manager-lounge Newsletter November 2012

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GuerneMarkus

Zappeln und Zaudern

Das Jahr 2012 geht seinem Ende entgegen - doch die Krise ist noch längst nicht ausgestanden. So wird es auch bleiben. Denn die Finanzmärkte sind vor allem Seismographen der Realwirtschaft. »weiterlesen

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Forum: Die aktuellen Diskussionen

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KubensMichael

Die Masse soll's machen

Viele Köche verderben den Brei? Von wegen - mit "crowdsourcing" binden Unternehmen die anonyme Masse der Internet-Nutzer effizient für ihre Zwecke ein. Im besten Fall ist das kostengünstig - und setzt ungeahnte Kräfte frei. »weiterlesen

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gamm

Muhammed Ali als Lehrmeister

Flattern wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene - für Boxer ist Muhammed Ali noch immer der Größte. Doch auch für schwierige Verhandlungen taugt der Kampfstil Alis als Vorbild. Ein Interview mit Frieder Gamm über gute Verhandlungsstrategien. »weiterlesen

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Terminvorschau

Köln, 12.11.2012, 9.30 Uhr

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Thema: Naher und Mittlerer Osten - Marktchancen, Finanzierungsinstrumente
und rechtliche Rahmenbedingungen
Referenten: Uta Böllhoff, Bundesministerium wirtschaftliche
Zusammenarbeit & Entwicklung; Dr. Mohamed Higazy, Ägyptischer Botschafter
in Deutschland; Stephan Hallmann, Zweites Deutsches Fernsehen,
Mitglied Kuratorium Deutsche Orient-Stiftung, u.v.m

Beijing, 13.11.2012, 18.30

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Referent: Dr. Michael Schaefer, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland
in der VR China

Hamburg, 13.11.2012, 19 Uhr

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Thema: Investieren in Kunst - als Geldanlage tauglich oder vollkommener Unsinn?
Referent: Gerd Harry Lybke, Inhaber Galerie EIGEN + ART, führender
Galerist für zeitgenössische Malerei in Deutschland

Frankfurt, 14.11.2012, 19 Uhr

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Thema: Der freie Fall der freien Märkte - die Turbulenzen an den
Finanzmärkten und ihre Auswirkungen
Referent: Markus Gürne, Leiter der ARD-Börsenredaktion

Hannover, 15.11.2012, 19 Uhr

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Thema: Klosterkammer - traditionsreiche Behörde und moderner Dienstleister
Referent: Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover

Stuttgart, 15.11.2012, 19 Uhr

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Thema: Schlagkräftig verhandeln mit Boxstrategien! Ali vs. Foreman - siegen
aus unterlegender Position
Referent: Frieder Gamm, Gründer und Inhaber Frieder Gamm Group GmbH

Barcelona, 16.11.2012, 12 Uhr

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Referentin: Heike Göbel, verantwortliche Direktorin für Wirtschaftspolitik der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung

business breakfast München, 22.11.2012, 8.45 Uhr

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Referent: Prof. Dr. Björn Bloching, Partner bei Roland Berger Strategy
Consultants, Leiter Hamburger Büro, Leiter internationale
Competence Center (Bereich Marketing und Vertrieb)

Nürnberg, 22.11.2012, 19 Uhr

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Thema: Crowdsourcing - die Intelligenz der Masse nutzen
Referent: Michael Kubens, Gründer designenlassen.de

Hamburg, 26.11.2012, 17.45 Uhr

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Thema: Das politische Gespräch
Referent: Amr Mussa, ehemaliger Präsidentschaftskandidat in Ägypten,
Generalsekretär der Arabischen Liga

Berlin, 27.11.2012, 18.30 Uhr

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Thema: Talk auf dem karierten Sessel
Referenten: Emilio Paolini, Vorsitzender Piratenpartei Bezirksversammlung
Berlin-Spandau; Christiane Schinkel, ehem. stellv. Vorsitzende
Landesverband Berlin der Piraten; Moderation: Manfred B. Geisler

