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manager-lounge Newsletter Dezember 2009

local lounge Bielefeld: Stärken stärken

Utho Creusen Zufriedene Menschen leisten mehr- auch im Unternehmensalltag. Ein Interview über gute Führung in Krisenzeiten, die motivierende Kraft von Bob Marley und die größte Schwäche der Nachwuchsmanager. »weiterlesen

Wissensnetzwerk: Die aktuellen Diskussionen

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business breakfast Hamburg: "Zerstöre Deine Marke"

business breakfast Hamburg: Zerstöre Deine Marke Warum kaufen wir, was wir kaufen? Haben wir alle einen Kaufknopf im Hirn? Martin Lindstrom, international gefragter Markenexperte beantwortete diese Fragen bei einem business breakfast. »weiterlesen

Umfrage: Die Agenda für Schwarz-Gelb

ToDo Ministersturz, Steuerstreit und Querelen um Gesundheitsfonds: Kommentatoren bescheinigen der Bundesregierung einen Fehlstart. Durchwachsen fällt das Urteil der Mitglieder der manager-lounge aus. »weiterlesen

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local lounge Frankfurt: 15.12.2009, 19 Uhr

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Thema: Networking auf dem Weihnachtsmarkt
Referent: Alle Teilnehmer

local lounge München: 16.12.2009, 19 Uhr

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Thema: Marketinginstrument Vertriebsprozess
Referent: Kai Sievers, dessign Werbeagentur, Geschäftsleitung für Vertrieb und Konzeption

local lounge Stuttgart: 17.12.2009, 19 Uhr

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Thema: Mentale Stärke und innere Balance in Krisenzeiten
Referent: Angelika Barner, Heilpraktikerin

local lounge Berlin: 13.01.2010, 19 Uhr

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Thema: Haus der Brandenburgisch Preussischen Geschichte
Referent: Dr. Kurt Winkler, Historiker & Geschäftsführender Direktor des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

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local lounge Bielefeld: Stärken stärken

Wenn ein Unternehmen wachsen soll, dann müssen sich die Mitarbeiter persönlich weiterentwickeln können, sagen die Positive-Leadership-Verfechter Utho Creusen und Nina-Ric Eschemann.

mm: Ihr gemeinsames Buch widmet sich dem Thema "Positive Leadership". Was verbirgt sich dahinter?

Utho Creusen

Creusen: Positive Leadership ist ein Führungsmodell abgeleitet aus der Positiven Psychologie, die Ende der 90er Jahre als Begriff entstanden ist. Als Martin Seligman neuer Präsident der American Psychological Association wurde hat er dies als Motto für seine Amtszeit definiert. Er meinte damit eine Neuausrichtung der Psychologie weg von der Bearbeitung von Krisen, Konflikten und Schwierigkeiten hin zu der Frage, was macht das Leben erfolgreich, gelingend und glücklich.

Diese Ausrichtung hatte sehr schnell Erfolg. Daniel Kahneman, einer ihrer Protagonisten, bekam bereits 2002 den Wirtschaftsnobelpreis. Viele Wissenschaftler haben sich diesem Ansatz angeschlossen, viele überraschende Methoden und Werkzeuge sind entwickelt worden. Diese haben wir in den Unternehmensalltag übertragen und unseren Ansatz Positive Leadership genannt.

mm: Wofür genau steht Positive Leadership?

Creusen: Sie lässt sich mit vier Begriffen beschreiben: Erstens die Orientierung auf Stärken, zweitens der Ansatz des Flow und der absoluten Fokussierung, der von Mihály Csikszentmihályi entwickelt wurde und übertragen wurde auf das Arbeitsleben, drittens die Beteiligung an Entscheidungsprozessen und viertens der Sinn, vermittelt in erster Linie durch Ziele und Zielvereinbarungen bis hin zu Unternehmensvisionen. Mit dem Definieren von Zielen gelingt es Menschen nämlich viel einfacher, einen Sinn zu finden in dem, was sie tun.

mm: Fangen wir mit den Stärken an. Wie erkennen Menschen ihre Stärken?

