Groth: In den meisten Unternehmen wissen weder die Unternehmensleitung noch der einzelne Manager genügend darüber, warum Menschen sich bei Veränderungen oft irrational verhalten. Dabei steckt dahinter eine durchaus nachvollziehbare Logik der Gefühle, wie ich in meinem neuen Buch zeige. Wenn man diese "emotionale Achterbahn" nicht berücksichtigt, wird es sehr schwierig, Veränderungen umzusetzen.

mm.de: Was wird beim Wandel von der Führungskraft gefordert?

Groth: Manchmal fast Unerreichbares. Sie soll als Vorbild mit viel Energie voranschreiten, während sie oft selbst am Sinn einer Maßnahme oder aber der Art der Umsetzung zweifelt. Die Zeitpläne und Meilensteine sind fast immer zu knapp bemessen, weil man die Macht der Emotionen und dadurch verursachte Verzögerungen nicht einkalkuliert hat. Und schließlich bringen Change-Vorhaben die ohnehin schlechte Work-Life-Balance vieler Manager endgültig zum Kippen.

mm.de: Wie bewerkstelligt man es, dass ein Wandel dauerhaft bleibt und nicht alle zurückmarschieren, sobald der Chef sich umdreht?

Groth: Sie müssen es schaffen, dass die Mitarbeiter neue Gewohnheiten entwickeln und nicht in die alten zurückfallen. Das ist aber schwer. Stellen Sie sich vor, Sie erleiden einen Herzinfarkt. Der Arzt sagt Ihnen bei Ihrer Entlassung: "Sorgen Sie für weniger Stress, mehr Bewegung und fettärmeres Essen, sonst sehen wir uns schon bald wieder. Und der zweite Infarkt könnte tödlich sein." Würden Sie sich verändern? Studien belegen, dass 90 Prozent der Infarktpatienten weiterleben wie bisher und entsprechend früh sterben. Nur einer von zehn schafft es, seine Gewohnheiten dauerhaft zu verändern und damit sein Leben zu retten.

mm.de: Was fordert Change-Management eigentlich vom betroffenen Mitarbeiter?

Groth: Wenn es nach der Geschäftsleitung ginge, dann würden die Mitarbeiter den Plan ohne Murren in die Praxis umzusetzen. Tatsächlich aber steht die Funktionsweise des Gehirns dem erst einmal entgegen und verursacht Widerstand. Wir nehmen zum Beispiel Verschlechterungen psychologisch viel stärker wahr als die gleichzeitigen Verbesserungen. Außerdem aktiviert ein Wandel all die Gefühle, die das emotionale Langzeitgedächtnis aus früheren Erfahrungen mit Veränderungen gespeichert hat. Und das sind selten angenehme Gefühle.

mm.de: Letzte Frage: Stellen Sie sich vor, Deutschland wäre ein Unternehmen und Angela Merkel dessen CEO. Sie soll die Bürger/Mitarbeiter auf schwere Zeiten und Flexibilität einschwören. Was wäre Ihr Rat?

Groth: Sie muss die Emotionen der Menschen ansprechen und bewegen! Schauen Sie in die Geschichte: Die "I have a dream"-Rede von Martin Luther King oder die "Blood, Sweat and Tears"-Rede von Winston Churchill bewegten Nationen. Sie werden feststellen, dass diese Reden fast ausschließlich aus emotionalen Bildern bestehen. Und sie wurden mit authentischer Leidenschaft überzeugend vorgetragen. Frei nach dem heiligen Augustinus: "In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst."

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