Hamburg, 27.11.2012, 19 Uhr

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Thema: Vor Ort in der Uhrenmanufaktur Hentschel in Hamburg
Referent: Andreas Hentschel, Inhaber Uhrenmanufaktur Hentschel

business breakfast Köln, 29.11.2012, 8 Uhr

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Thema: Rechtssicher durch Social Media
Referent: Dr. Jürgen Hartung, Partner der Sozietät Oppenhoff & Partner

München, 29.11.2012, 19 Uhr

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Thema: Vertrieb geht heute anders - wie Sie den Kunden 3.0 begeistern
Referent: Andreas Buhr, Dozent für Leadership und Vertrieb

Barcelona, 30.11.2012, 12 Uhr

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Referent: Ulrich Hocker, Präsident Deutsche Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz e.V.

Frankfurt, 04.12.2012, 17.45 Uhr

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Thema: Illumination des lichtvollsten Weihnachtsbaumes im
THE SQUAIRE mit der Soullegende Dionne Warwick

Hamburg, 04.12.2012, 19 Uhr

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Thema: 4-Gang Menü als Teamleistung
Referent: Alfred Freeman, Kochbuchautor und SPIEGEL - Gastronomiechef

Shanghai, 05.12.2012, 18.30 Uhr

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Thema: Nikolauskochen mit Stefan Stiller
Referent: Stefan Stiller, Stiller‘s in den Cool Docks

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Zappeln und Zaudern

Hamburg - Das laute Geschäft ist eigentlich nicht seine Sache. Doch Edouard Carmignac, Fondsmanager und Gründer der gleichnamigen Fondsboutique Carmignac, kann auch anders - und bucht die Rock-Combo Rolling Stones für seine Investorenkonferenz in Paris. Krachende Akkorde, die ins Ohr gehen, das ist das eine. Das andere ist das Schrillen im Ohr, das die Krise den Menschen dauerhaft bereitet. Sie ist die neue Normalität. Realwirtschaft und Märkte müssen damit leben. Vor allem die Finanzmärkte geraten immer wieder in die Kritik. Berechtigt ist diese Kritik nicht immer.

Denn Finanzmärkte sind in erster Linie Seismographen der realwirtschaftlichen Entwicklungstrends. Sie registrieren die Verschiebungen und bilden sie in Kursen ab. Vermeldet ein Unternehmen wie Lufthansa beispielweise ein gutes abgelaufenes Quartal und erklärt sich für die Zukunft zumindest leidlich optimistisch, rechnen sich Anleger Chancen auf Kurssteigerungen aus und greifen bei den Aktien des Unternehmens zu. Das gleiche Bild bei den Schwingungen aus der Politik. "Die Farce um Reform- und Sparmaßnahmen in Griechenland sowie weitere Hilfen für die Hellenen zieht sich weiter in die Länge", schreibt zum Beispiel Raffeisen Capital. "Die Regierungskoalition in Athen ist weiter unfähig oder unwillig, sich auf Einsparungen im Staatshaushalt sowie bitter nötige Reformen des griechischen Wirtschaftssystems zu einigen." Für Anleiheninvestoren ist Griechenland damit weiterhin unattraktiv. Bis heute ist immer noch nicht klar, wie die leeren Kassen des Landes gefüllt werden sollen - und wie und ob das Land in der Lage ist, die Zinsen seiner Staatsanleihen zu bedienen sowie die Anleger auszuzahlen. Entsprechend hohe Zinsen muss das Land zahlen. Das ist eine Folge der Realwirtschaft, gewiss. Es ist aber auch die Folge der Stimmung. Auch die zählt an der Börse.

Denn Märkte übertreiben, in die eine wie in die andere Richtung. Sie sind "manisch-depressiv", so ein Bonmot der Finanzbranche. Entsprechend pendeln die Kurse mal nach oben, mal nach unten, um in der Summe die Erwartungen an die Zukunft abzubilden. Die Krise hat diese Ausschläge verstärkt, das zeigt der Blick auf den Dax-Volatilitätsindex, der die Schwankungsintensität des Dax misst. 2005 lag er bei 10, heute bei 16. Und solange die realwirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht gelöst sind, wird sich das vermutlich auch nicht ändern.