Nina-Ric Eschemann

Eschemann: Dabei helfen Werkzeuge zur Selbstbeurteilung. Wir favorisieren den Clifton StrengthsFinder, den Donald Clifton und Marcus Buckingham für das Gallup-Institut entwickelt haben. Dabei erscheinen auf einem Bildschirm jeweils zwei Aussagen gleichzeitig, zum Beispiel " Sie beteiligen sich gerne an philosophischen Diskussionen" und "Sie betätigen sich gerne sportlich". Der Durchführende muss sich in 20 Sekunden entscheiden, welche der beiden Aussagen eher zutrifft.

Nach 180 Aussagepaaren erscheinen automatisch die ersten fünf Talente als Textbausteine. Mein erstes Talent heißt Learner, also Wissbegier, ein sehr positives Element in Situationen wie Veränderungsprozessen. Anschließend werden die weiteren Ergebnisse gemeinsam mit einem Coach durchgesprochen.

mm: Was bewirkt ein solches Coaching im Unternehmen?

Creusen: Als ich vor acht Jahren zum ersten Mal mit diesem Thema in Berührung kam, war ich sehr erschrocken darüber, wie wenige Menschen tatsächlich einen Zugang zu ihren persönlichen Stärken haben, und das gilt gerade auch für Führungskräfte. Ich habe vielen Managern die Frage gestellt, "Was sind Ihre persönlichen Stärken?". Sie glauben nicht, was Sie da für oberflächliche und falsche Antworten bekommen. Ein ganz wichtiger Effekt ist also, dass Menschen sich überhaupt bewusst werden, was habe ich für Stärken. Erst dann können sie anfangen, diese zu nutzen.

Eschemann: Es ist fast nie so, dass das Ergebnis etwas schockierend Neues für den Klienten ist. Es hilft ihm aber das, was er bisher eher unterbewusst gespürt hat, besser zu fassen. Je besser er es fassen kann, umso leichter kann er sagen, in diesen Bereichen bin ich besonders stark, also möchte ich auch dort eingesetzt werden. Es gibt aber durchaus Situationen, wo man feststellt, dass in einem Team eine bestimmte Rolle besser zu einer anderen Person passt.

mm: Werden die Ergebnisse nur mit dem Betroffenen besprochen oder auch öffentlich im Team?

Eschemann: Wir garantieren, dass das Ergebnis bei dem durchführenden Coach und bei dem jeweiligen Mitarbeiter bleibt. Wir haben allerdings beste Erfahrungen damit gemacht, dass wir Menschen einladen, solch einen Test gemeinsam zu durchlaufen. Häufig wird das Interesse so groß, dass die Menschen wirklich gern mitmachen. Und fast immer sind sie so aufgeladen von der positiven Wirkung ihrer Talente, dass sie sehr gerne selbst das Gespräch mit ihren Vorgesetzten suchen und sagen, "hier guck mal, das sind meine Talente. Ich würde gerne mit Dir besprechen, passt das zu meinen Aufgaben".

mm: In vielen Unternehmen wird derzeit nicht positiv gedacht oder geführt, Kurzarbeit oder Entlassung stehen an. Was raten Sie den Führungskräften?

Creusen: Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, positive Emotionen zu erzeugen, sowohl bei sich selbst als auch bei den anderen. Letztendlich ist das emotionale Intelligenz. Dies ist wichtig, wenn es mir gut geht. Aber da fällt es einem fast in den Schoß. Wenn mein Unternehmen wächst, wenn ich gerade eine Gehaltserhöhung oder eine Beförderung erhalten habe, dann geht es mir gut. Wenn aber das Gegenteil der Fall ist, wenn Stagnation droht, wenn Personal abgebaut wird, dann ist es umso wichtiger, darauf zu achten, dass Führungskräfte ein Umfeld schaffen, in dem solche positiven Emotionen überhaupt entstehen können.

Mir ist aber wichtig zu betonen: Positive Leadership hat nichts mit Positive Thinking zu tun, einer Denkschule der 90er Jahren, die behauptet, alles werde gut, wenn man nur fest genug daran glaubt. Positive Psychologie und Positive Leadership beachten selbstverständlich, welche Probleme es gibt, welche Schwierigkeiten es zu überwinden gilt und welche Schwächen ich kompensieren muss.

mm: Was passiert, wenn - wie zum Beispiel bei ThyssenKrupp - Tausende Stellen gestrichen werden? Wie können Sie helfen?