Die Gothaer Asset Management beispielsweise ist davon überzeugt, dass es noch zehn bis zwanzig Jahre dauern wird, bis die Eurozone die realökonomische Krise endgültig überwunden hat. "Die Krise ist kein gordischer Knoten, den man mit einem Schlag lösen kann. Sie ist vielmehr als neuer Normalzustand zu betrachten. Märkte und Menschen müssen lernen, damit umzugehen", so Vorstandssprecher Christof Kessler. Die Realwirtschaft steuern können die Märkte nicht, das ist Aufgabe der Politik. Und so, wie Politiker auf Investoren schimpfen, schelten diese ihrerseits die Politiker.

"Meines Erachtens machen viele Politiker die Augen zu", sagt zum Beispiel Michael Hasenstab, Co-Director des International Bond Department der Franklin Templeton Fixed Income Group, mit Blick auf die USA. "Vielleicht begreifen sie das Ausmaß der Misere nicht. Und die Politiker, die die fiskalpolitischen Probleme erkennen, können nichts dagegen tun. Die Wahl dürfte daran nichts ändern. Ich gehe davon aus, dass die USA weiter Zeit schinden werden." Kritik kommt aber auch von neutraler Stelle. Dennis Snower zum Beispiel ist Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel und rät der Politik zur Schaffung klarer Regeln. "Regeln müssten verbindlich klären, wie hoch sich Staaten verschulden dürfen", sagte er gegenüber manager magazin online. "Ist das geschehen, ist der ESM überflüssig. Denn kein Land könnte die Verschuldungsgrenze reißen und damit in die Notwendigkeit kommen, den ESM in Anspruch nehmen zu müssen. Das ist vergleichbar mit der hohen Inflation in den 70er Jahren - sie sank erst, als man sich darauf besann, klare Regelungen, wie die über ein Inflationsziel, zu treffen."

Die Entwicklung in Griechenland zeigt, wie langsam es gehen kann, wenn Politiker der Realität ins Auge blicken sollen. "Die Tatsache, dass Athen am 16. November das Geld ausgeht, scheint die Regierungsparteien dabei nicht sonderlich zu stören", schreibt Raiffeisen. "Ohne eine Einigung wird es aber keine frischen Hilfsgelder von EU und IWF geben." Das macht vielen nicht gerade große Hoffnungen. "Europa wird die Krise überwinden, wenngleich Rückschläge, wie ein weiterer Anstieg der Verschuldung oder eine Rezession, nicht auszuschließen sind", sagt Kessler. Bis dahin aber bedeutet die Krise vor allem eines - Unsicherheit. "Für einen Zeitraum von weniger als fünf Jahren können Anleger ihr Geld derzeit lediglich parken, nicht anlegen", so Kessler abschließend. Keine beruhigende Aussicht - sondern eine realistische.

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Die Masse soll's machen

Hamburg - Das Internet, ein großer runder Tisch? So scheint es fast. Immer öfter wirken viele Menschen virtuell an einem Projekt mit. Das kann der Entwurf einer Visitenkarte sein oder das Design eines Autos. Die Idee ist immer die gleiche. Der Initiator eines Projekts stellt seine Vision im Internet vor, die Nutzer entwickeln sie. Und immer stärker wird der Sog des Mitmachnetzes.

Jay Rogers zum Beispiel hatte es 2008 erwischt. Der Autonarr und damalige McKinsey-Berater machte sich damals mit seiner Vision selbstständig. Der Vision eines Autos, das nicht die klinische Nüchternheit von Großserienfahrzeugen ausstrahlt. Dazu gründete er die Web-Plattform Local Motors, auf der jeder Interessierte mitreden konnte. Und es klappte. Statt sich in Scharmützeln aufzureiben, lieferten die Nutzer 60.000 Skizzen - und nach 60 Tagen war das Auto durchgeplant. 2010 fuhr dann der Prototyp durch die Wüste Nevadas. Das war nicht nur schnell, sondern auch günstig. Denn nur fünfhundert des Rally Fighter müssen gebaut werden, damit sich das Projekt lohnt, schreibt das Unternehmen. Bei einem Stückpreis von etwas über 50.000 Dollar keine unwahrscheinliche Rechnung. Und längst ist Rogers kein Einzelfall mehr. Crowdsourcing hat den Mief des Tummelplatzes für dick bebrillte Nerds längst verlassen und ist in der nüchtern rechnenden Wirtschaft angekommen. Noch 2006 erklärte Jeff Howe, der als Mitbegründer des Begriffs gilt, bei dem Phänomen handele es sich um "die Arbeit, die von wenigen bezahlten Mitarbeitern (meist Managern) mittels eines Aufrufes im Internet an eine undefinierte, meist große Gruppe von unbezahlten Amateuren transferiert wird". Heute verschwimmen die Grenzen; Geld wird gespart, aber auch verdient.

"Der Nutzen für beide Seiten ist, dass Projekte schnell und effizient online durchgeführt werden und man Kosten spart", sagt Michael Kubens über diese Art der Netznutzung. Sein Unternehmen "Designen lassen" beispielsweise ist ein "Marktplatz, auf dem Unternehmen ihre Grafik-Design-Projekte, Logo-Design oder auch Webdesign, an eine Community aus tausenden Designern ausschreiben können."

Damit das funktioniert, sind gewisse Regeln einzuhalten. "Der Auftraggeber skizziert in einem kurzen Briefing seine Vorstellungen und dann reichen diverse Designer ihre Entwürfe ein. Ein Online-Pitch sozusagen." Der Auftraggeber muss also klar umreißen, was das Ziel ist. Und er muss die richtige Zielgruppe wählen. Was wäre beispielsweise herausgekommen, wenn Jay Rogers seinen 430 PS-Boliden in einem Ökonetzwerk hätte entwerfen lassen wollen - ein Klapprad?

Sogar bei der Geldanlage wird crowdsourcing genutzt. Der Investmentfonds Investor lässt seine Anleger über die nächsten Transaktionen abstimmen, online natürlich. Die Plattform "intelligent recommendations" nutzt die Einschätzung ihrer Nutzer, um daraus ein Musterportfolio zusammenzufügen. Und spätestens seit Geld für einen neuen Stromberg-Film online zusammengetrommelt wurde, ist klar, dass sich auch Finanzierungen über das Netz bewerkstelligen lassen. Das Ende der Entwicklung ist damit noch lange nicht erreicht, vermuten Experten. "Ich denke, crowdsourcing wird noch viele Branchen verändern", sagt Kubens.

"Überall da, wo die Vernetzung von Menschen über die neuen Medien einen Prozess besser und einfacher machen kann, wird das früher oder später geschehen. Wikipedia war das erste prominente Beispiel dafür, wie crowdsourcing althergebrachte Modelle verändern kann, weitere werden folgen." Zumindest die Unternehmen profitieren bereits jetzt davon. Local Motors beispielsweise nutzt nicht nur das Wissen seiner Nutzer, sondern verkauft ihnen auch noch das Designprogramm, um mitmachen zu können - für 19,95 Dollar im Monat. Nun müssen mittelfristig auch die Nutzer profitieren.

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Muhammed Ali als Lehrmeister

mm: Verhandeln - bereiten sich die Meisten richtig darauf vor? Unserer Erfahrung nach - nein!

Gamm: Wir erleben selbst im professionellen Umfeld oft, dass Verhandler auf solch elementare Fragen wie "Was ist denn Ihr Ziel?" mit dem Satz "Mal schauen, was geht." antworten. Viele Verhandler finden im täglichen Berufsalltag selten die Zeit, sich gewissenhaft und strukturiert vorzubereiten. Oftmals glauben erfahrene Verhandler, Vorbereitung durch Improvisation ersetzen zu können. Für eine erfolgreiche Verhandlung ist eine gute Vorbereitung mit einer klaren Zielsetzung unabdingbar. Denn je klarer unsere eigenen Ziele abgesteckt sind, desto besser werden wir zielorientiert verhandeln können.

mm: Stichwort Vorbereitung - wie geht man das richtig an?