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business breakfast Hamburg: "Zerstöre Deine Marke"

Ein dunkler, langgezogener Ton dröhnt aus den viel zu kleinen Lautsprechern. Auf der Leinwand rieseln grüne Zahlenkolonnen vor pechschwarzem Hintergrund herab, ganz wie im Vorspann des Kinoerfolgs "Matrix". Eine gewollte Analogie, denn auch Lindstrom, international gefragter Markenexperte und Autor des Bestsellers "Buyology" und mittlerweile wohl bekanntesten Verfechter des Neuromarketings, geht es darum, was sich in unseren Köpfen abspielt, und zwar beim Einkauf im Supermarkt.

Aus dem Off dringt eine Stimme, die eines Maximilian Schell würdig wäre: "Does sex sell? Was ist mit Marken, Religion und Ritualen, was haben diese gemeinsam? Und beeinflusst unterbewusste Werbung wirklich unser Kaufverhalten?" - Die Spannung steigt, und wir erfahren, dass Lindstrom eine beachtliche Forschungsreise absolviert hat: Mithilfe der bislang größten Studie zum Neuromarketing, drei Jahre lang, für sieben Millionen Dollar, mit 2081 Befragten in aller Welt.

Schon jetzt ist klar, Lindstrom muss in puncto Selbstvermarktung keinen Vergleich mit den von ihm beratenen Unternehmen scheuen. Der 39-Jährige, dem alle Welt bescheinigt, deutlich jugendlicher zu wirken, hat sich selbst zu seiner erfolgreichsten Marke gemacht. Augenfälliger Beleg dafür: Sein stets gleiches, auf Wiedererkennbarkeit gedrilltes Arbeitsgewand, von Kopf bis Fuß schwarz, kein Sakko, gegelter Kurzhaarschnitt, offenes Hemd, ganz Kreativer.

Acht von zehn Produkteinführungen floppen, lässt der dynamische Däne mit Wohnsitz in Sydney wissen. Viele Milliarden Euro werden also verschleudert. Und warum? Weil die führenden Methoden der Konsumforschung - Abverkaufsanalyse und Kundenbefragung - versagen. Erstere folgt dem Blickwinkel des Kassierers und versucht erst gar nicht, die Kaufimpulse zu durchleuchten. Letztere fragt zwar nach Kaufgründen, doch in der Realität verhalten sich Konsumenten allzu oft ganz anders, als sie es im Labor angeben.

Den Ausweg sieht Lindstrom in Gehirnscans mittels elektrischer Messung und Magnetresonanztomografie, "dem Fenster zum menschlichen Verstand, auf das wir lange gewartet haben", schwärmt der Markenexperte. Tatsächlich fördert der Ansatz der "Buyology", der Biologie der Konsumentenbedürfnisse, Interessantes zutage: Tests zeigten, dass die Warnhinweise auf Zigarettenpackung eher zum Rauchen anregen, als abzuschrecken, weil sie das Suchtzentrum im Raucherhirn stimulieren.

Und warum kaufen Menschen teure Markenwaren wie Rolex oder Louis Vuitton? Wegen der Qualität? Des Designs? "Nein", sagt Lindstrom, "jemand will zeigen, dass er es geschafft hat, dass er jetzt ein Großer ist". Lässt sich das beweisen? "Ja", glaubt Lindstrom. Solche Käufe aktivieren Tests zufolge, die sogenannte Brodmann-Area Nummer 10, einen "Cool Spot", in dem unsere Selbstsicherheit sitzt.

Routiniert lotst Lindstrom das manager-lounge-Auditorium durch seine "Buyology"-Show und liefert dabei unzählige Praxisbeispiele. Sells Sex? Fast nie, da er uns dummerweise so stark fesselt, dass wir das beworbene Produkt kaum wahrnehmen. Funktioniert Product-Placement? Nur wenn die Marke glaubwürdig in die Handlung eingebunden ist. Wird sie, wie vielfach üblich, nur eingeblendet, nehmen wir sie kaum wahr.