Gamm: Das erfolgt in drei Schritten: Analyse der Ausgangsituation, Definition der Ziele und dann Festlegung einer Strategie. Die Ausgangssituation beschreibt das Kräfteverhältnis zwischen den zwei Verhandlungsparteien. Wie ist die Marktlage, gibt es Alternativen und mit wem habe ich es zu tun - sind nur einige der Fragen, die es zu beantworten gilt. Daraus lassen sich dann Minimal- und Maximalziele ableiten. Abgesichert wird das Ganze durch das sogenannte "Worst-Case-Szenario", auf deutsch: Plan B. Mittels Taktiken werden die gängigen Strategien Druck, Partnerschaft, Ausweichen und Nachgeben umgesetzt.

mm: In welcher Phase werden die meisten Fehler gemacht?

Gamm: Ganz klar in der Vorbereitung! Hier werden gut 70 Prozent des Erfolges in einer Verhandlung festgelegt und somit die Dicke des Eises, auf dem man sich in Verhandlungen bewegt. Gute Vorbereitung bedeutet dickes Eis, mangelhafte Vorbereitung führt zum Einbrechen und dann kommt meist unvorbereitetes Improvisieren. Improvisieren hat weder ein klar definiertes Ziel noch geplante Taktiken und Strategien.

mm: Die meisten Menschen denken, zum geschickten Verhandeln braucht es einen extrovertierten Menschen. Richtig?

Gamm: Das hängt davon ab, um welche Art von Verhandlung es geht und auf wen man trifft. Beispielsweise bedürfen Verhandlungen mit Ämtern und Behörden eher eines geduldigen und zurückhaltenden Verhandlungsführers, um einen Erfolg zu erreichen. Zu grelles Auftreten kann da eher kontraproduktiv sein. Jeder von uns - unabhängig davon, ob introvertiert oder extrovertiert - kann ein guter Verhandler werden. Wichtig ist, dass man sich auf das Gegenüber einstellt. Setzt aber voraus, dass ich mir in der Vorbereitung Gedanken über meinen Gegenüber gemacht habe: Was sind seine Ziele und seine Motive? Was treibt ihn an? Wo haben wir Gemeinsamkeiten?

mm: Warum die Box-Parallele?

Gamm: Speziell bei diesem Boxkampf tritt ein vermeintlich unterlegener Ali gegen einen unbesiegbaren George Foreman an. Klare Analyse, sehr gute Vorbereitung, Zwischenziele, Strategien und Taktiken und Beschäftigung mit dem Gegner haben einen "schwächeren" Ali trotzdem gewinnen lassen. Dazu kommen noch sein unbedingter Siegeswille und seine innere Einstellung. Denn vor allem die innere Einstellung ist ausschlaggebend für eine souveräne und gelassene Haltung in Verhandlungen. Sie beeinflusst das Denken und Handeln. Eine bestmögliche mentale Vorbereitung schafft die Basis für ein erfolgreiches Verhandlungsergebnis, womit wir, ähnlich wie Ali, aus einer vermeintlich unterlegenen Position punkten können.

mm: Kommt beim Verhandeln auch ein "lucky punch" vor?

Gamm: Hoffen kann man darauf natürlich immer, doch nicht umsonst heißt es "lucky punch". Dem "lucky punch" geht allerdings immer eine sehr gute Vorbereitung voraus. Wenn dann alles so zusammenkommt wie gedacht, dann kann es klappen.

mm: Wie kommt man voran, wenn die Gegner im "infight" sind, klammern - schließlich gibt es im Verhandlungsraum keinen Schiedsrichter.

Gamm: Ein Ansprechen von "Stillstand" oder einer "Ausweichstrategie" kann immer auf der sogenannten Meta-Ebene erfolgen. Dabei wird versucht, auf einer sachlichen und somit unemotionalen Ebene die eigene Wahrnehmung darzustellen. Und eine eigene Bewertung. Ich werde also zu meinem eigenen Schiedsrichter. Wichtig ist dabei, am besten mit neutralen "Ich-Botschaften" zu arbeiten, statt mit anklagenden "Du-Botschaften". Solche Botschaften können in der Verhandlung Widerstände hervorrufen und sich sehr ungünstig auf die Kommunikation zwischen den Gesprächspartnern auswirken.

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