"Smash your brand", "Zerstöre Deine Marke", fordert Lindstrom, "und baue sie mit unsichtbaren Logos wieder auf." So wie die Juwelierkette Tiffany's. 600 Frauen nahmen an einer Studie teil, die zeigte, dass allein der Anblick der Geschenkbox im Tiffany's-typischen Blauton den Herzschlag der Testpersonen um 20 Prozent steigen ließ. Ein Schriftzug war auch in diesem Versuch nicht zu sehen. Die vertraute Farbe reichte den Frauen, um an das Unternehmen, seine Produkte und die damit verbundenen Ereignisse wie Verlobung und Hochzeit zu denken.

Genau hierin, in unterbewussten Logos und eher unterschwellig wahrgenommener Werbung, sieht Lindstrom die Zukunft der Markenbildung. Hinzu kommen, da ist sich der Vertreter des Fünf-Sinne-Marketings ("Brand Sense" mit Vorwort von Philip Kotler, 2005) sicher, verstärkt Geräusche und Gerüche, die in der Werbung eingesetzt werden.

Und was ist mit dem Kaufknopf im Hirn? Den, bekennt Lindstrom, auf dessen Visitenkarte ganz unbescheiden Brand Futurist steht, ja den habe auch er nicht gefunden. Irgendwie ist man da erleichtert.

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Umfrage: Die Agenda für Schwarz-Gelb

Politiker denken oft kurzfristig, haben nur die nächsten Wahlen im Auge und die emsigen Lobbygruppen im Nacken. Langfristigeres Denken sollte daher die Devise sein - fordern die Mitglieder der manager-lounge von der neuen Regierung: "Wir benötigen mehr Nachhaltigkeit, zum Beispiel in der Finanzpolitik. Das bedeutet Schuldentilgung und eben kein neues Wachstum auf Pump", sagt Siemens-Manager Christian Voigt. Sein Vorschlag: Ein 30-Jahresplan zur Tilgung der Schulden, möglichst im Grundgesetz verankert.

Zudem spricht sich Voigt für eine Regulierung der Finanzmärkte mit einer Wiederannäherung des Geldwertes an den Warenstrom aus: "Die Transaktionsbesteuerung wäre eine Lösung, schon ist die Blase endgültig weg." Auch in der Energiepolitik mahnt Voigt zu mehr Verantwortung: "Wir sind Weltmeister in der Verdrängung von Folgelasten - so entsteht kein verantwortliches Handeln. Es ist eigentlich falsch, erneuerbare Energien per Subvention zu fördern. Besser wäre es, die Externalisierung von Kosten der nicht-erneuerbaren Energien per staatlicher Vorschrift zu beenden: Unternehmen haften dann in vollem Umfang für Lasten und Folgelasten. Dadurch verteuern sich die nicht-erneuerbaren Energien so stark, dass sie sich selbst aus dem Mark katapultieren."

Andreas Kluge-Rech vom Sportwagenhersteller Porsche liegt die Schaffung einer positiven Stimmung am Herzen. Vorrang für Investitionen sollte das Motto sein. "Wer in den Standort investiert, der erhält Steuer- und Abgabenvorteile, auch die Abläufe für notwendige Genehmigungsverfahren können beschleunigt werden. Wir brauchen ein Entfilzen des 'Kulturguts Deutsches Steuerrecht' im Sinne derjenigen, die Gelder investieren und Werte sowie Arbeitsplätze in Deutschland schaffen und erhalten."

Das Mitglied der manager-lounge spricht sich darüber hinaus für die Einführung einer Wahlpflicht aus: "Wählen ist Bürgerpflicht. Wir sind ein Volk, in dem jeder eine Meinung hat, die in der Demokratie zählt." Die neue Regierung müsse auch Besitzstände und ineffiziente Strukturen hinterfragen. "Subventionen sollte es nur für nachhaltige Umgestaltungen zugunsten des Standorts und dem Wohl unseres Volkes geben - zum Beispiel für gesunde Nahrung, heilende Medizin oder Ressourcenschonung", so Kluge-Rech.

Mit einer gehörigen Portion Skepsis blickt Manfred Krause vom Unternehmen O&K Antriebstechnik auf die schwarz-gelbe Koalition: "Wenn die neue Regierung nicht schon bald durch den Bundesrat blockiert und in vier Jahren wieder abgelöst werden soll, muss sie eine meisterliche Kommunikation erbringen." Dazu gehöre, nicht allzu viele Themen anzupacken. Dann bestehe die Gefahr, im Proteststurm unterzugehen und zurückrudern zu müssen. Lieber solle die Regierung ganz spezifische Themen sehr gut vorbereiten und allen klar machen, warum das jetzt so gemacht werden müsse. Die Verbesserung der Bildung der Bevölkerung gehöre dabei zu den wichtigen Aufgaben. "Nur mehr Geld ins System pumpen wird hier allerdings nicht ausreichen. Gute Lösungen dürfen ruhig parteiübergreifend entwickelt werden", so Krause.

"Ende des Fiskalterrors"

Thomas Kascha von Wyeth Pharma fordert umfassende Reformen auf dem Arbeitsmarkt. "Die Mindestlöhne sollten abgeschafft werden. Zu fordern, dass jeder so viel Einkommen verdienen muss, dass er davon leben kann, ist populistisch, aber leider ökonomisch unsinnig", meint Kascha. Besser sei es, wenn der Staat die freie Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt zulasse und ein Mindesteinkommen über Zuzahlungen mit Steuermitteln garantiere. Hiervon profitierten insbesondere die Langzeitarbeitslosen, die auf diese Art und Weise Zugang zum Arbeitsmarkt und damit auch Aussicht auf eine langfristige Weiterbeschäftigung erhalten.

Zudem spricht sich der Manager des zum Pharmariesen Pfizer gehörenden Unternehmens für eine grundlegende Reform des Gesundheitssystems aus: "Langfristig ist dieses System nicht mehr finanzierbar, denn es gibt immer weniger Einzahlende und immer höhere Ausgaben. Eine Kopfpauschale, die Ausdünnung des Leistungskatalogs und private Zusatzversicherungen sind die Lösung. Das kostet den einzelnen zwar Geld, schafft aber auch Anreize mit der Ressource 'Krankenversicherung' wieder wirtschaftlich umzugehen."

Horst Mallmann von LiteHouseOne fordert von der neuen Regierung einen "Superplan" für Unternehmensgründungen. "Wir brauchen eine Aufbruchsstimmung im Lande, in der Wissen, Können und Visionskraft neue Produkte sowie Dienstleistungen hervorbringen. Dies erfordert allerdings eine Bewusstseinsänderung und enorme Geldmittel, um die Unternehmermentalität als Kulturwert in unserer Gesellschaft zu etablieren", sagt der Architekt und Diplom-Ingenieur. Im Vergleich zur Steinkohlesubvention, der Milliardenunterstützung für Banken und dem Transfer von Schwarzgeld in Steueroasen wäre die landesweite Finanzierung von Unternehmungsgründungen eine neue Perspektive für die Zukunft.

Die Regulierung des Finanzmarkts ist auch für Ulrich Rohde von der Management Akademie München wichtig. Es müssten gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, damit die Bankengewinne nicht mehr wie im vergangenen Jahr privatisiert werden und die Verluste sozialisiert. "Davon träumen Zehntausende Mittelständler, die durch das unverantwortliche Gebaren der Bankmanager mit den eigenen Unternehmen in Schieflage geraten sind. Nun haben sie zynischerweise zum zweiten Mal an diesen Geldinstituten zu leiden - wenn die Kreditlinie wegen der Wirtschaftskrise verhandelt werden muss und die durch Steuermittel geretteten Geldhäuser unverschämt hohe Zinsen verlangen", so Rohde.

Rainer Kordes vom Energiedienstleister Techem sehnt eine umfassende Steuerreform herbei: "Der Fiskalterror muss ein Ende haben. Deutschland soll nicht zur Flucht anregen, sondern ein attraktiver Standort für Investitionen in Innovationen sein." Auch Bildungspolitik gehört für Kordes auf die Agenda: "Was hierzulande grundsätzlich fehlt, ist die Lust auf Wissen. Ein Vergleich der Wissbegierigkeit von Chinesen mit unserer Selbstgenügsamkeit und dem erschreckenden Niveau der Fernsehprogramme zeigt, dass wir weit zurückliegen." Seine Forderung daher: "Pisa für alle!"

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